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Forschung in Europa entscheidend für Lissabon-Prozess

07.12.2004


"Damit Europa der wettbewerbsfähigste wissensbasierte Wirtschaftsraum der Welt wird, müssen die EU und ihre Mitgliedsstaaten dringend handeln ", so der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Dr. Walter Kröll. Die Helmholtz-Gemeinschaft veranstaltet heute als erste große europäische Forschungsorganisation ihre Jahrestagung in Brüssel. Kröll: "Damit bekennen wir uns zum europäischen Forschungsraum. Und dazu, dass die Forschung entscheidend zum Erfolg der Lissabon-Strategie beitragen muss."


Helmholtz-Präsident Walter Kröll fordert mehr Engagement: Europa muss der stärkste und wettbewerbsfähigste Forschungsraum werden. Jahrestagung der größten deutschen Forschungsorganisation in Brüssel.

Der Lissabon-Prozess verlaufe bisher nicht ermutigend. "Die Antwort liegt aber nicht darin, die Lissabon-Ziele verloren zu geben", sagte Kröll. "Im Gegenteil: Es gibt zu diesen Zielen keine Alternative. Um sie zu erreichen, muss Europa der stärkste Forschungsraum der Welt werden." Denn der Rohstoff für die Zukunft Europas ist Wissen; aus wissenschaftlicher Erkenntnis erwachsen die Lösungen für die großen Herausforderungen der Gesellschaft, entsteht technologischer Fortschritt und Innovation. Damit Forschung und Entwicklung ihre Schlüsselrolle im Lissabon-Prozess wahrnehmen können, müssen EU, Mitgliedsstaaten und Wirtschaft ihre Ausgaben dafür deutlich steigern. "Prüfstein wird der nächste Forschungshaushalt der EU sein", so Kröll. "Europa muss sich beherzt entscheiden, ihn drastisch zu erhöhen." Damit setze die Union das Signal, dass sie ernsthaft in die wissensbasierte Gesellschaft investieren will, statt an überkommenen Strukturen festzuhalten.


Europäische Forschung braucht Strategie

Mehr Geld für die Forschung genüge jedoch nicht. "Auch die europäische Forschung selbst muss leistungsstärker werden und ihr Potenzial besser erschließen", forderte Kröll. "Um den europäischen Forschungsraum zu gestalten, brauchen wir langfristig ausgerichtete Forschungsstrategien für die großen Felder, auf denen Europa eine herausragende Rolle spielen will. Entscheidend ist, dass die Akteure gemeinsame Ziele definieren und jeder sich verpflichtet, seinen spezifischen Beitrag dazu verlässlich zu erbringen." Auf der Basis dieser Strategien sollten nationale und europäische Forschungspolitiken Hand in Hand gehen. "Es geht um Konzentration der Kräfte auf Schlüsselgebiete und ehrgeizige Ziele", so Kröll. Die europäische Forschung müsse die großen Herausforderungen angehen, vor denen die modernen Gesellschaften stehen. Der europäische Forschungsraum müsse die weltweit erste Adresse für Forschung werden, der führende Partner in großen internationalen Forschungsvorhaben und der stärkste Wettbewerber auf Gebieten, die für technologischen Fortschritt und Innovation entscheidend sind.

Nur exzellente Forschung verdient Förderung

Die Forschungsförderung in Europa muss sich zu diesem Zweck nach Überzeugung der Helmholtz-Gemeinschaft auf strategisch besonders wichtige Bereiche konzentrieren und auf Vorhaben, die den strengen Kriterien wissenschaftlicher Exzellenz und technologischer Spitzenleistung genügen. Gefördert werden sollte auch Forschungskapazität in Regionen, die die fruchtbare Mischung wissenschaftlich-technologischer Kompetenz, engagierter Unter-nehmer und risikobereiter Kapitalgeber kennzeichnet. "Vor allem dort entstehen innovative Technologien", erklärte Kröll. Das nächste Forschungsrahmenprogramm sollte ansonsten in größtmöglicher Kontinuität zu seinem Vorgänger stehen. Permanenter Paradigmenwechsel ersticke die europäische Forschergemeinde in Bürokratie.

Die Helmholtz-Gemeinschaft will ihr europäisches Engagement weiter ausbauen. Denn es ist Bestandteil ihrer strategischen Ausrichtung. Derzeit beteiligen sich die Helmholtz-Forschungszentren an rund 270 Projekten im 6. For-schungsrahmenprogramm, über 40 große Projekte werden von Helmholtz-Wissenschaftlern koordiniert. Insgesamt konnten die Helmholtz-Zentren ca. 170 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Rahmenprogramm einwerben.

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissen¬schaftsorganisation Deutschlands. Die 24 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft erbringen wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüs-seltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft identifiziert und bearbeitet große und drängende Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft, insbesondere durch die Erforschung von Systemen hoher Komplexität.

Kecia Holtzendorff | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de
http://helmholtz.de/jahrestagung

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