Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unis brauchen internationalen Spitzen-Nachwuchs

28.06.2005


Damit die Allerbesten kommen: Fachverbände fordern Stipendien-Programm

... mehr zu:
»Stipendiensystem »Stipendium

Gemeinsame Erklärung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V. (DPG), der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. (GDCh), des Verbunds biowissenschaftlicher und biomedizinischer Gesellschaften e.V. (vbbm) und der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) e.V.

Zur Hochschulausbildung ausländischer Studierender in Deutschland


An deutschen Hochschulen geht es heute weitaus internationaler zu als noch vor zehn Jahren. Studierten im Jahre 1993 noch rund 125.000 junge Menschen aus dem Ausland an unseren Universitäten, so hatte sich diese Zahl bereits im Jahr 2003 um mehr als 100.000 erhöht: Das geht aus einer kürzlich vorgelegten Studie des Deutschen Studentenwerks hervor. Diese für die akademische Welt erfreuliche Entwicklung hat mehrere Ursachen: die intensiven Bemühungen von Bund und Ländern, die Zahl ausländischer Studierender zu erhöhen, das nach wie vor studiengebührenfreie Studium in Deutschland, aber auch die schärferen Einwanderungsbedingungen, die in den USA seit dem 11. September 2001 gelten. Doch die erwünschte – und für den weltweiten Wettbewerb dringend benötigte – Internationalisierung bringt auch Probleme mit sich. Zwei davon bedürfen besonderer Aufmerksamkeit: Zum einen reichen – zumindest im naturwissenschaftlichen Bereich – die fachlichen Voraussetzungen ausländischer Studierender für ein Studium der Physik, Chemie oder Biologie in Deutschland nicht immer aus; zum anderen befinden sich viele ausländische Studierende in einer schwierigen bis katastrophalen finanziellen Situation.

Zum mangelnden fachlichen Vorwissen kommen in einigen Fällen schlechte Sprachkenntnisse hinzu, so dass diese Studierenden einer Vorlesung oder einem Seminar nicht folgen können. Das zunehmende Angebot von englischen Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen ist oftmals keine Hilfe, da auch die Englischkenntnisse zahlreicher Studierender, insbesondere aus einigen asiatischen Ländern, Lücken aufweisen.

Die finanzielle Ausstattung ausländischer Studierender – besonders auch von solchen, die sich bereits im Hauptstudium befinden – ist häufig desolat. Stipendien aus dem Heimatland sind kaum vorhanden, von deutschen Institutionen bereitgestellte Mittel reichen nicht aus. Wir benötigen begabten akademischen Nachwuchs dringend. Noch gezielter als bisher sollten wir deshalb dafür sorgen, dass Deutschland auch wirklich ein bevorzugtes Ziel der Besten, der kreativsten Köpfe und leistungsfähigsten Talente wird.

Die naturwissenschaftlichen Fachverbände fordern daher: In Deutschland muss - mit Bezug auf die Aufnahme ausländischer Studierender - ein umfassendes, streng leistungsorientiertes Stipendiensystem aufgebaut werden. In dieses müssen sowohl Spenden- und Stiftungsgelder als auch staatliche Mittel fließen.

Zurzeit erscheint es unrealistisch, ein Förderungsprogramm auf Darlehensbasis aufzubauen. Vielmehr müssen, will man den Hochschulstandort Deutschland sichern und sogar weiter ausbauen, unverzüglich beträchtliche Finanzmittel in dieses Stipendienprogramm investiert werden. Die Kopplung eines Leistungsbewertungssystems mit diesem Stipendiensystem ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass sich die talentiertesten und leistungsfähigsten ausländischen Studierenden für den Studienort Deutschland entscheiden. Ein solches gekoppeltes System könnte sowohl zentral (z.B. über den DAAD) als auch über die lokalen Universitätsauslandsämter aufgebaut werden.

Das Angebot an Stipendien in den USA macht dieses Land für viele - und besonders auch für die leistungsfähigsten - ausländischen Studierenden so attraktiv. Ähnliche Anreize für Deutschland zu schaffen wäre ein enormer Schritt in Richtung einer vorausschauenden und zukunftsorientierten Bildungspolitik.

Für die vier Gesellschaften erteilt Auskunft:
Professor Dr. Henning Hopf
Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker Technische Universität Braunschweig Institut für Organische Chemie
Hagenring 30
38106 Braunschweig
Tel.: 0531/391-5255
Fax: 0531/391-5388
E-Mail: h.hopf@tu-bs.de

Dr. Renate Hoer | Gesellschaft Deutscher Chemiker
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

Weitere Berichte zu: Stipendiensystem Stipendium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die Kieler Förde – ein Trainingsbecken für Miesmuscheln

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskop im Kugelschreiberformat: Auf dem Weg zur endoskopischen Krebsdiagnose

28.04.2017 | Medizintechnik

Leipziger Forscher kreieren borhaltiges künstliches Vitamin

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie