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IT-Potentiale erkennen - und zum Wissens- und Technologietransfer in der Berufsbildung nutzen!

19.05.2005


Wie kann mit dem Einsatz und der Nutzung von PC- und netzgestützten Medien und Technologien (E-Learning) die Qualität der beruflichen Aus- und Weiterbildung gesichert und befördert werden? Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das dieser Frage in verschiedenen Forschungsprojekten nachgeht, stellt ausgewählte Ergebnisse seiner Untersuchungen jetzt in mehreren Veröffentlichungen vor. Gemeinsames Fazit der Forschungsarbeiten: Die neuen Medien und Technologien bieten vielfältige Möglichkeiten für eine Förderung des Wissens- und Technologietransfers in der Berufsbildung - doch diese Potentiale werden in der Berufsbildungspraxis noch nicht genügend ausgeschöpft. Beim Einsatz und der Nutzung zentraler Gestaltungselemente des E-Learning, so u.a. den netzgestützten Lerninfrastrukturen, den Online-Communities sowie den Herstellerinformationen steht die Berufsbildung erst am Anfang!

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Wie sind diese IT-gestützten Lehr- und Lernarrangements in die Berufsbildung zu integrieren - und was können sie bewirken?

§ Netzgestützte Lerninfrastrukturen können einem ganzen Berufsfeld als virtuelles Informations-, Kommunikations- und Lernmittel dienen. Verankert auf einer Lernplattform / einem Server, enthalten sie fach- und zielgruppenspezifische Informationen, Anleitungen und Lerninhalte, die miteinander verknüpft werden können. Netzgestützte Lerninfrastrukturen machen es möglich, von den verschiedensten Lernorten (Berufsschule, Überbetriebliche Ausbildungseinrichtung, Betrieb u.a.) die benötigten Informationen abzurufen, um mit Medien die Ausbildung systematisch zu unterstützen, aktuelle Probleme zu lösen oder auch entstandene Fragen zu klären.


Ein Beispiel für eine netzgestützte Lerninfrastruktur ist das Elektro- und Informationstechnische Kompetenznetzwerk Elkonet, eine Lerninfrastruktur für die handwerklichen Elektroberufe. Elkonet wird mit Unterstützung des BIBB von mehreren Bildungseinrichtungen aufgebaut und weiterentwickelt, ist im Internet abrufbar unter www.elkonet.de sowie unter ueba.elkonet.de/

Welche Rolle virtuelle Lerninfrastrukturen im Rahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung einnehmen können, war Thema eines vom BIBB und den Betreibern von Elkonet durchgeführten Workshops. Ein Ergebnis der Veranstaltung: In Bereichen, in denen Prozesse und Technologien computer- und netzgestützt geplant und durchgeführt werden und sich der Einsatz der IuK-Technologien bis hin zur digitalen Fabrik immer stärker abzeichnet - so z.B. in der Chemieindustrie, dem Maschinenbau, der Automobilindustrie, aber auch in innovativen Handwerksbetrieben z.B. der Elektrotechnik, der Informatik und der Gebäudesystemtechnik -, wird in Zukunft die Realisierung prozessintegrierter Lerninfrastrukturen möglich (und nötig) sein: Prozessplanung und Prozesssteuerung werden dann mit Lerninfrastrukturen gekoppelt sein können. Die Dokumentation des Workshops wurde vom BIBB online veröffentlicht - abrufbar unter
www.bibb.de/dokumente/pdf/Workshop-Zinke-gesamtdokument.pdf

§ Online-Communities können sich aus Lerninfrastrukturen entwickeln, wenn dort das Bedürfnis entsteht, mit Anderen berufsbezogen oder aber auch berufsfeldübergreifend zu kommunizieren. Informelle Personengruppen oder -netzwerke, die gemeinsame Interessen haben und sich über spezifische Fragen austauschen oder Probleme lösen möchten, können hier miteinander in Kontakt treten, Wissen und Erfahrungen austauschen und dabei voneinander lernen. Leitendes Prinzip der Online-Communities ist das des Gebens und Nehmens.

Eine vom BIBB durchgeführte Onlinebefragung zur Nutzung berufsbezogener Online-Communities bestätigt, dass dieses Prinzip von ihren Teilnehmern/innen angenommen und zur Kommunikation von Erfahrungswissen genutzt wird: Fragen werden gestellt - und beantwortet, Anregungen werden ausgetauscht und Hilfestellungen zur Lösung aktueller Probleme gegeben. Ergebnis der Befragung ist jedoch auch, dass Communities in erster Linie von der Initiative, Motivation und Arbeitssituation der Nutzer/innen abhängt - Unternehmen setzen sie nur selten zum Wissenstransfer ein. Die Ergebnisse der Online-Befragung sind online abrufbar unter www.bibb.de/dokumente/pdf/Magdeburg-zinke1.pdf

Um die Nutzung von Online-Communities im Rahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung anzuregen und zu unterstützen, hat das BIBB Checklisten und Gestaltungsempfehlungen für die Planung ihres Einsatzes in der Berufsbildungspraxis entwickelt - online abrufbar unter www.bibb.de/dokumente/pdf/a32_org_materialien_checklisten_online_communities.pdf

§ Herstellerinformationen können an netzgestützte Lerninfrastrukturen angekoppelt werden und sie vervollständigen. Untersuchungen zum Ausmaß auftragsbezogenen informellen E-Learnings in Handwerk und KMU mit netzgestützten Informations-, Instruktions- und Qualifizierungsangeboten der Hersteller zeigen, dass dieses Angebot im betrieblichen Alltag häufig genutzt wird. Besonders in der Gebäude-Leittechnik und im Maschinenbau ist das informelle E-Learning mit Herstellersoftware, Servern und Communities bereits Teil der modernen Auftrags- und Facharbeit geworden (s. dazu die o.a. Workshopdokumentation).

"Neue Medien im Einsatz. Praxisbeispiele aus der Berufsbildung": Mit dieser aktuell erschienenen Veröffentlichung dokumentiert das BIBB die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der neuen Medien in der Berufsbildung. Vorgestellt werden acht Good-Practice-Beispiele - angefangen bei "Virtuellen Lernszenarien" über "E-Planspiele" bis hin zum "Aufstieg online" -, die neue Lernformen in der Berufsbildungspraxis veranschaulichen und zu ihrer breiteren Nutzung anregen wollen.

Dr. Ilona Zeuch-Wiese | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de

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