Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovation in der Bildungsfalle

25.11.2004


Rangplatz Deutschlands unter ausgewählten Ländern* nach wichtigen Kriterien der technologischen Leistungsfähigkeit (* G7 Länder plus Schweiz, Finnland, Niederlande, Südkorea)



Der jährliche Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit sieht positive Anzeichen für Deutschlands Innovationskraft. Bedroht wird der Trend allerdings durch einen künftigen Fachkräftemangel und die starke Abhängigkeit vom Export.


Deutschlands Rohstoff Nummer eins waren immer die gut ausgebildeten Fachkräfte - doch dieser wichtige Wettbewerbsvorsprung ist in Gefahr. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit, der unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung gemeinsam mit dem ZEW (Mannheim) und dem NIW (Hannover) für das Bundesministerium für Bildung und Forschung erstellt wurde. Trotz gestiegener Studentenzahlen in manchen Ingenieur- und Naturwissenschaften lasse sich nicht einmal der Status Quo sichern, sagen die Experten voraus. "Spätestens mit dem nächsten Wirtschaftsaufschwung wird dieser Mangel offensichtlich", warnt Studienkoordinator Prof. Hariolf Grupp vom Fraunhofer ISI.

Die Gründe für die Versäumnisse sieht Grupp im Bildungssystem. Während in anderen Ländern das Abitur längst der Regelschulabschluss sei, werde in Deutschland noch über die Notwendigkeit von Meister-Prüfungen und die Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems diskutiert. Weil wirksame Reformen lange dauern, schlägt Grupp, der an der Universität Karlsruhe auch Wirtschaftsingenieure ausbildet, drei Sofortmaßnahmen vor:

  • Bessere Weiterbildung in den Betrieben. Hier belegt Deutschland laut Bericht im internationalen Vergleich einen der hinteren Plätze.

  • Kontrollierte Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. Dieser Weg wurde lange durch die Zuwanderungsdiskussion versperrt.
  • Anreize für Frauen in hoch qualifizierten Berufen. Zwar studieren ebenso viele Frauen wie Männer, doch in der weiteren Berufslaufbahn bröckelt ihre Zahl deutlich ab, wie die Statistiken zu Promotionen, wissenschaftlichen Publikationen und Patenten belegen.

Viele Rahmenbedingungen müssten verbessert werden, fordert der Bericht, unter anderem Angebote zur Ganztageskinderbetreuung. Bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung gibt es dagegen deutliche Anzeichen der Besserung. Nach Versäumnissen Anfang der Neunziger Jahre in Folge der Wiedervereinigung gibt Deutschland heute wieder etwas mehr als 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung aus. Andere Länder haben jedoch in den vergangenen Jahren ihre Aufwendungen deutlicher gesteigert, insbesondere die skandinavischen Länder sowie Südkorea und die USA.

Sorge macht den Experten die Abhängigkeit vom Export. Weil die Binnennachfrage lahmt, kommen Innovationsimpulse vorwiegend aus dem Ausland, was in einer globalisierten Welt eigentlich zu begrüßen ist. Bleiben diese aber aus, könnte dies den Innovationsstandort Deutschland insgesamt gefährden.

Weitere Informationen:
Prof. Hariolf Grupp
Telefon: (0721) 6809-156
E-Mail: h.grupp@isi.fraunhofer.de

Bernd Müller | ídw
Weitere Informationen:
http://www.technologische-leistungsfaehigkeit.de
http://www.isi.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Bildungsfalle Leistungsfähigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau