Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gründergeist bei Schweizer Hochschulabsolventen

17.01.2005


Studie sieht vor allem Informatiker vorn



Eine Studie über die Gründer-Aktivitäten von Schweizer Hochschulabsolventen bescheinigt den Informatikern das beste Resultat. Demnach wurden 33 Prozent dieser Berufsgruppe, die zwischen 1985 und 2001 mit dem Diplom abgeschlossen haben, später zu Unternehmensgründern. Bei den Materialwissenschaftlern liegt der Anteil bei 19 Prozent, gefolgt von Elektrotechnik/Elektronik mit 18 Prozent, Feinwerktechnik/Mikrotechnik mit 15 Prozent sowie Maschinenbau und Chemie mit 13 Prozent. Die übrigen technischen Fachrichtungen rangieren bei 15 Prozent. Dies ergab der Schlussbericht "Studieren, Forschen, Unternehmen gründen" http://www.nfp43.unibe.ch/PDF/synthesis25.pdf , der im Nationalen Forschungsprogramm "Bildung und Beschäftigung" von fünf Zürchern erstellt wurde.



Die Autoren konzentrierten sich allerdings nur auf die Hochschulabsolventen technischer Fächer. Neben den Fachhochschulen wurden die beiden Universitäten ETH Zürich und EPF Lausanne berücksichtigt. Von den 7.750 über Internet Angeschriebenen hätten 935 den Fragebogen ausgewertet. Bei einer Rücklaufquote von 11,3 Prozent könne - so die Autoren der Studie - auf die Gesamtschweiz geschlossen werden, berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ).

Es fällt auf, dass die Absolventen der technischen Fachhochschulen über ein deutlich schlechteres Netzwerk verfügen als die ETH-Abgänger. Außerdem haben die FH-Absolventen größere finanzielle Schwierigkeiten bei der Unternehmensgründung. Ein Plus der Hochschulen: Die Umsetzung und Kommerzialisierung von Wissen und Know-how aus Forschungsarbeiten ist die große Stärke dieser Institutionen. Auch wenn die Hochschulen nicht direkt Unternehmensgründungen initiieren könnten, so ein Fazit der Studie, seien sie durchaus in der Lage, den entsprechenden Gründergeist bei den Studenten zu wecken und für gute Netzwerke wie Alumni und Kontakte zur Wirtschaft zu sorgen.

Bei den Ingenieuren klappt die Zusammenarbeit von Hochschulen und der Wirtschaft nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland recht gut, meint Martin Sauerbier, der am Institut für Geodäsie und Photogrammetrie an der ETH Zürich forscht und in Bonn Vermessungswesen studiert hat. "Möglichkeiten der Zusammenarbeit bestehen in der Kommerzialisierung von Produkten, die bei gemeinsamen Forschungsprojekten entstanden sind. Eine gute Alternative sind auch so genannte Spin-off-Firmen, die ehemaligen Hochschulangehörigen den Sprung in die Selbstständigkeit erleichtern, in dem zum Beispiel Hochschulressourcen eine Zeit lang durch diese Firmen genutzt werden", sagt der junge Wissenschaftler. Unternehmer wie der Deutsche Michael Müller, der Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de und Geschäftsführer der Neusser a & o after sales & onsite services GmbH http://www.ao-services.de ist, vermissen jedoch das richtige gesellschaftliche Klima hier zu Lande. "Schon Hayek schrieb in seinem Klassiker ’Der Weg zur Knechtschaft’, dass die Deutschen die Sicherheit der Freiheit und dem Risiko vorziehen und lieber Beamter werden als selbstständiger Unternehmer."

Gunnar Sohn | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.nfp43.unibe.ch/PDF/synthesis25.pdf ,
http://www.bvmwonline.de
http://www.ao-services.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Vom Feld in die Schule: Aktuelle Forschung zu moderner Landwirtschaft für den Unterricht
23.01.2017 | Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie