Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die wissensbasierte Volkswirtschaft braucht nicht nur die Elite, sondern den individuell qualifizierten Jedermann

21.02.2005


IAT-Präsident Prof. Dr. Franz Lehner zu den Herausforderungen des deutschen Bildungssystems


Wer allein auf "Begabtenförderung" und "Eliteuniversitäten" setzt, plant am tatsächlichen Bedarf unserer Wirtschaft vorbei. Eine wissensbasierte Volkswirtschaft braucht nicht allein hochqualifizierte "Wissensarbeiter", die Wissen produzieren, sondern Fachkräfte, die den Überfluss an Wissen sinnvoll nutzen und in marktfähige Produkte und Leistungen umsetzen können. "Das Turbo-Gymnasium und die Elite-Hochschule für die Besten klingen zunächst plausibel, sind aber der beste Weg, um Bildung zu einem Wachstumskiller zu machen", kritisierte Prof. Dr. Franz Lehner, Präsident des Instituts Arbeit und Technik (IAT/ Gelsenkirchen) auf dem Bochumer Kongress "Zukunft Bildung" 2005.

Wissensproduktion für erfolgreiche Innovation


Denn schon in wenigen Jahren droht ein herber Mangel an qualifizierten Fachkräften - auch wenn das heute in Anbetracht anhaltend hoher Arbeitslosigkeit und immer neuer angekündigter Massenentlassungen ganz unglaublich klingt. Selbstverständlich ist es wichtig, Spitzenwissen voranzutreiben und die Wissensmaschinerie der wissensbasierten Volkswirtschaft auf vollen Touren produzieren zu lassen, aber in Wachstum und Beschäftigung schlägt sich das nur dann nieder, wenn das Wissen in Form von innovativen Produkten möglichst rasch auf den Markt gebracht wird, stellt Prof. Lehner fest. "Sieger im globalen Wettbewerb und im raschen Strukturwandel ist nicht, wer das meiste Wissen produziert, sondern wer das neueste Wissen rasch in erfolgreiche Innovation umsetzen kann".

Dazu braucht man nicht nur eine kleine Elite, sondern viele gut qualifizierte Arbeitskräfte auf allen Ebenen. Man braucht unter anderem erfahrene und gut qualifizierte Facharbeit in der Produktion, um ein neues innovatives Produkt fehlerfrei und mit hoher Qualität und Produktivität zu produzieren.

Individuelle Bildung in Spitze und Breite

Das Bildungssystem in Deutschland repräsentiert noch zu stark eine frühindustrielle Welt - die Welt der Massenproduktion, die eine kleine gebildete Elite braucht und sonst mit Masse ohne Klasse zufrieden ist. Die moderne industrielle Produktion verlangt die Verbindung von Masse mit Klasse - also qualifizierte Arbeitskräfte auf allen Ebenen. Die wissensbasierte Volkswirtschaft geht noch weit darüber hinaus und fordert die Verbindung von Masse mit Spitze und eine auf jedes einzelne Kind individuell ausgerichtete Bildung.

Gerade dem deutschen Bildungssystem fällt es jedoch immer noch sehr schwer, Menschen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen entsprechend ihren spezifischen Fähigkeiten, Neigungen, Kompetenzen und Erfahrungen qualifiziert zu bilden und zu fördern und damit eine hohe Qualität der Bildung für alle Menschen abzusichern. "Nur wenn das gelingt, wird Bildung in der wissensbasierten Volkswirtschaft zur Jobmaschine", so Prof. Lehner.

Wissensbasiertes Bildungssystem

Ob wir den Sprung zur wissensbasierten Volkswirtschaft erfolgreich schaffen, hängt davon ab, wie wir in den nächsten Jahren unser Bildungssystem gestalten. Folgende Anforderungen sieht Lehner: Ein wissensbasiertes Bildungssystem ...

o nutzt für die Gestaltung seiner Lernprozesse und seiner Organisation systematisch das neueste Wissen aus Wissenschaft und bester Praxis sowie die Erfahrungen seiner Lehrenden,

o richtet seine Lernprozesse konsequent auf das individuelle Wissen und die individuellen Fähigkeiten der Lernenden aus,

o betrachtet das Wissen, die Kompetenz und die Motivation der Lehrenden als zentrale Ressource und investiert systematisch in deren Weiterentwicklung,

o braucht viel Wissen, Engagement und Freiräume, aber wenig Regulierung und noch weniger Bürokratie!

Informationen zum Kongress "Zukunft Bildung" und zum Bochumer Memorandum: "Bildung für alle - Auf das Ergebnis kommt es an" unter http://www.zukunftbildung.de

Für weitere Fragen steht
Ihnen zur Verfügung:

Prof. Dr. Franz Lehner
Durchwahl: 0209/1707-113

Pressereferentin
Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iatge.de
info@iatge.de

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iatge.de
http://www.zukunftbildung.de

Weitere Berichte zu: Arbeitskraft Bildungssystem Elite Lernprozess Volkswirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau