Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Transparenz durch Leistungsvergleich in der Forschung

12.11.2004


Die Forschungsleistungen der Universitäten und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen sollen künftig transparenter gemacht werden. Der Wissenschaftsrat hat dazu auf seinen Sitzungen in Hamburg den ersten Teil seiner "Empfehlungen zu Rankings im Wissenschaftssystem" verabschiedet, in denen ein neuartiges Forschungsrating nach internationalen Maßstäben vorgeschlagen wird. Es soll die existierenden Verfahren der Qualitätssicherung und Leistungsbewertung ergänzen und die wissenschaftlichen Einrichtungen bei strategischen Entscheidungen unterstützen. In einem zweiten Teil soll auch ein Verfahrensvorschlag für eine vergleichende Bewertung der Lehre folgen.



"Das Verfahren, das der Wissenschaftsrat empfiehlt, setzt hohe Qualitätsmaßstäbe", erklärt der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Karl Max Einhäupl. "Reine Hitlisten, wie man sie zum Beispiel aus den USA kennt, bringen nicht die Informationstiefe, die Entscheidungsträger in den Universitäten und Forschungseinrichtungen oder in den Ministerien benötigen. Deswegen haben wir uns für ein Verfahren entschieden, das sowohl nach Fachgebieten differenziert als auch Raum für unterschiedliche Bewertungen nach verschiedenen Kriterien lässt. Damit wird es den sehr unterschiedlichen Missionen der einzelnen Einrichtungen gerecht."



Das Forschungsrating soll Leistungen der Einrichtungen in den Bereichen Forschung, Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und Wissenstransfer zum Gegenstand haben. International besetzte Gutachtergruppen, die jeweils für ein bestimmtes Fachgebiet zuständig sind, sollen dazu Forschungsprofile der Einrichtungen und quantitative Daten sichten und nach insgesamt neun Kriterien bewerten. Im Ergebnis können fachgebietsspezifische Ranggruppen sowie übersichtliche Darstellungen der Forschungsportfolios einzelner Einrichtungen gebildet werden. Das Forschungsrating soll von einer Steuerungsgruppe verantwortet werden, die im Kern aus renommierten Wissenschaftlern besteht und in der die großen Wissenschaftsorganisationen vertreten sind.

Im Zuge einer Pilotstudie soll erkundet werden, wie die noch offenen methodischen Probleme des Forschungsratings in einer den unterschiedlichen Fachgebieten und Institutionen des Wissenschaftssystems angemessenen Weise gelöst werden können. Erst mit dem Abschluss der Pilotstudie kann beurteilt werden, ob ein praktikables Verfahren der Leistungsbewertung entwickelt wurde, wie es Bund und Länder von ihm erbeten haben. Im Anschluss könnten jeweils 12 - 15 Fachgebiete pro Jahr bewertet werden, um innerhalb von vier Jahren das gesamte Spektrum der Wissenschaft abzudecken.

Hinweis: Die "Empfehlungen zu Rankings im Wissenschaftssystem" (Drs. 6285/04) werden im Netz als Volltext veröffentlicht, sie können aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.

Dr. Christiane Kling-Mathey | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaftsrat.de

Weitere Berichte zu: Forschungsrating Wissenschaftssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten

06.12.2016 | Medizintechnik