Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PISA und die Folgen für die Weiterbildung

14.07.2005


"Was Hänschen nicht lernt, muss Hans nachholen"

... mehr zu:
»PISA

Seit Jörg Pilawas TV-Sendung "Pisa - Der Ländertest" wissen wir: Bremen hat im Bildungsvergleich der Bundesländer die Nase vorn. Dass die Realität anders aussieht, zeigen die jetzt veröffentlichten Ergebnisse des PISA Bundesländervergleichs. An der Spitze liegt erneut Bayern, die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen sind Schlusslicht.

Dabei konzentriert sich der Ländervergleich, der sog. "PISA E 2003", besonders auf den Zusammenhang von Migrationshintergrund und Bildungserfolg. Mit rund 10% Ausländeranteil müssen Deutschlands Schulen gegenüber Ländern wie Finnland mit einem Anteil von 1,2% weitaus mehr Integrationsarbeit leisten. Mit ernüchterndem Ergebnis: 10% aller Jugendlichen verlassen in Deutschland Jahr für Jahr die Schule ohne einen Schulabschluss. Jeder fünfte Schulabbrecher ist nicht-deutscher Herkunft. Ein Trend, der sich bezogen auf die Weiterbildung fortführt: Nur 18% der in Deutschland lebenden Ausländer nehmen an Weiterbildung teil (ein Großteil davon an Sprachkursen). Dem stehen rund 30% der Deutschen zwischen 19-64 Jahren gegenüber.


"Deutschland hat nicht nur ein gravierendes Leistungsproblem, sondern auch ein besorgniserregendes Gerechtigkeitsproblem. Das gilt für die schulische Bildung wie auch für die Weiterbildung", so der Kommentar von Hans Ulrich Nordhaus, Vorsitzender der Konzertierten Aktion Weiterbildung (KAW). Zwar ließen sich in Deutschland bei PISA 2003 gegenüber der 2000er Studie Verbesserungen feststellen, diese sind aber ausschließlich auf die Verbesserungen in Gymnasien zurückzuführen. In den Hauptschulen hat sich seither nichts getan. Ein Umstand, der sich auch in der Weiterbildungsbeteiligung niederschlägt. Von Personen mit niedriger schulischer oder beruflicher Bildung nimmt nur jeder fünfte an Weiterbildung teil, dagegen sind es bei den Hochqualifizierten über 60 Prozent.

In Reaktion auf PISA hat sich die bildungspolitische Debatte bislang fast ausschließlich auf frühkindliche und schulische Bildung konzentriert. Was fehlt, ist eine Architektur des lebensbegleitenden Lernens. "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr - dieses Sprichwort ist in einer Gesellschaft, in der Bildung und Wissen zu den Innovationstreibern gehören, längst überholt", so Nordhaus. "Wir brauchen ein durchlässiges Bildungssystem, dessen Fundament eine gute Vorschulerziehung und Schulbildung ist, das jedoch ständige Weiterbildung gewährleistet, Bildungsabbrechern eine 2. Chance eröffnet und "Bildungsarme" an Weiterbildung heranführt."

Die Konzertierte Aktion Weiterbildung (KAW) ist ein unabhängiges Sachverständigengremium für alle Bereiche der Weiterbildung. Sie fungiert - unabhängig und überparteilich - als Ansprechpartner und Impulsgeber für Lebenslanges Lernen und wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Christina Marx | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kaw-info.de

Weitere Berichte zu: PISA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie