Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Über 5% der deutschen Wirtschaftswissenschaftler erwerben einen MBA-Abschluss

24.07.2001


Deutsche MBA-Absolventen: Weltweit gibt es jährlich ca. 130.000 MBA-Absolventen. Etwa 1.600 deutsche Studierende schließen jährlich (Stand 1999) die Ausbildung mit dem Titel MBA ab. Damit hat sich die Zahl seit 1990 (geschätzte 500-1000) fast verdoppelt. Einen Überblick über den MBA-Markt und die MBA-Anbieter in Deutschland finden Sie in der Kurzfassung einer MBA-Studie des BMBF. Die Untersuchung kann auf der Homepage des BMBF bestellt werden unter http://www.bmbf.de/brosch.htm

Die nun vorliegende Studie zeigt, dass es den MBA als überschaubares Angebot mit eindeutig bestimmbaren Inhalten nicht gibt. Zudem weist die Vielzahl der Programme innerhalb ihrer verschiedenen Organisationsformen immer größere Unterschiede auf, die vom Ablauf über die Lehrinhalte des Studiums bis hin zu den methodischen und pädagogischen Komponenten reichen.

Hinzu kommen große Unterschiede in der Zusammensetzung von Lehrkörper und Studentenschaft. Bisher gibt es in der zugänglichen Literatur - wissenschaftlich wie kommerziell - keinen umfassenden Überblick über die MBA Angebote in Europa und den USA. Selbst beim Abgleich dieser Quellen finden sich darin nur rund 50% bis 80% der Programme, die am Markt angeboten werden. Mit der vorliegenden Studie wird angesichts dieser Situation zum ersten Mal der Versuch unternommen, einen gesicherten Überblick über den MBA-Markt aus deutscher Sicht zu geben. Weiterhin enthält die Studie eine Übersicht von über 80 Anbietern von MBA-Programmen in Deutschland. Die Ergebnisse der Anbieterbefragung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Der MBA-Markt und die MBA-Anbieter

Anbieter: Weltweit gibt es ca. 1300 bis 1500 Anbieter mit rund 5000 Programmen davon ca. 900 Anbieter in den USA und ca. 120 Anbieter in Großbritannien. In Deutschland gibt es im Sommer 2000 rund 80 Anbieter, die rund 100 MBA-Programm anbieten bzw. anbieten wollen. Von den MBA-Programmen werden rund 10 an staatlichen Universitäten, ca. 25 an staatlichen Fachhochschulen und ca. 45 von privaten und ausländischen Anbieter/Hochschulen angeboten. Rund 90% aller Angebote sind Kooperationen bzw. Franchise Projekte zumeist mit US- amerikanischen oder britischen Hochschulen. Zum Vergleich: 1994 gab es maximal 15 Anbieter und 1997 ca. 35 Anbieter (überwiegend Private oder Ausländische) in Deutschland.

Studierende: Weltweit gibt es ca. 350.000 MBA-Studierende. Die Gesamtzahl der deutschen MBA-Studenten beträgt im Jahr 2000 ca. 2.500 bis 3.000 Studierende. Es sind z.B. im Großbritannien etwa 1.000 bis 1.200 Deutsche in Programmen eingeschrieben, die zu einem britischen MBA-Abschluss führen. Rund 750 bis 900 besuchen Programme mit einem US-Abschluss. Rund 200 bis 250 Studierende besuchen überwiegend Teilzeitprogramme in Österreich und der Schweiz. Die Anzahl der deutschen Studierenden in von deutschen Anbietern gestalteten MBA-Programmen liegt 1999 bei ca. 200 bis 250.

Absolventen: Weltweit gibt es jährlich ca. 130.000 MBA-Absolventen. Etwa 1.600 deutsche Studierende schließen jährlich (Stand 1999) die Ausbildung mit dem Titel MBA ab. Damit hat sich die Zahl seit 1990 (geschätzte 500-1000) fast verdoppelt. Der überwiegende Teil (ca. 90%) erwirbt einen ausländischen MBA-Abschluss. Wie viele davon nach dem Studium im Ausland bleiben, konnte nicht ermittelt werden.

Formen des MBA: Unterschieden wird zwischen Vollzeit-, Teilzeit-, Fernstudien-, Spezial- und Firmen-MBA. Ein Großteil der befragten Studierenden und Absolventen der Studie besucht zur Zeit Vollzeit- und Teilzeit-Programme. Im Ausland ist jedoch ein Anstieg der Fernstudien- und Teilzeitangebote zu beobachten. So studieren mittlerweile ca. 2/3 der MBA-Studierenden in GB und den USA in Fernstudien- und Teilzeitprogrammen. Im Ausland sind weiterhin rund 50% der MBA-Angebote sogenannte "Special-MBA". Diese Programmform ist in Deutschland noch selten.

Angebote: Bei der Frage nach dem erstmaligen Programmstart, wird die rasante Entwicklung, die der MBA in Deutschland in den letzten zwei Jahren genommen hat, deutlich. 3/4 der Angebote (staatliche/private/ausländische) sind in den letzten zwei Jahren entstanden, bzw. sollen 2001 beginnen.

Inhalte: Die meistem MBA-Angebote sind General Management Programme. Vertiefungen in Marketing, Finanzen, Informations- Technologie sind in der Regel möglich.

Programmdauer: Die durchschnittliche Programmdauer (Vollzeit/ Teilzeit) beträgt rund zwei Jahre, in Fernstudien-Programmen sind es durchschnittlich drei Jahre.

Zulassungsvoraussetzungen: In Deutschland ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium und ein Bewerberinterview bzw. Bewerbertest in der Regel Zulassungsvoraussetzung. Oft werden auch Berufserfahrung und der Test Of English As A Foreign Language (TOEFL) sowie der General Management Admission Test (GMAT) und Referenzschreiben des Arbeitgebers verlangt.

Lehrkräfte: Durchschnittlich stehen einem Anbieter 31 Dozenten zu Verfügung, Die Anzahl variiert dabei zwischen 6 bis 108 Dozenten. Davon sind bei den befragten Hochschulen durchschnittlich 10 hauptamtlich und 18 nebenamtlich angestellt. Das Verhältnis der Wissenschaftler zu den Praktikern beträgt in Deutschland etwa 50/50, mit einem leichten Überhang bei den Praktikern. Die MBA-Programme in Deutschland werden oft mit Hilfe von ausländischen Lehrkräften durchgeführt.

Methoden: Beim MBA in Deutschland überwiegt der "klassische Frontalunterricht" und das "Selbststudium". Bei anglo-amerikanischen MBA-Programmen der "klassische Frontalunterricht" und die Bearbeitung von "Case Studies".

Internationalität: Fast alle MBA-Programme in Deutschland haben im Vergleich zu den USA und Großbritannien eine stärkere internationale Ausrichtung (Fremdsprachen, Unterrichtsinhalte, Lehrkräfte). Ca. 70% des Unterrichts werden in Englisch abgehalten (Bandbreite: 5% bis 100%). Rund 60% der deutschen Anbieter sehen Studienabschnitte im Ausland vor.

Lerngruppe: Die Anzahl der Studierenden pro Kurs betrug 1999 in Deutschland im Durchschnitt 38 (Bandbreite von 10 bis 150 Studierenden).

Berufserfahrung: Nach Angaben der Anbieter liegt die durchschnittliche Berufserfahrung der Studierenden liegt bei etwa drei Jahren. (In der Studierenden/Absolventenbefragung liegt die Berufserfahrung dagegen bei 7,6 Jahre). Deutsche Anbieter akzeptieren im Gegensatz zu den ausländischen Hochschulen in der Regel keine Studierenden ohne Hochschulabschluss.

Studiengebühren: Die durchschnittlichen Studiengebühren in Deutschland liegen bei 10.000, mit einer Bandbreite von 0 bis 35.000. (Ausland: GB Durchschnitt 15.000 mit einer Bandbreite von 7500 bis 100.000; USA Durchschnitt 20.000 mit einer Bandbreite von 5.000 bis 50.000.)

Qualitätssicherung: Eine Evaluierung der Lehrkräfte und der Inhalte durch die Studierenden findet bei allen Anbietern statt. Im Ausland ist die freiwillige Akkreditierung/Qualitätssicherung durch externe Qualitätssicherer an Hochschulen und bei MBA Angeboten üblich. Für Bachelor- und Masterstudienangebote an staatlichen Hochschulen ist dies in Deutschland seit 1998 vom HRG vorgesehen.

Die Studie wurde von der FIBAA im Auftrag des BMBF erstellt. Die FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) ist von Akkreditierungsrat akkreditiert. Sie ist damit berechtigt das Gütesiegel des Akkreditierungsrats zu vergeben. Über eine Akkreditierung entscheiden Vertreter aus den Bereichen Wissenschaft und Wirtschaft der Länder Deutschland, Österreich, und Schweiz (D-A-CH). Anschrift: FIBAA, Adenauerallee 8a, 53113 Bonn, Tel.: 0049/228/104-4300, Fax: +49/228/104-4303 oder E-Mail kran@fibaa.de.

Dipl.-Päd.;MBA(USA) Detlev Kran | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/brosch_743.html#drei

Weitere Berichte zu: BMBF Fernstudie MBA MBA-Abschluss MBA-Markt MBA-Programm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung