Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kompetenzplattform "Vernetzte Simulationen zur Optimierung der Wertschöpfungskette in Unternehmen"

20.12.2004


500.000 Euro Fördermittel gehen an die FH Bielefeld


Wie verhalten sich Blechkarosse und Stoßstange, wenn ein Fahrzeug bei Tempo 40 vor eine Steinmauer gesetzt wird? Hält eine Stahlschraube auch bei Temperaturen von bis zu 80 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit allen Belastungen stand? Wie reagiert ein Kunststoffelement auf Dauerfrost? Wie lange trägt ein Rollstuhl einen 95 Kilo schweren Mann? Solche Fragen und viele mehr kann ein Forscherteam der Fachhochschule (FH) Bielefeld demnächst beantworten. Die Professoren haben das fachübergreifende Projekt "Vernetzte Simulationen zur Optimierung der Wertschöpfungskette in Unternehmen - Von der Idee bis zum Recycling" ins Leben gerufen, das jetzt von einer Fachjury ausgewählt und von der NRW-Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft im Rahmen des Programms zur Förderung von Kompetenzplattformen an Fachhochschulen, kurz KOPF genannt, bewilligt wurde. Verbunden mit der Zusage sind damit insgesamt 500.000 Euro Fördermittel für die nächsten fünf Jahre. Die Bielefelder Professoren wollen zeigen, dass auch kleine und mittelständische Unternehmen ihre Betriebsabläufe mit modernen Datenmanagement- und Simulationssystemen revolutionieren können.

"Noch bevor Produkte oder Systeme heutzutage in die Fertigung und den Vertrieb gehen, können sie mit neuesten Instrumenten der Informationstechnologie in dreidimensionaler Umgebung simuliert, getestet und analysiert werden," erklärt Professor Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier, Sprecher der interdisziplinären Forschungsgruppe. "Experten nennen das Product Lifecycle Management, das bedeutet, dass ein Produkt mit Hilfe systematischer Datenverarbeitung mit seinem gesamten Lebenszyklus unter die Lupe genommen werden kann." Simulationstechnik und Datenmanagement ist in großen Unternehmen wie beispielsweise bei Automobilherstellern häufig Normalität. In kleinen und mittelständischen Betrieben wird vielfach noch mit so genannten Insellösungen gearbeitet, die einzelne Bereiche aus dem Lebenszyklus eines Produktes oder Systems abbilden, die aber nicht miteinander verknüpft sind. Der innovative Ansatz des interdisziplinären Bielefelder Forscherteams liegt in der Erarbeitung ganzheitlicher und anwendungsorientierter Problemlösungen in Kooperation mit Industriepartnern: "Vernetzte Simulationen zur Optimierung der Wertschöpfungskette in Unternehmen" können den gesamten Zyklus von der Idee eines Produktes oder Systems über die Planung, Entwicklung und Fertigung bis hin zum Vertrieb, zur Nutzung und zur Entsorgung abdecken.


"Wettbewerbsvorteile für Unternehmen"

Mit Hilfe moderner Datenmanagement-Systeme lassen sich nach Aussage des Professorenteams alle Bereiche eines Betriebes einbinden, darstellen, auswerten und verifizieren. Im Zusammenspiel mit dreidimensional arbeitender Software wie Computer Aided Design (CAD), Computer Aided Manufacturing (CAM) oder Computer Aided Testing (CAT) könnten Entwicklungszeiten beschleunigt, Betriebsabläufe rationalisiert, könnte die Qualitätssicherung verbessert und die Nachhaltigkeit eines Produktes geprüft werden - von der Idee bis zum Recycling. "Das bedeutet eine enorme Zeit- und Kostenersparnis und bringt damit gerade für kleine und mittelständische Unternehmen Wettbewerbsvorteile", so die Forschergruppe.

Unterstützt wird die Forschergruppe der Fachhochschule Bielefeld von regionalen und überregionalen Unternehmen wie der Ceres Vision GmbH (Bielefeld, ausgegründet aus der FH Bielefeld), Invacare Deutschland GmbH (Bad Oeynhausen), Princess Interactive Software Technology GmbH (Magdeburg), Heinrich Torwegge GmbH & Co. KG (Bielefeld) sowie der Weidmüller Interface GmbH & Co. KG (Detmold). Die pro Anfrage individuell zusammengesetzten Projektteams erarbeiten Lösungen für alle Branchen und Bereiche - dabei können sowohl ganzheitliche, neue Vernetzungen geschaffen als auch vorhandene Systeme miteinander verknüpft werden. Da die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der FH Bielefeld eng in Lehre und Studium eingebunden sind, lassen sich betriebliche Problemstellungen auch anwendungsgerecht in von den beteiligten Professoren betreute Projekt- und Abschlussarbeiten einbinden.

Beteiligt an der Kompetenzplattform sind die Professoren Dr.-Ing. Stefan Dormeier (Fachgebiet Mess- und Regeltechnik), Dr.-Ing. Roland Friedrich (CAE/Rapid Prototyping), Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier (Materialfluss/CAT), Dr.-Ing. Gisbert Jäckel (Konstruktionssystematik/CAD), Dr.-Ing. Christoph Jaroschek (Kunststofftechnik), Dr.-Ing. Reinhard Kaschuba (Methoden der PE), Dr.-Ing. Ulrich Kramer (Simulationstechnik), Dr. rer.nat. Christian Schröder (Softwareengineering), Dipl.-Des. Torsten Stapelkamp (Mensch-Maschine-Interaktion) und Dr.-Ing. Andreas Tenzler (PMD/CAD), die ihr Wissen jetzt in Kooperation mit externen Partnern der Wirtschaft zugänglich machen werden.

Kontakt & weitere Informationen:

Fachhochschule Bielefeld
KOPF Vernetzte Simulationen
Professor Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier
Wilhelm-Bertelsmann-Straße 10
33602 Bielefeld

Petra Werdin | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-bielefeld.de/simulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie