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Was kostet ein Schüler in Deutschland wirklich?

24.11.2004


Die tatsächlichen Kosten für die schulische Erziehung eines Schülers liegen zum Teil weit über den Angaben, die von den Kommunen und Landesregierungen veröffentlicht werden. Dies ist das Ergebnis der von der Software AG-Stiftung beim Steinbeis-Transferzentrum in Heidenheim in Auftrag gegebenen Schülerkostengutachten in den Ländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

So geht aus den von Steinbeis veröffentlichten Zahlen hervor, dass in Baden-Württemberg ein Gymnasialschüler 7.017 Euro p.a. kostet, während das Land von 4.916 Euro ausgeht (Stand 2002). Hingegen verursachen Grundschüler in Hessen nach Berechnungen der Gutachter weniger Kosten (3.267 Euro), als vom Land angenommen (3.510 Euro). Besonders gravierend sind die Unterschiede bei den hessischen Förderschulen: Statt 26.872 Euro berechnet das Land 9.101 Euro. So wird aus einer ca. 90-prozentigen Gesamtbeihilfe de facto eine 30-prozentige. Unter Zugrundelegung der von Steinbeis ermittelten Zahlen müssten die Länder Hessen demzufolge 40 Mio. Euro, Baden-Württemberg 130 Mio. Euro und Nordrhein-Westfalen 238 Mio. Euro an Mehrkosten für Schulen in Freier Trägerschaft aufbringen.

Da Schulen in Freier Trägerschaft lediglich einen prozentualen Anteil der Finanzmittel öffentlicher Schulen erhalten, sind sie gemäß den vorliegenden Ergebnissen z.T. erheblich unterfinanziert. Prof. Dr. Hufen (Uni Mainz) resümiert daher in seinem von der Software AG-Stiftung mitfinanzierten Rechtsgutachten "... dass schon jetzt die finanzielle Förderung ... den verfassungsrechtlichen Vorgaben nicht entspricht".

Das Anliegen der Software AG-Stiftung bei der Initiierung dieser Gutachten, an denen sich auch die Zukunftsstiftung Bildung bei der GTS in Bochum finanziell beteiligt hat, ist es, Transparenz in der Kostenstruktur im deutschen Bildungswesen herzustellen. Damit können Schulen in Freier Trägerschaft ihre finanzielle Situation mit den politisch Verantwortlichen zukünftig auf der Basis objektiver und nachvollziehbarer Daten verhandeln.

Prof. Dr. Dirk Randoll | Software AG
Weitere Informationen:
http://www.software-ag-stiftung.de

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