Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG richtet sieben neue Sonderforschungsbereiche ein

22.11.2004


Anträge aus allen Bereichen der Wissenschaft



Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zum 1. Januar 2005 sieben Sonderforschungsbereiche ein. Das Themenspektrum reicht dabei von Fragen zum Einfluss der Antike auf die heutige Gesellschaft, der Quantifizierung ökonomischen Risikos über mathematische und physikalische Untersuchungen von Raum, Zeit und Materie bis zu biologisch-medizinischen Fragestellungen wie der Informationsübertragung zwischen Zellen und in Pflanzen, dem menschlichen Genom oder gezielten Therapien gegen Autoimmunerkrankungen.

... mehr zu:
»Antike »Genom »Mathematik »Mechanismus


Nach den Entscheidungen des zuständigen Bewilligungsausschusses vom 16. und 17. November 2004 fördert die DFG ab 2005 an 57 Hochschulen insgesamt 270 Sonderforschungsbereiche mit insgesamt rund 370 Millionen Euro. Darunter befinden sich 18 Transregios, in denen an mehreren Orten geforscht wird, sowie 15 Transferbereiche, die der Umsetzung grundlagenwissenschaftlicher Ergebnisse in die Praxis dienen.

Die Leitung der Gruppe "Sonderforschungsbereiche" der DFG-Geschäftsstelle wird ab dem 1. Januar 2005 Dr. Klaus Wehrberger, der bislang die Gruppe "Physik, Mathematik und Geowissenschaften" leitete, von Dr. Beate Konze-Thomas übernehmen, die fortan die Abteilung "Programm- und Infrastrukturförderung" leitet.

Die neuen Sonderforschungsbereiche im Einzelnen

Geistes- und Sozialwissenschaften


Die Funktion der Antike bei der Entstehung neuzeitlicher und moderner kultureller Identitäten, die Rolle des Altertums bei der Konstituierung der europäischen Wissensgesellschaft sowie die künstlerischen und literarischen Formen der Wahrnehmung von Antike stehen im Vordergrund des Sonderforschungsbereichs "Transformationen der Antike". Es geht um die Entwicklung der Aneignungen und Transformationen antiker Wissenschaften und Künste in der europäischen Kultur. Dabei werden Transformationen des Wissens und der Wissenschaftsgeschichte ebenso untersucht wie die der visuellen und literarischen Kultur. Sprecher: Professor Dr. Hartmut Böhme, Humboldt-Universität Berlin.

Ökonomisches Risiko ist allgegenwärtiger Bestandteil der Entscheidungen von Individuen, Unternehmen, Institutionen und Staaten. Mit empirischen, experimentellen und theoretischen Methoden wollen im Sonderforschungsbereich "Ökonomisches Risiko" Forscher aus den Fächern Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Statistik und Ökonometrie sowie Angewandte Mathematik unter anderem untersuchen, welche die wesentlichen ökonomischen Risiken sind, wie sie sich messen und bewerten lassen und wie Individuen und einzelne Firmen mit solchen Risiken umgehen. Beispiele für Fragestellungen sind bestimmte Vertragsgestaltungen oder Versicherungen sowie die Frage, wie Finanzmärkte die Allokation von Risiken bewirken und welche Konsequenzen gesamtwirtschaftliche Risiken haben. Sprecher: Professor Harald Uhlig, Ph.D., Humboldt-Universität Berlin.

Biologie und Medizin

In dem Sonderforschungsbereich "Regulation und Manipulation von biologischer Informationsübertragung in dynamischen Protein- und Lipidumgebungen" geht es um die komplexe und hoch dynamische Zusammensetzung von Grenzflächen in Zellen und die Informationsübertragung zwischen biologischen Phasen. Schwerpunkte des Sonderforschungsbereichs sind daher Untersuchungen zur gegenseitigen Beeinflussung von Lipiden und Proteinen in Membranen und zur Funktion und Kontrolle der Membrandynamik bei verschiedenen zellulären Prozessen. Zur Analyse der Membranfunktionen sollen eine Reihe neuer Werkzeuge entwickelt und angewendet werden.

(Sprecher: Professor Dr. Michael Hoch, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
Ziel des Sonderforschungsbereichs "Netzwerke in Expression und Erhalt des Genoms" ist das Studium der Interaktionen zwischen Proteinkomplexen, die mit dem Erbgut zusammenhängende Vorgänge steuern. Das Verständnis ihrer Funktion, Struktur und Regulation, aber auch ihrer Interaktionen ist essenziell für das Verständnis von Prozessen, die die Expression und den Erhalt des Genoms in normalen und bösartigen Zellen steuern. Die Wissenschaftler des Forschungsvorhabens, das eine Schweizer Gruppe beteiligt, erwarten Erkenntnisse, die auch zum Verständnis menschlicher Krankheiten beitragen. Sprecher: Professor Dr. Ralf-Peter Jansen, Ludwig-Maximilians-Universität München.

Wie Pflanzen Signale verarbeiten und Informationen transportieren und welche molekularen Mechanismen dabei eine Rolle spielen, erforscht der Sonderforschungsbereich "Molekulare Mechanismen der Informationsverarbeitung in Pflanzen". Die Forscher wollen sowohl die Mechanismen der Erkennung und Abwehr von Krankheitserregern als auch den damit verbundenen Informationsverkehr zwischen Organen, Geweben und Zellen untersuchen. In erster Linie geht es dabei um die grundlegenden Prinzipien der Signal- und Kommunikationsvorgänge in Pflanzen. Sprecherin: Professor Dr. Ulla Bonas, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Im Sonderforschungsbereich "Zelluläre Ansätze zur Suppression unerwünschter Immunreaktionen" sollen neue Wege der Behandlung von so genannten Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose oder Lupus erythematodes erforscht werden. Bei diesen greift das Immunsystem den eigenen Körper an, weil die körpereigene Kontrolle des Immunsystems versagt. Die Berliner Forscher wollen die unerwünschten Immunreaktionen spezifisch, dauerhaft und mit geringen Nebenwirkungen ausschalten, indem sie diese Steuerungsmechanismen wieder in Gang setzen. Der Sonderforschungsbereich will in diesem hochaktuellen Forschungsfeld die rasche Umsetzung von Ergebnissen der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung erreichen. Sprecher: Professor Dr. Alf Hamann, Charité Universitätsmedizin Berlin, Humboldt-Universität Berlin und Freie Universität Berlin.

Naturwissenschaften

Seit zu Anfang des 20. Jahrhunderts Einstein die Relativitätstheorie und Heisenberg, Bohr und Schrödinger die Quantenmechanik formulierten, suchen theoretische Physiker und Mathematiker nach einer einheitlichen Beschreibung, die diese beiden für unser Naturverständnis wesentlichen Theorien widerspruchsfrei miteinander verbinden. In dem Sonderforschungsbereich "Raum - Zeit - Materie. Analytische und Geometrische Strukturen" versuchen Mathematiker und theoretische Physiker aus Berlin, Golm und Potsdam sich mittels einer gemeinsamen Sprache von Physik und Mathematik einer konsistenten Theorie zu nähern. In die Betrachtungen gehen Methoden aus der algebraischen Geometrie und Differenzialgeometrie, Analysis, Quantenfeld- und Stringtheorie sowie Kosmologie ein. Sprecher: Professor Dr. Jochen Brüning, Humboldt-Universität zu Berlin.

Ansprechpartnerin: Dr. Beate Konze-Thomas (Leiterin der Gruppe Sonderforschungsbereiche), Tel. 0228/885-2355, E-Mail: Beate.Konze-Thomas@dfg.de

Dr. Eva-Maria Streier | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/sfb

Weitere Berichte zu: Antike Genom Mathematik Mechanismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten