Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanobiotechnologie weiter im Aufwind

28.06.2001


Durch eine großzügige Förderung des Bundesforschungsministeriums erhält die Universität Münster die Chance, ihre herausragenden Aktivitäten im Bereich zukunftsweisender naturwissenschaftlicher Forschung weiter zu intensivieren: Soeben wurde der Zuschlag für ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben aus dem Bereich der Nanotechnologie erteilt. Rund 3,7 Millionen Mark werden für dieses vom Institut für Biochemie und dem Physikalischen Institut der Universität Münster in Kooperation mit der Universität Regensburg, dem Max-Planck-Institut in Halle und den Firmen Tascon GmbH Münster und Tripple-O Potsdam geplanten Projekt zur Verfügung gestellt.

Die Universität Münster gehört damit zu den Siegern eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Wettbewerb ausgeschriebenen Förderprogramms Nanobiotechnologie. Im Rahmen dieses Programms sollen in den kommenden sechs Jahren Fördergelder in einer Gesamthöhe von 100 Millionen Mark für innovative Forschungsprojekte aus dem Schnittbereichen der Chemie, Physik, Biologie und Medizin bereitgestellt werden. Das Vorhaben in Münster ist eines von bundesweit 21 Projekten, die in der ersten Bewilligungsrunde dieses Förderprogramms ausgewählt wurden.

In dem Forschungsvorhaben mit dem Titel "High-throughput-Analyseverfahren zum Screening des Metabolit- und Pharmakatransportes über die Blut-Liquor-Schranke auf Basis geordneter Nanoporen" soll ein neues Verfahren entwickelt werden, um den Transport von Pharmaka über die sogenannte Blut-Liquor-Schranke ohne den Einsatz von Versuchstieren zu untersuchen. Die Blut-Liquor-Schranke ist eine anatomische Struktur im Zentralen Nervensystem, die den Übertritt von Wirkstoffen aus dem Blutstrom in die als Liquor bezeichnete Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit kontrolliert. Durch diese gewünschte physiologische Schutzfunktion für das Gehirn wird aber gleichzeitig die medikamentöse Therapie vieler degenerativer Hirn-Erkrankungen oder auch die Behandlung von Hirntumoren enorm erschwert.

Wie der münstersche Biochemiker Prof. Dr. Hans-Joachim Galla als Sprecher des Verbundprojektes erklärt, soll in dem angestrebten neuen Verfahren die Blut-Liquor-Schranke im Labor auf
nanostrukturierten Festkörperoberflächen nachgebildet werden, indem die entsprechenden Zellen aus Gehirnen isoliert und kultiviert werden. Der Durchtritt von Pharmaka auf den nanotechnologischen strukturierten Kulturoberflächen wird dann durch modernste hochauflösende Analytik quantifiziert, wodurch die zellulären Transporteigenschaften für eine Vielzahl von Pharmaka auf engstem Raum parallel untersucht werden können. Prof. Galla und seine Verbundpartner gehen davon aus, diese neue Technologie innerhalb der nächsten drei Jahren etablieren zu können. Damit ist Münster einen deutlichen Schritt auf dem Weg zu einem führenden Forschungs- und Entwicklungsstandort im Bereich der Nanobiotechnologie vorangekommen.

Jutta Reising | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Chemie/BC/

Weitere Berichte zu: Förderprogramm Nanobiotechnologie Pharmazie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie