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Datenreport Mecklenburg-Vorpommern

18.07.2005


Informationen und Daten als Grundlage einer Effektivitäts- und Effizienzanalyse des Hochschulsystems



Mitte Dezember 2004 ist HIS durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern beauftragt worden, bis Ende März 2005 einen Datenreport vorzulegen, in dem Aspekte von Ausstattung, Effektivität und Effizienz des Hochschulsystems des Landes analysiert werden. Parallel dazu ist das CHE gebeten worden, die Grundzüge für ein Monitoring-System zu entwickeln. Der jetzt in einer Kurzfassung von HIS in der Reihe Hochschulplanung als Band 176 veröffentlichte Datenreport bildet eine solide Grundlage für ein entsprechendes künftig regelmäßig zu pflegendes Monitoring-System des Landes.



In diesem Umfang und mit dieser Akzentuierung ist zum ersten Mal die breite Datenbasis der HIS-Untersuchungen, ergänzt um relevante Daten der amtlichen Statistik, genutzt worden, um zentrale Aussagen in Bezug auf Effizienz und Effektivität des Hochschulsystems eines Landes ableiten zu können. Damit ist ein Vorbild geschaffen worden, dessen sich Controllingkonzepte für den Hochschulbereich in anderen Ländern bedienen können. Es kommt nun darauf an, ein solches Werkzeug weiter zu entwickeln und in Bezug auf seine Relevanz ständig zu überprüfen. Letztere erweist sich daran, dass ein solches System hilft, Stärken und Schwächen der einzelnen Elemente des Systems zu identifizieren und daraus abgeleitet verstärkten Diskussions- und Handlungsbedarf zu signalisieren.

Studienzeiten, Wechselverhalten und Studienerfolg sind neben Kostengrößen, monetärer und personeller Ausstattung sowie der Auslastung der Kapazitäten wichtige Größen im Zusammenhang einer Beurteilung der Effektivität und Effizienz eines Hochschulsystems. Im Folgenden werden einige zentrale Befunde zu nicht-monetären Größen genannt:
Bei einer Gesamtbetrachtung der Befunde zum Studienverhalten zeigt sich, dass die Absolventen in Mecklenburg-Vorpommern zwar vergleichsweise schnell zu ihrem Studienabschluss kommen, dass aber der Studienerfolg zu gering ausfällt. Es lässt sich ein ausgeprägtes Schwundproblem diagnostizieren, das auch die Ausstattungs- und Kostengrößen negativ beeinflusst. Vor allem die beiden Universitäten des Landes leiden unter einer Abwanderung in andere Länder.

Die einwohnerbezogene Ausstattung mit Studienplätzen ist im Bereich der Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Ländern leicht unterdurchschnittlich. Bei der Interpretation dieses Befunds sind allerdings die unterschiedlichen demografischen Entwicklungen in den alten und neuen Ländern zu berücksichtigen. Die Altersgruppe der 18-21-Jährigen wird sich in den neuen Ländern bis 2020 nahezu halbieren; deshalb sollte auch die Auslastung der Studienplätze - d.h. deren Relation zu den tatsächlichen Studierendenzahlen - in die Betrachtung einbezogen werden. Diese ist in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Ländern relativ niedrig. Dies gilt tendenziell für alle Fächergruppen an Universitäten. Die Auslastung an den Fachhochschulen ist dagegen vergleichsweise durchschnittlich.

Die Zahl der Absolventen je Studienplatzäquivalent - ein Indikator für die Auslastung und den Studienerfolg und damit auch für die Effizienz des Studiums - ist für die Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Ländern relativ niedrig. Dies ist sowohl auf die niedrige Auslastung als auch auf überdurchschnittlichen Schwund zurück zu führen. Die Zahl der Absolventen je Studienplatzäquivalent ist dagegen an den Fachhochschulen vergleichsweise durchschnittlich.

Im Weiteren werden die wichtigsten Befunde zur monetären Ausstattung der Studienplätze und zu den Kosten der Hochschulausbildung dargestellt:

Die Studienplätze sind an Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Ländern in fast allen Fächergruppen unterdurchschnittlich mit finanziellen Mitteln ausgestattet. Die universitäre Lehre kann in Mecklenburg-Vorpommern offenbar recht kostengünstig durchgeführt werden, wobei sich u.a. auch die Ost-Tarife auswirken dürften. Die Ausstattung der Studienplätze an den Fachhochschulen ist je nach Fächergruppe über- oder unterdurchschnittlich.
In Mecklenburg-Vorpommern sind die laufenden Grundmittel je Studierendem für Universitäten bis 2000 niedriger als im Durchschnitt der anderen neuen Flächenländer, im Jahr 2002 liegen sie allerdings oberhalb dieses Niveaus. Grund hierfür ist vor allem ein etwas langsameres Wachstum der Studierendenzahlen als in den anderen neuen Bundesländern. Das Ausgabenniveau der Universitäten (ohne Medizin) liegt in Mecklenburg-Vorpommern noch deutlich über dem in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

Für die Fachhochschulen des Landes sind die laufenden Grundmittel je Studierendem in allen Jahren höher als im Durchschnitt der neuen Flächenländer und deutlich höher als in den alten Flächenländern. Nach Niedersachsen und Sachsen waren hier die Ausgaben im Bundesvergleich im Jahr 2003 am dritthöchsten.

Die laufenden Ausgaben je Absolvent sind in Mecklenburg-Vorpommern von 1996 bis 1998 aufgrund eines Rückgangs der Absolventenzahlen um 26% gestiegen. In den Folgejahren wachsen die Absolventenzahlen in Mecklenburg-Vorpommern langsamer (+ 8%) als in den anderen neuen Flächenländern (+ 20%), was die vergleichsweise ungünstigeren Werte für Mecklenburg-Vorpommern für 2002 und 2003 erklärt.

Die für Fachhochschulen verausgabten Grundmittel je Absolvent sind in den neuen Flächenländern und besonders deutlich in Mecklenburg-Vorpommern gesunken. Waren die laufenden Grundmittel in Mecklenburg-Vorpommern 1996 noch nahezu viermal so hoch wie in den alten Bundesländern, bewegen sie sich 2003 auf dem Niveau der alten Flächenländer, in denen (vergleichbar zum Bundesdurchschnitt) die Ausgaben je Absolvent von 1996 bis 2003 um ca. 50% angestiegen sind. Die starke Abnahme der laufenden Grundmittel je Absolvent in Mecklenburg-Vorpommern ist vermutlich auf die Überwindung der Aufbauphase des Fachhochschulwesens zurück zu führen: Seit 1996 hat sich die Absolventenzahl mehr als verdreifacht, während die Ausgaben nur um ca. 30% gestiegen sind.

Hochschulplanung 176. 2005. 168 S. ISBN 3-930447-69-X. € 25,-

Weitere Auskünfte: Dr. Michael Leszczensky, HIS Hannover, Tel.: 0511/1220-225,
E-Mail: leszczensky@his.de

Dr. Jürgen Ederleh | idw
Weitere Informationen:
http://www.his.de/Service/Publikationen/Hp

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