Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

192 Millionen Mark für die Wissenschaft im Jahr 2000

11.07.2001


Neue Impulse für junge Forscher, für interdisziplinäre und
internationale Zusammenarbeit

192,5 Millionen Mark hat die VolkswagenStiftung im vergangenen Jahr wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland zur Verfügung gestellt - immer gemäß ihrem Auftrag, Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre zu fördern. Dabei gingen die allgemeinen Fördermittel in Höhe von 118,7 Millionen Mark zu knapp 38 Prozent an die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften (S. 148)*, zu gut 35 Prozent an die Biowissenschaften einschließlich der Medizin und zu 23 Prozent an die Natur- und Ingenieurwissenschaften einschließlich der Mathematik. Der Rest entfiel auf Fachgebietskombinationen. Der satzungsgemäß an wissenschaftliche Einrichtungen in Niedersachsen zu vergebende Anteil, das so genannte Niedersächsische Vorab, belief sich 2000 auf 73,8 Millionen Mark (S. 121 ff).

Mit einem Kapital von mittlerweile 3,9 Milliarden Mark und einem - in der Rückschau des vergangenen Jahrzehnts - inzwischen stabilen Fördervolumen von jährlich etwa 180 bis 190 Millionen Mark ist die VolkswagenStiftung einer der größten privaten Wissenschaftsförderer in Europa. Auch bei der Bewirtschaftung ihres Vermögens ist die Stiftung wieder erfolgreich gewesen. "Wir sind sehr froh, erneut auf ein gutes Jahr zurückblicken zu können", sagte Kuratoriumsvorsitzende Helga Schuchardt bei der Jahrespressekonferenz der Stiftung. Denn nur so sei es möglich, immer wieder neue Aktivitäten in der Wissenschaftsförderung zu entfalten und Entwicklungen voranzutreiben. Beispiele für neue Initiativen finden sich wie in jedem so auch im Jahr 2000: das neue Programm "Nachwuchsförderung in der fächerübergreifenden Umweltforschung" und der Schwerpunkt "Komplexe Materialien: Verbundprojekte der Natur-, Ingenieur- und Biowissenschaften", in dem in der vergangenen Woche die ersten Bewilligungen ausgesprochen wurden (s. Pressemitteilung vom 5. Juli 2001).

Die unabhängige, in Hannover ansässige Institution - 1961 von der Bundesrepublik und dem Land Niedersachsen errichtet - hat sich im Jahr 2000 auch wieder um die grenzüberschreitende Wissenschaftsförderung verdient gemacht. So wurden an ausländische Einrichtungen, an deutsche Einrichtungen im Ausland sowie zu Gunsten ausländischer Kooperationspartner im Rahmen von Inlandsbewilligungen für 103 Projekte 13,2 Millionen Mark vergeben. Auf das europäische Ausland entfielen 7,3 Millionen Mark, auf das außereuropäische 5,9 Millionen Mark. 17,4 Prozent der Auslandsförderung lassen sich den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, 82,6 Prozent den Bio-, Natur- und Ingenieurwissenschaften zuordnen.

"Damit belegt die Stiftung einmal mehr, wie sehr ihr die Wissenschaftsförderung über staatliche wie disziplinäre Grenzen hinweg am Herzen liegt", betont der Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Dr. Wilhelm Krull. Er stellte bei der Jahrespressekonferenz auch die gerade beschlossenen neuen Förderinitiativen des Jahres 2001 vor: das "Tandem-Programm zur Förderung der fachübergreifenden Zusammenarbeit von Postdoktoranden" und den Schwerpunkt "Innovationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft" (s. Pressemitteilung vom 10. Juli). Auch hier sollen die Wissenschaftler wieder mit Nachdruck zu interdisziplinärer Zusammenarbeit und internationalem Austausch angeregt werden. Dabei geht es nicht zuletzt darum, vor allem jungen Forschern besser den Boden zu bereiten. "Gerade jene sind es, die im nationalen und internationalen Wettstreit immer heftiger umworben werden", unterstreicht Krull. In der Kombination unterschiedlicher Aktivitäten auf diesem Gebiet - dazu gehört ebenso das Nachwuchsgruppenprogramm (zu neuen Bewilligungen in dem Programm s. Pressemitteilung vom 2. Juli) - habe die VolkswagenStiftung einen Innovationsschub für die hiesige Wissenschaftslandschaft geleistet. "Und der strahlt weit über die Grenzen des Landes und kommt damit auch dem Ansehen des Hochschulstandortes Deutschland im Ausland zugute."

Von Seiten der Forschung gab es auch im Jahr 2000 wieder eine große Nachfrage an Fördermitteln. In Zahlen: 1 057 Anträge über eine Gesamtantragsumme von 417,7 Millionen Mark gingen bei der Stiftung ein. Bei den allgemeinen Fördermitteln konnten im vergangenen Jahr 43,1 Prozent der eingereichten Anträge und 29,3 Prozent der insgesamt beantragten Summe bewilligt werden. Das zeigt: Durch das Begutachtungssystem der Stiftung wird ein hoher Qualitätsstandard sichergestellt. "Dabei praktiziert die Stiftung mit zunehmendem Erfolg ein zweistufiges Antragsverfahren, bei dem zunächst Projektskizzen geprüft und erst nach erfolgreicher Vorprüfung in begrenzter Zahl Anträge entgegengenommen werden", erläuterte Kuratoriumsvorsitzende Helga Schuchardt. Deutlich sei hierbei zu erkennen, dass Anregungen aus der Skizzenbegutachtung äußerst ernst genommen würden, meint Generalsekretär Dr. Wilhelm Krull: "Das fördert bereits im Vorfeld einer Antragstellung Exzellenz."

*) Seitenverweise beziehen sich auf den Jahresbericht 2000

Beachten Sie bitte die folgende Zusammenstellung zu Fakten und Zahlen.

Fakten und Zahlen aus der Förderstatistik (Jahresbericht 2000)

  • Im Jahr 2000 wurden 192,5 Millionen Mark vom Kuratorium bewilligt:
    118,7 Millionen Mark für allgemeine Fördermittel und
    73,8 Millionen Mark für das Niedersächsische Vorab.
  • Allgemeine Fördermittel:
    1. 44,6 Millionen Mark kamen den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften zugute (212 Vorhaben),
    2. 42 Millionen Mark den Biowissenschaften einschließlich der Medizin
      (86 Vorhaben),
    3. 21,4 Millionen Mark den Naturwissenschaften und der Mathematik
      (100 Vorhaben),
    4. 5,9 Millionen Mark den Ingenieurwissenschaften (22 Vorhaben) und
    5. 4,8 Millionen Mark entfielen auf Fachgebietskombinationen (16 Vorhaben).
    6. 1 057 Anträge über eine Gesamtantragsumme von 417,7 Millionen Mark gingen bei der Stiftung ein
  • Bewilligungen bei den allgemeinen Fördermitteln im Jahr 2000:
    43,1 Prozent der eingereichten Anträge und 29,3 Prozent der insgesamt beantragten Summe
  • Anzahl der bewilligten Vorhaben nach Empfängergruppen:
    321 erfolgreiche Anträge kamen von wissenschaftlichen Hochschulen, 93 von anderen wissenschaftlichen Einrichtungen - und 22 von wissenschaftlichen Einrichtungen im Ausland
  • Im Jahr 2000 insgesamt 13,2 Millionen Mark zu Gunsten wissenschaftlicher Einrichtungen im Ausland
  • Von 1962 bis 2000 wurden über 26 000 wissenschaftliche Projekte mit rund 5,3 Milliarden Mark gefördert
  • Neu in die Förderung genommene Initiativen im Jahr 2000:
    das Programm "Nachwuchsförderung in der fächerübergreifenden Umweltforschung" und der Schwerpunkt "Komplexe Materialien: Verbundprojekte der Natur-, Ingenieur- und Biowissenschaften"

Dipl.Biol. Christian Jung | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie