Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NRW macht als erstes Bundesland seine Wissenschaftler zu digitalen Herausgebern

30.09.2004


Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft unterzeichnet die "Berliner Erklärung" und stellt die Initiative "Digital Peer Publishing NRW" vor / Max-Planck-Gesellschaft übernimmt NRW-Lizenz



Nordrhein-Westfalen bietet seinen Wissenschaftlern zukünftig die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse weltweit schnell, unmittelbar und transparent zu veröffentlichen. Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft stellte heute (30.9.) in Düsseldorf die Initiative "Digital Peer Publishing NRW" (DIPP) vor: "Wissenschaftlicher Fortschritt lebt vom Austausch der erzielten Erkenntnisse. Ergebnisse, die spät und nur einem begrenzten, zahlungskräftigen Interessentenkreis zur Verfügung stehen, können die Forschung nicht nachhaltig voran bringen. Mit DIPP bietet NRW seinen Forschern nun die Basis für zeitnahes, digitales Publizieren."



Bisher werden wissenschaftliche Ergebnisse überwiegend in gedruckten Fachzeitschriften und in der Regel nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung publiziert. Hier geht NRW nun neue, schnelle und digitale Wege:

In der vom Wissenschaftsministerium mit 600.000 Euro finanzierten Initiative "Digital Peer Publishing NRW" werden acht elektronische Fachzeitschriften und ihre Redaktionen an nordrhein-westfälischen Universitäten und Fachhochschulen gefördert. Die Initiative hat bei der Umsetzung des digitalen Publizierens sowohl bei der Software als auch bei der rechtlichen Absicherung Neuland betreten. Sie entwickelte sowohl die "Deutsche Freie Software Lizenz (DFSL)", eine Art Mustervertrag zur Nutzung selbstentwickelter Software, als auch die "Digital Peer Publishing Lizenz (DPPL)", die regelt, wie die publizierten Inhalte genutzt werden dürfen.

"Die elektronischen Fachzeitschriften ermöglichen es, wissenschaftliche Arbeiten zeitnah zu veröffentlichen. Und die Lizenzen schaffen den Rahmen und die Regeln, wie diese Arbeiten im Internet weiter verwendet werden dürfen," skizzierte Kraft die Besonderheiten des Modells. Als Garant für die Qualität der Fachbeiträge werden die eingereichten Artikel einem peer-review-Verfahren unterzogen, einem Begutachtungsprozess durch externe Experten.

Wissenschaftsministerin unterzeichnet "Berliner Erklärung"

Die nordrhein-westfälische Initiative setzt gezielt auf Open Access, also den ungehinderten Zugang zu wissenschaftlichen Informationen im Internet ohne finanzielle, rechtliche oder technische Beschränkungen. NRW ist damit das erste Bundesland, das die von der Max-Planck-Gesellschaft initiierte "Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen" praktisch umsetzt. Ministerin Kraft unterzeichnete die Erklärung heute gemeinsam mit Professor Jürgen Renn, dem Initiator der "Berliner Erklärung" bei der Max-Planck-Gesellschaft und Leiter des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

In der "Berliner Erklärung" sprechen sich namhafte deutsche und internationale Forschungseinrichtungen nachdrücklich für die konsequentere Nutzung des Internets zur wissenschaftlichen Kommunikation und zur Veröffentlichung von Forschungsergebnissen mit dem Ziel des freien Zugangs zur Wissenschaft und deren Arbeitsergebnissen aus. Zu den Unterzeichnern gehören u.a. die Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der Hochschulrektorenkonferenz sowie der Vorsitzende des Wissenschaftsrates.

Professor Renn betonte, der Erfolg der Berliner Erklärung hänge davon ab, ob es gelinge, auch die notwendigen politischen Weichenstellungen vorzunehmen: "Das Land Nordrhein-Westfalen hat nun als erstes Bundesland durch Unterzeichnung und Umsetzung der Berliner Erklärung diese Herausforderung aufgegriffen und dadurch aus Sicht der Max-Planck-Gesellschaft seine Position als Wissenschaftsstandort nicht unwesentlich gestärkt."

Zukünftig werden Ministerium und Max-Planck-Gesellschaft in diesem Feld enger zusammenarbeiten. Die Max-Planck-Gesellschaft greift das fortschrittliche Softwarelizenzmodell der NRW-Initiative auf und empfiehlt ihren Instituten zukünftig die Nutzung der Lizenz für Softwarevorhaben. Gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen wird sie die auf das deutsche und europäische Recht zugeschnittene Lizenz zukünftig in einem so genannten Lizenzrat voranbringen.

Weitere Informationen zur Publikationsinitiative Digital Peer Publishing NRW, den geförderten elektronischen Fachzeitschriften sowie zu den beiden Lizenzmodellen finden Sie im Internet.

Ralf-Michael Weimar | idw
Weitere Informationen:
http://www.dipp.nrw.de

Weitere Berichte zu: Bundesland Lizenz Max-Planck-Gesellschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie