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Qualifizierung zum Rating-Analysten

25.10.2004


Kurt F. Viermetz zum Start der 9. Augsburger Qualifizierung zum Rating-Analysten


Mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der ganzen Bundesrepublik - u. a. aus Hamburg, Aachen, Mainz, Wiesbaden und München -, die durchwegs Leitungspositionen in Geschäftsführungen von Unternehmen, Beteiligungsgesellschaften oder Unternehmensberatungen innehaben, hat am Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer (ZWW) der Universität Augsburg mit dem Wintersemester 2004/05 die mittlerweile 9. Qualifizierung zum zertifizierten Rating-Analysten begonnen. Der Vorsitzende des Hochschulrats der Universität Augsburg, Kurt F. Viermetz, mahnte mit der Kompetenz und langjährigen internationalen Erfahrung des ehemaligen Director of the Board von J. P. Morgan Incorporated, des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der HypoVereinsbank AG München und des derzeitigen Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Hypo Real Estate Holding AG die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des neuen Kurses bei der Begrüßungsveranstaltung, sich vor dem Hintergrund der fatalen Konsequenzen, die eine mangelhafte Schuldnerbewertung haben könne, der weitreichenden Verantwortung des Raters bewusst zu sein.

Auf den Hintergrund langjähriger internationaler Banker-Erfahrung sieht Kurt F. Viermetz das Augsburger Qualifizierungsangebot als wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Rating-Kultur in Deutschland.


Unternehmen, die um ein Rating nachsuchen, weil sie auf dem Kapitalmarkt kostengünstig und ergiebig Geld aufnehmen wollen, hätten ein natürliches Bedürfnis, die eigene Lage möglichst positiv darzustellen. Unkritisch auf dieses Bedürfnis einzugehen, liege nicht im Sinne langfristiger Vertrauensbildung, warnte Viermetz. Eine allzu kritische Haltung des Raters sei aber ebenfalls nicht produktiv, da sie die Möglichkeiten des emittierenden Unternehmens zunächst einmal beschneide, ohne die potentiellen Gläubiger wirklich zu schützen. Diese würden sich mittelfristig nämlich ihr vom Rating unabhängiges eigenes Urteil bilden. "Grund genug also für beide Seiten - für das Unternehmen hier und für den Rater dort -, offen, verständnisvoll und vernünftig miteinander zu arbeiten und den Ausgleich zu suchen", so Viermetz.

Beitrag zur Professionalisierung der Rating-Kultur in Deutschland

Vor diesem Hintergrund hob der Hochschulratsvorsitzende die Bedeutung der vom Augsburger ZWW seit dem Jahr 2000 angebotenen "umfassenden und ganzheitlichen Rating-Qualifizierung" hervor, die nicht zuletzt dank der Kooperation mit den "drei Großen" unter den internationalen Rating-Agenturen - Standard & Poor’s, Fitch Ratings und Moody’s - eine einzigartige Qualität für sich in Anspruch nehmen darf. Diese Augsburger Qualifizierung sei ein wesentlicher Beitrag zur "Professionalisierung des Rating-Bereichs", sie trage entscheidend zur Weiterentwicklung der Rating-Kultur in Deutschland und Europa bei.

Historisch und strukturell bedingte Dominanz des Angloamerikanischen Ansatzes

Viermetz ging in diesem Zusammenhang auch auf die Diskussion über die Macht der Rating-Agenturen und über die hier zu konstatierende Dominanz des anglo-amerikanischen Ansatzes ein, die die aus seiner, Viermetz’, Sicht, übertriebene Befürchtung erwecke, "dass Entscheidungen über die Kreditwürdigkeit deutscher und europäischer Firmen in Übersee getroffen würden".

Für die historisch starke Stellung der amerikanischen Agenturen nannte Viermetz primär zwei Gründe: Der eine liege in der "Größe und Spezialisierung des amerikanischen Kapitalmarktes. Durch die Vielzahl der Emissionen und die Bedeutung des Verbriefungssektors ist das Bedürfnis nach Vergleichbarkeit und Transparenz hoch. gerade das Segment der Unternehmensanleihen ist in den USA seit Jahrzehnten ungleich größer und vielfältiger als in Deutschland. Hierzulande ist erst wieder in jüngster Zeit die Entkoppelung vom Bankkredit in Gang gekommen, in den USA ist dies schon seit Anfang der 80er Jahre der Fall." Zum zweiten sei die hohe Dienstleistungsorientierung der amerikanischen Wirtschaft von großer Bedeutung in diesem Kontext. "Sobald ein nachhaltiger Bedarf entsteht", so Viermetz, "reagiert die Angebotsseite flexibel und schnell. Märkte sind Entdeckungsverfahren, hat der Nobelpreisträger F. A. von Hayek erkannt, zumindest solange sie nicht überreguliert sind. Und in der liberalen, in hohem Maße arbeitsteiligen amerikanischen Wirtschaft konnten sich die Rating-Agenturen besser und früher entwickeln."

Akademische Fundierung und Erfahrungsinput aus der Praxis

Im Sinne des Beitrags, den die universitäre Augsburger Rating-Qualifizierung zur Deckung des deutschen und europäischen Nachholbedarfs gegenüber dem in den USA üblichen Standard zu leisten vermag, maß Viermetz der "akademischen und institutionellen Fundierung und Trägerschaft dieses ehrgeizigen Programms" hohe Bedeutung bei. Großen Anteil am Erfolg hätten aber auch die Praktiker aus den Rating- und Beratungsunternehmen, aus Banken und öffentlichen Finanzinstitutionen und aus Verbänden, die als Dozenten und Berater ihre Erfahrung in diese Ausbildung einbringen.

Die 10. Qualifizierung zum Rating-Analysten am ZWW der Universität Augsburg beginnt am 4. März 2005. Anmeldeschluss ist der 15. Januar 2005. Anmeldungen, die bis zum 1. Dezember 2004 eingehen, erhalten auf die Teilnahmegebühr von 11.500 Euro einen Frühbucherrabatt von 10 Prozent.

Dr. Walburga Sarcher | Universität Augsburg
Weitere Informationen:
http://www.ratinganalyst.de

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