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Qualifizierte Aus- und Weiterbildung für Berufsausbilder: der "Berufspädagoge IHK"

22.02.2005


Kooperationsprojekt des Augsburger Extraordinariats für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt wird mit knapp 830.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert



Der staatlich anerkannte "Berufspädagoge IHK" soll künftige am Ende einer berufsbegleitenden Weiterbildung stehen, die derzeit unter der Projektträgerschaft des Augsburger Extraordinariats für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt (Prof. Dr. Fritz Böhle) von einer Arbeitsgemeinschaft namhafter Bildungsträger und weiterer Partner erarbeitet und erprobt wird. Für die inhaltliche und methodische Entwicklung und Ausarbeitung eines entsprechenden Lehrgangs, für die Schulung der Lehrkräfte sowie für die zweimalige Erprobung dieses Lehrgangs und seine Evaluation hat das Bayerische Landesamt für Versorgung und Familienförderung (BLVF) 827.339 Euro aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung gestellt.

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Berufsausbilderinnen und -ausbilder haben in Deutschland bisher kein eigenes Berufsbild und daher auch keine geregelte qualifizierte Ausbildung. Für eine Berufstätigkeit auszubilden ist zugleich aber über alle Branchen hinweg zunehmend zu einer komplexen, eigenständigen und anspruchsvollen Aufgabe geworden. Betriebliche Ausbilderinnen und Ausbilder sind mit stetig wachsenden Anforderungen und ständigen Veränderungen in allen denkbaren Bereichen konfrontiert. Besonders (berufs)pädagogische Fähigkeiten und ein hohes Maß an Sozialkompetenz sind heute in der praktischen Ausbildung mehr denn je gefordert. Aus- und Weiterbildung verschmelzen immer mehr, Bildungscontrolling und Qualitätssicherung sind gefragt, und neue Beratungsaufgaben kommen laufend hinzu. "Es ist deshalb dringend, ja überfällig", so Böhle, "dass diejenigen, die den beruflichen Nachwuchs ausbilden, selbst auf diese komplexe Aufgabe systematisch und umfassend vorbereitet werden."

Mit Blick auf eine solche systematische und umfassende Ausbildung haben Böhle und die Partner des Projekts "Berufspädagoge IHK" ein entsprechendes Qualifizierungskonzept für ein staatlich anerkanntes Weiterbildungsberufsbild des Berufsausbilders entwickelt. An dieser Entwicklung beteiligt waren die IHK München und Oberbayern, das Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB), Bonn, eine Arbeitsgemeinschaft namhafter Träger der beruflichen Bildung sowie die Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung mbH (GAB), bei der die Projektkoordination liegt.

Der auf zwei Jahre angelegte berufsbegleitende Weiterbildungslehrgang soll in rund 700 Stunden - verteilt auf vier Pflicht- und drei Wahlmodule - praxisnah auf alle aktuellen Ausbildungsthemen eingehen. Die Module bestehen jeweils aus Einführungs- und Abschlussseminaren sowie aus verbindlichen Praxisprojekten, die durch Lerngruppentreffen und Lernprozessbegleitung unterstützt werden. Teilnehmen können hauptamtlich tätige Berufsausbilder sowie ausbildende Fachkräfte aller Branchen, die eine Fachausbildung absolviert haben und über eine mindestens zweijährige Berufsausbildung verfügen. Abgeschlossen wird der zur Qualifizierung "Berufspädagoge IHK" führende Lehrgang mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

Die beiden Pilotlehrgänge starten am 15. April und am 1. Oktober 2005 jeweils in München, Würzburg und Burghausen (Anmeldeschluss 31. März 2005). Evaluiert werden sie unter der Verantwortung Böhles von seinen Projektmitarbeiterinnen Nese Sevsay-Tegethoff, Carolina Kleebaur und Barbara Speiser.

Kontakt:
Prof. Dr. Fritz Böhle, Telefon 0821/598-4192 oder -4094, fritz.boehle@phil.uni-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.ausbilder-weiterbildung.de

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