Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im Monatsrhythmus entstehen neue Unternehmen

10.01.2005


Im Monatsrhythmus entstehen neue Unternehmen. Bundesministerium für Bildung und Forschung: "TU Chemnitz ist die erfolgreichste Gründeruni in Deutschland".



721 Gründungsinteressierte in Vorlesungen, Seminaren und Übungen, 79 Geschäftsideen, 44 aktive Gründungen - so liest sich die Bilanz aus zwei Jahren Stiftungsprofessur "Unternehmensgründung" an der TU Chemnitz. Beinahe im Monatsrhythmus entstehen mit Hilfe der Professur neue Unternehmen. Insgesamt wurden in den betreuten Gründungsunternehmen während der vergangenen beiden Jahre über 100 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen - durchschnittlich also einer pro Woche.

... mehr zu:
»Monatsrhythmus


Als "erfolgreichste Gründer-Uni Deutschlands, was die Zahl der Ausgründungen angeht" wird die TU daher jüngst in einem Sonderheft der "Exist-News", einer Publikation des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, bezeichnet. Auch der Ehrentitel "Aktivste Hochschule Sachsens" im Businessplan-Wettbewerb "FutureSax" der Sächsischen Aufbaubank, den die TU Chemnitz in den vergangenen beiden Jahren errang, zeugt von den Gründungsaktivitäten Chemnitzer Hochschulmitglieder. Nicht ohne Grund also wird die Professur "Unternehmensgründung" inzwischen sogar bundesweit um Rat gefragt, wenn es um die erfolgreiche Organisation einer Kultur der Selbständigkeit an deutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen geht.

"Das Potential zur Schaffung von Arbeitsplätzen durch Ausgründungen aus Hochschulen und anwendungsorientierten Forschungseinrichtungen wie z.B. Fraunhofer-Gesellschaften ist auch in Sachsen noch lange nicht ausgeschöpft", meint Prof. Dr. Olaf Gierhake, der die Stiftungsprofessur an der TU Chemnitz leitet. "Um dieses Potential zu nutzen, ist in erster Linie das eigene unternehmerische Engagement international erfolgreicher Wissenschaftler in Verbindung mit Vermarktungsprofis gefordert." Dass dies zunehmend verstanden und auch als attraktive Zukunftsperspektive empfunden wird, belege die wachsende Zahl von Hochschulmitgliedern, die in den vergangenen zwei Jahren bei der Stiftungsprofessur Rat zu geplanten Ausgründungsaktivitäten gesucht haben.

Zu diesen Jungunternehmern gehört der Physiker Dr. Thomas Chudoba. 2003 wurde der Wissenschaftler der TU Chemnitz für seinen Weltrekord beim Messen dünner Schichten noch zum "Sachsen-Ass" gekürt - heute ist er Geschäftsführer der Asmec GmbH, die sich der Vermarktung seiner Forschungsergebnisse verschrieben hat: "Die Professur und das Unternehmernetzwerk SAXEED haben unser Unternehmen von Beginn an begleitet. Sie berieten uns bei der Aufstellung eines Geschäftsmodells, der Gründungsfinanzierung und der Entwicklung markttauglicher Produkte." Heute beschäftigt die Asmec GmbH sechs Mitarbeiter.

Auch die Leipziger NeuroProgen GmbH gehört zu den von der TU Chemnitz betreuten jungen Unternehmen. Eine Gruppe um den Leipziger Medizinprofessor Johannes Schwarz gründete dieses Biotechnologie-Unternehmen, das sich der Entwicklung und Vermarktung einer neuartigen Parkinson-Therapie widmet: "Wir haben die professionelle Hilfe der Stiftungsprofessur vor allem in den Bereichen Businessplan-Erstellung sowie innovative Wachstumsfinanzierung in Anspruch genommen", erklärt Dr. Sigrid Schwarz, Geschäftsführerin der NeuroProgen. Heute gehört das Unternehmen zu den Vorzeigeprojekten der sächsischen Bestrebungen auf dem Gebiet der Bio-Technologie und wurde mit dem 1. Preis im Businessplan-Wettbewerb "FutureSax 2004" ausgezeichnet.

Aber nicht nur universitäre Ausgründungen werden von der Stiftungsprofessur betreut. Das Team verfügt auch über Kompetenzen im Bereich Wachstumsmanagement von Technologieunternehmen. Zu den ersten Firmen, die Beratung in diesem Bereich in Anspruch nahmen, gehört das Ingenieurbüro Klein aus Taura. "Seit ein paar Jahren waren die Auftragseingänge bei uns rückläufig. Durch die Professur erhalten wir seit etwa einem Jahr konzeptionelle Vertriebs- und Marketingunterstützung. Langsam geht es jetzt wieder aufwärts.", erklärt Geschäftsführer Dietrich Klein.

Noch in der ersten Jahreshälfte 2005 werden sich die von der Professur betreuten Unternehmen gemeinschaftlich an der TU Chemnitz präsentieren. "Wir organisieren momentan einen Unternehmermarktplatz", berichtet Professor Gierhake: "Dort sollen die Start-ups und Wachstumsunternehmen die Chance erhalten, sich vorzustellen, zusätzliche Geschäftskontakte zu knüpfen und talentierte Mitarbeiter zu finden." Weiterhin sind Vorträge aus der internationalen Gründungsforschung vorgesehen.

Stichwort: Stiftungsprofessur "Unternehmensgründung"

Ermöglicht durch eine Stiftung der Sparkasse Chemnitz stärken Professor Olaf Gierhake und das aus BMBF-Mitteln finanzierte südwestsächsische Unternehmernetzwerk SAXEED den Gründergeist an der TU Chemnitz und an den Fachhochschulen in Zwickau und Mittweida. Dies geschehe in unterschiedlichen Formen, erklärt Professor Gierhake: "In den universitären Lehrveranstaltungen werden Gestaltungsmöglichkeiten einer Technologiegründung interdisziplinär im Team erarbeitet. Beim Unternehmerpodium hingegen berichten erfolgreiche Gründer aus der Praxis, zuletzt zum Beispiel Dr. Christian Pätz von der Peppercon AG und der Vorstandschef der KOMSA AG Gunnar Grosse." Wer aus diesen Hör-Erfahrungen genug Mut schöpft, selbst ein Unternehmen zu gründen, erhält dann von der Professur tatkräftige Unterstützung: Geschäftsideen und Businesspläne werden auf Herz und Nieren geprüft, Kontakte geknüpft und kostenlose Büros für erste Geschäftsaktivitäten zur Verfügung gestellt.

"Neben der Universitätsleitung der TU Chemnitz und den Staatsministerien für Wissenschaft und Kunst sowie Wirtschaft und Arbeit unterstützen uns auch viele Unternehmer aus der Region bei der Arbeit, wo sie nur können", freut sich Professor Gierhake. So schmiedet er bereits Pläne für die kommenden Jahre: "Wir arbeiten gemeinsam mit unseren sächsischen Partner-Hochschulen sowie der Businessplan-Wettbewerb ’futureSAX’ GmbH an einem Studienmodul ’Entrepreneurship’, das als berufsqualifizierende Komponente in die neuen Bachelor- und Master-Studienkonzepte vieler Studiengänge integriert werden kann."

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Olaf Gierhake, Stiftungsprofessur der Sparkasse Chemnitz "Unternehmensgründung, insbesondere innovative Produkte und Dienstleistungen", Telefon (03 71) 5 31 - 80 70, E-Mail olaf.gierhake@mb.tu-chemnitz.de

Dipl.-Ing. Mario Steinebach | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: Monatsrhythmus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gravitationswellen: Sternenglanz für Jenaer Forscher

19.10.2017 | Physik Astronomie

Materie-Rätsel bleibt weiter spannend: Fundamentale Eigenschaft von Proton und Antiproton identisch

19.10.2017 | Physik Astronomie

Einzelne Rezeptoren auf der Arbeit

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie