Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsame Forschung im virtuellen Institut - Wissenschaftler gründen virtuelles Institut für Biotische Interaktionen

22.10.2004


Pilze leben in enger Gemeinschaft mit Bäumen, Bodentiere verändern das Wachstum von Pflanzenwurzeln, und Bakterien können die Immunabwehr von Pflanzen gegen Krankheiten stärken. Wie sich Pflanzen, Insekten, Pilze und Bakterien gegenseitig nutzen oder schaden, nehmen Wissenschaftler aus dem Forschungszentrum Jülich, dem GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg, von der Technischen Universität Darmstadt und vom Max Planck Institut für Chemische Ökologie in Jena nun gemeinsam unter die Lupe. Sie gründeten kürzlich das "Virtuelle Institut Biotische Interaktionen", um ihr vielfältiges Know-how gemeinsam zu nutzen und ihre Aktivitäten noch stärker als bisher zu bündeln.

"Durch das Zusammenspiel vieler Organismen sind biotische Interaktionen enorm komplex. Das macht sie so faszinierend, aber auch so schwierig zu erforschen", erklärt Prof. Ulrich Schurr, Leiter des Jülicher Instituts Phythosphäre. "Mit dem virtuellen Institut haben wir jetzt die Chance, bislang unbekannte Mechanismen des Wechselspiels zwischen Organismen zu erforschen."

Für das neue Institut ist jedoch kein neues Gebäude nötig, die Wissenschaftler müssen nicht umziehen und werden sich auch nicht täglich im Labor begegnen. Im virtuellen Institut bündeln die beteiligten Forschergruppen ihre unterschiedlichen Kompetenzen, um die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Insekten, Bodentieren und Mikroorganismen von verschiedenen Seiten her zu beleuchten. Dazu planen und bearbeiten sie die Forschungsarbeiten nun gemeinsam. Der Aufbau von virtuellen Instituten wird derzeit durch die Helmholtz-Gemeinschaft besonders gefördert.

Die Wissenschaftler untersuchen die vom Wurzelsystem der Pflanzen beeinflusste Bodenschicht Rhizosphäre , in der sich Wurzeln, Bakterien, Pilze und Bodentiere einen ganz eigenen Lebensraum schaffen. Verbessern Mikroorganismen in dieser Rhizosphäre die Nährstoffversorgung der Pflanze? Scheiden sie Signalstoffe aus, die das Immunsystem der Pflanze stärken oder das Wachstum beschleunigen können? Auch Regenwürmer, Springschwänze oder Einzeller beeinflussen die Pflanze über und unter der Erde. Wenn beispielsweise Amöben einzellige Lebewesen Mikroorganismen an der Wurzel abweiden, reagiert die Pflanze auch an Blättern oder Wurzeln, die weit entfernt sind. Frisst eine Larve an den Blättern der Pflanze, ändert sich die Zusammensetzung der Mikroorganismen an der Wurzel. Durch solche Wechselwirkungen können Pflanzen sowohl geschwächt als auch gestärkt werden. In welchem Verhältnis Nutzen und Schaden dieser Wechselwirkungen steht, wird im virtuellen Institut für Biotische Interaktionen erforscht.

Nachwuchswissenschaftler werden durch die interdisziplinäre Arbeitsweise des virtuellen Instituts eine außergewöhnliche Ausbildung bekommen. Sechs Doktoranden haben ihre Promotion bereits begonnen und erhalten derzeit in Jülich, Darmstadt, München und Jena an den verschiedenen realen Instituten einen breitgefächerten Einblick. Zusätzlich ist eine "Summerschool Biotische Interaktionen" geplant.

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Berichte zu: Bakterie Biotische Interaktion Mikroorganismus Pflanze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise