Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlüsselqualifikationen für ein MBA - Studium

27.07.2001


VDE - Zukunftsanforderungen


VDE - Neue Qualifikationen sind Nötig


Globalisierung, Strukturwandel und Schlüsseltechnologien sind einige der Megatrends, die einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung des Arbeitsumfeldes und damit auch auf die Qualifikation von Mitarbeitern haben werden. Welche Schlüsselqualifikationen werden in der Zukunft verlangt? Kann ein MBA - Studium diese Berufsqualifikationen vermitteln?

Deutsche Unternehmen verlangen von ihren Nachwuchsführungskräften neben Fachwissen soziale Kompetenz, interdisziplinäres Denken, eine überdurchschnittliche Problemlösekompetenz und ein erkennbares Führungspotenzial. Die am häufigsten vermissten Eigenschaften sind ausgeprägte Führungsqualitäten sowie die Fähigkeit zur Selbstkritik, so das Ergebnis einer kürzlich von der Kienbaum Exekutive Consultants GmbH (KEC) vorgelegten "High Potential Studie". In den genannten Kategorien unterscheiden sich die "High Potentials" deutlich von "normalen" Absolventen. Gute akademische Leistungen und Methodenwissen spielen laut Studie bei der Abgrenzung nur noch eine untergeordnete Rolle.

Was sind Schlüsselqualifikationen? Experten der DEKRA Akademie gingen diesen Fragen ebenfalls nach und analysierten Tausende von Stellenangeboten. Ihr Fazit: Der Einzelkämpfer alter Prägung hat ausgedient, Teamfähigkeit gekoppelt mit Engagement und Eigeninitiative sind gefragt. Bringt der Interessent auch noch Berufserfahrung und Englischkenntnisse mit, hat er - das notwendige Fachwissen vorausgesetzt - beste berufliche Chancen. Insgesamt wurden 32.573 Begriffe gezählt (wobei Mehrfachnennungen möglich waren) und anschließend zwölf Gruppen von Qualifikationen zugeordnet. Dabei konnten die folgenden "Top-Five" 70 Prozent der Nennungen auf sich verbuchen:

Arbeitsverhalten - hier dominierten die Schlüsselqualifikationen Selbstständigkeit, kundenorientiertes Verhalten und Lernbereitschaft.

Soziale Kompetenzen - Teamfähigkeit führte das Ranking an.

Berufserfahrung - die von fast der Hälfte aller Unternehmen vorausgesetzt wurde (16,7 % sprachen dagegen gezielt Berufsstarter sowie Neu- und Wiedereinsteiger an).

Leistungs- und Gestaltungsmotivation - hier machten Engagement, Eigeninitiative und Eigenmotivation zusammen zwei Drittel der Nennungen aus.

Fachübergreifende Kompetenzen - der Begriff lag überraschend weit vor den unter-nehmerischen Fähigkeiten.

Die weiteren Gruppen teilten sich die übrigen 30 Prozent:

Persönlichkeitsmerkmale - vor allem Flexibilität, Verantwortungsbewusstsein und Aufgeschlossenheit. Fremdsprachen - ohne Englischkenntnisse sinken die Chancen für Bewerberinnen und Bewerber rapide, sie werden in mehr als 80 Prozent aller Ausschreibungen konkret gefordert. Kommunikative Fähigkeiten - in mehr als 60 Prozent aller Inserate wird ein ausgeprägtes Kommunikationsvermögen verlangt. Führungsverhalten - sollte vereint sein mit Durchsetzungs- und Überzeugungsvermögen. Gepflegte äußere Erscheinung und sicheres Auftreten gewünscht. Emotionale Stabilität - hier zählt vor allem die Belastbarkeit. Verkäuferische Fähigkeiten landeten am Ende des Rankings.

Aus älteren Untersuchungen des BIBB (1997) und aus der Delphi Studie von 1997 lassen sich weitere Trends für die Zukunft erkennen. Führungskräfte sollten folgende Fähigkeiten und Kenntnisse haben, um den mit der Internationalisierung des Wirtschaftens und der Globalisierung des Wettbewerbs um Arbeitsplätze und Betriebsstandorte verbundenen Herausforderungen zu entsprechen.

Zum ersten ist hohe fachliche Kompetenz die entscheidende Grundlage für die berufliche Arbeit im internationalen Kontext und Basis der "internationalen Qualifikation".
Fremdsprachenkompetenz ist die zweite, für internationales berufliches Handeln selbstverständliche Fähigkeit, wobei die Beherrschung der englischen Sprache oberste Priorität hat.
Interkulturelle Kompetenz ist die dritte entscheidende Dimension. Sie umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Fähigkeiten und Kenntnisse, die im Kontakt mit ausländischen Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern erworben werden können.

Zahlreiche zukünftige Führungskräfte aber auch Unternehmen interessieren sich deshalb für den MBA-Abschluss. Ziel ist es unternehmerische Schlüsselqualifikationen zu erwerben, um im Unternehmen das betriebswirtschaftliche "Know How" zu erhöhen. Die zum Teil sehr durchstrukturierten MBA-Programme geben den teilnehmenden Führungskräften oft nur begrenzt die Chance, die dem Unternehmen wichtigen Fähigkeiten zu erlernen bzw. umzusetzen. Die Anlyse von MBA-Programmen zeigt eindeutig, dass ein MBA-Programm für Unternehmen immer - unabhängig von dem besuchten Kurs - unverbindlich bleibt, wenn es nicht in ein längerfristiges Personal-Entwicklungsprogramm eingebettet ist.


Autor: Detlev Kran
Anschrift: FIBAA, Adenauerallee 8a, 53113 Bonn, Tel.: 0049/228/104-4300, Fax: +49/228/104-4303 oder E-Mail kran@fibaa.de.

Dipl.-Päd.;MBA(USA) Detlev Kran | idw

Weitere Berichte zu: Führungskraft MBA MBA-Programm Schlüsselqualifikation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie