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„Ideen als Waffe zur Verteidigung unserer globalen Wettbewerbsfähigkeit“

27.10.2004


Mit der Globalisierung wurde uns im letzten Jahrzehnt bewusst, welche prädestinierte Stellung Deutschland in der Weltgemeinschaft inne hatte.



Mit der verbesserten Ausbildungssituation in vielen anderen Ländern, insbesondere in den bevölkerungsreichen Staaten Asiens und Lateinamerikas und dem freien Warenverkehr, ist in den letzten Jahren eine massive wirtschaftliche Konkurrenz entstanden. Beachtliche



Qualität und Produktivität bei erheblich längeren Arbeitszeiten und geringeren Stundenlöhnen bringen Vorteile für diese aufsteigenden Wirtschaftsnationen, denen wir außer unserem Exportfleiß und Ideenreichtum nur wenig entgegenzusetzen haben. Besonders problematisch ist die zusätzliche Beeinträchtigung unseres Wirtschaftsapparates durch ein unbeschreibliches Bollwerk an Bürokratie, die aus einer unnötig großen Anzahl an Gesetzen und Vorschriften erwächst.

Umso wichtiger erscheint uns die Frage, was geschieht mit den guten Ideen in unserem Lande und wie lässt sich deren Weg zum Erfolg bahnen.

„Patent ist nicht gleich Patent“

Es ist unbegreiflich, warum es trotz einem immensen Apparat an öffentlichen Bediensteten und Beamten bisher nicht möglich ist, die zum Patent oder Gebrauchsmuster eingereichten Ideen hinsichtlich ihres volkswirtschaftlichen Wertes oder ihres Marktpotentials entsprechend zu bewerten. Es wäre viel gewonnen, wenn 5 % der mit dem größten Potential für Umsatz und Arbeitsplätze versehenen Anmeldungen ausgefiltert und einer professionellen Weiterentwicklung und Realisierung zugeführt würden.

Unsere Analyse zeigt, dass das Gros der Anmeldungen großer Unternehmen auf Einsparung von Ressourcen, also Energie, Rohstoff und Arbeitskraft, abzielt. Mit diesen Innovationen wird zwar die Wettbewerbsfähigkeit erhalten oder gesteigert, neue Arbeitsplätze und ein gesamtheitlich erhöhter Umsatz entstehen dadurch jedoch in der Regel nicht. Anders ist dies bei den Anmeldungen der KMUs und freien Erfinder. Hier werden häufig grundsätzlich neue Lösungen vorgeschlagen, die einen erheblich längeren und weniger sicheren Weg zum Erfolg gehen. Diese Ideen sind es jedoch, aus denen oft nach mehr als einem Jahrzehnt neue Dienstleistungsbereiche oder Industriezweige entstehen und eine Vielzahl von Arbeitsplätzen geschaffen werden.

Können wir es uns noch länger leisten, einen guten Teil unserer Zukunft zu verspielen, weil einige wenige Interessensgruppen oder Konzerne kein Interesse an einer dann teilweise sprunghaften Weiterentwicklung haben? Leider hat sich auch Frau Zypries bereits nach weniger als einem Jahr von den Interessen einzelner Ämter und der Großindustrie weitgehend in Beschlag nehmen lassen. War anfänglich eine nahezu 100 %ige Übereinstimmung in der Zielsetzung des Deutschen Erfinderverbandes mit der Bundesjustizministerin festzustellen, so konnte Schritt für Schritt beobachtet werden, wie die Interessen der oben benannten Klientel mehr und mehr Beachtung fanden. Dabei wurde nicht berücksichtigt, dass der DEV als gemeinnütziger Verband keine wirtschaftlichen Interessen für sich oder seine Vorstandsmitglieder hegt, sondern lediglich ausreichend gute

Bedingungen für die kreativen Geister in unserem Lande wünscht.

Diese Unabhängigkeit können die Vertreter der Patentanwälte, des Patentamtes oder auch der Unternehmen für sich in keinem Falle in Anspruch nehmen.

Der größte Feind des Erfinders ist die Unwissenheit!

In den letzten beiden Jahren wurde viel über die Bildungsmisere in Deutschland geschrieben. Häufig wird diese dabei mit der tiefer liegenden Erziehungsmisere verwechselt oder verdeckt.

Für die Ausbildung der Erfinder ist der Begriff „Bildungsmisere“ jedoch äußerst treffend. Für den Vorstand des Deutschen Erfinderverbandes stellt sich dabei die grundlegende Frage, ob diese Misere ausschließlich auf einem Mangel an Angebot oder auch auf mangelnde Nachfrage beruht.

Tatsache ist, dass wir, wenn wir diese Chance zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit nutzen wollen, der Kreativität, beginnend vom Kindergarten bis hin zur Bewertung der Mitarbeiter, mehr Bedeutung zumessen müssen. Mit dieser grundlegenden Veränderung muss der Lehrinhalt und das Angebot auch für die Erwachsenenbildung einhergehen.

Das Schulen von Kreativitätstechniken oder die Nutzung der Recherche werden über alle Ausbildungsbereiche und Stufen hinweg stiefmütterlich behandelt. Dabei sei ausdrücklich darauf verwiesen, dass Kreativität nicht nur einen Wettbewerbsvorteil bei der Schaffung neuer technischer Lösungen darstellt, sondern dass sie für jeden Bereich unseres Lebens entscheidende Vorteile bringen kann.

Wo bestehen die größten Mißstände im Zusammenhang mit der Nutzung von Kreativität?

1. Entgegen der Aussage im Grundgesetz wird geistiges Eigentum dem materiellen Eigentum nicht gleichgesetzt. Damit ist der widerrechtlichen Nutzung geistigen Eigentums durch den wirtschftlich Stärkeren Tür und Tor geöffnet.

2. Schulung und Ausbildung zur Steigerung und Nutzung der eigenen und kollektiven Kreativität sowie zur Realisierung der Ideen ist nur partiell und sporadisch gegeben.

3. Der tief eingelaufene Apparat zum Schutz des geistigen Eigentums arbeitet aufgrund veralteter gesetzlicher Vorgaben ineffektiv, langsam und wenig zielgerichtet.

Dipl.-Ing. Karl Bauch | Deutscher Erfinder-Verband e.V.

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