Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drei neue Forschungsinstitute der Hochschule Niederrhein werden heute eröffnet

20.12.2004


Innovationsschmieden für die regionale und überregionale Wirtschaft



Forschung schafft Innovationen, die wiederum neue Arbeitsplätze entstehen lassen. Für diese volkswirtschaftliche Gleichung gibt es jetzt am Niederrhein gleich drei neue starke "Trümpfe" - drei forschungsorientierte Institute, die am heutigen Montag in der Hochschule Niederrhein gegründet und feierlich eröffnet werden: Ein Institut für Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz (AUGE), ein Institut für angewandte Nano- und Optische Technologien (iNano) und ein Institut für Hochpolymere und Hygieneprodukte (ihhp) können ab sofort von der regionalen Wirtschaft bei Forschung und Entwicklung, Untersuchungen und Beratung in Anspruch genommen werden. Alle beteiligten Professoren sind bereits sehr erfolgreich bei der Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in die betriebliche Praxis. "Mit diesen Institutsgründungen bündeln wir das Know-how der Fachleute aus verschiedenen Disziplinen und Fachbereichen und orientieren uns damit noch enger an aktuellen technischen und betriebsinternen Herausforderungen. Die Entwicklung forschungsintensiver Produkte verspricht bedeutende Marktchancen. Nur wenn wir den Weg von der Forschung bis zur Fertigung verkürzen, werden wir den Wettbewerb gewinnen", sind Rektor Prof. Dr. Hermann Ostendorf und Prorektor Prof. Dr. Wolfgang Sieber überzeugt. Mit Unterstützung durch die Hochschule könnten sich auch kleine und mittelständische Unternehmen fit für die neuen Schlüssel- und Zukunftstechnologien machen.



Ein Beispiel ist die Nanotechnologie: Bei der Erzeugung von Strukturen im Bereich von unter einem Tausendstel Millimeter, auf Molekül- und Atomebene also, werden ganz neue Technologien eingesetzt, die sich selbst organisierende und strukturierende Schichten und Elemente produzieren. Ein Beispiel ist der "Lotus-Effekt", der zu sich selbst reinigenden Oberflächen führt. So wie die Nanotechnologie sich quer durch die Wissenschaften zieht, arbeiten auch im neuen Institut "iNano" sechs Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete interdisziplinär und zugleich anwendungsbezogen zusammen: Mikrosystem- und Nanotechnik, Nanobiotechnik, Medizinische Mikrosystemtechnik, Faseroptische Mikrosensoren, Optische Fasern und Komponenten und Optische Nachrichtentechnik sind hier vertreten. "Ob Bio, Opto oder Elektro - wir decken in der Forschung ein breit gefächertes Spektrum im Mikro- und Nanobereich ab", so Institutsdirektor Prof. Dr. Jürgen Büddefeld.

Quellbaren Substanzen, so genannten superabsorbierenden Polymeren, gilt das Forschungsinteresse des Instituts für Hochpolymere und Hygieneprodukte. Ziel ist die Verbesserung der Aufnahme- und Speicherkapazität, Erhöhung der Aufnahmefähigkeit und Optimierung der Nässe- und Geruchssicherheit - zum Beispiel bei Inkontinenzprodukten, schweißabsorbierender Schutzkleidung und Verbandstoffen zur Wundbehandlung. Als geeignet dafür haben sich in einem früheren Projekt Chitosane erwiesen, die aus den Schalen von Krustentieren, etwa Krebsen, gewonnen werden. Ein Physikochemiker (Prof. Dr. Walter Becker), ein Physiker und EDV-Fachmann (Prof. Dr. Ernst Cleve) und ein Mediziner (Prof. Dr. Benno Neukirch) arbeiten in Kooperation mit dem Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West e. V. in Krefeld unter Leitung von Prof. Dr. Eckhard Schollmeyer insbesondere an Lösungsansätzen zu verbesserten Inkontinenzprodukten und Hochpolymeren.

Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz sind in den Unternehmen bereits eng zusammengewachsen und haben unmittelbaren Einfluss auf den ökonomischen Erfolg. Um auch kleine und mittlere Betriebe davon profitieren zu lassen, indem sie bei sich eine "Sicherheitskultur" etablieren, stehen ihnen im Forschungsinstitut "AUGE" die Professoren Dr. Lutz Packebusch (Wirtschaftsingenieurwesen), Dr. Jürgen Schram und Dr. Harald Weber (beide Chemie) bei der Entwicklung moderner Managementkonzepte zur Seite. "Die hier geforderten Kompetenzen sind oftmals zu speziell, um die Lösungen im Unternehmen selbst oder nur von einem Berater erarbeiten zu lassen", erklärt Prof. Dr. Packebusch. Interdisziplinarität ist auch hier das Gebot der Stunde.

Über alle speziellen Leistungsangebote der neuen Forschungsinstitute und über Förderungsmöglichkeiten informiert die Agentur f.i.t. der Hochschule unter Tel. 02151-822-660 oder per Email fit@hsnr.de

Rudolf Haupt M.A. | idw

Weitere Berichte zu: Forschungsinstitut Hochpolymer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie