Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Wettbewerb der Ideen" über effiziente Ausgestaltung von Studiengebühren

29.09.2004


"Studiengebühren sind notwendig für die künftige Finanzierung unserer Hochschulen, sie dürfen aber niemanden vom Studium abschrecken. Wir brauchen die besten Köpfe an den Universitäten und nicht die dicksten Geldbeutel. Nur so können wir ein ’Land der Ideen’ werden." Dies erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Fran-kenberg am 29. September bei der Bundespressekonferenz zum Thema "Studienfinanzierung" in Berlin. Sie wurde bestritten von der Bundesvereinigung der Deut-schen Arbeitgeberverbände e. V. (BDA), der Hochschulrektorenkonferenz und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.


Minister Frankenberg stellte heraus, dass die Gebühren nur ein kleiner Beitrag zu den Gesamtkosten eines Studiums sein könnten, die sich in Deutschland auf durchschnittlich 8.500 Euro pro Semester belaufen. "In Baden-Württemberg halten wir 500 Euro pro Semester für einen angemessenen Betrag. Kosten in Höhe von bis zu 28.000 Euro im Jahr, wie sie an privaten amerikanischen Hochschulen teilweise anfallen, muss in Deutschland auch künftig niemand bezahlen." Ausgeschlossen werden müsse auch eine übermäßige Anhäufung von Schulden aus BAföG und Studiengebührengebühren. "Ich denke an eine Obergrenze von 15.000 Euro insgesamt. Auch eine Härtefallregelung ist vorgesehen", sagte Frankenberg mit Blick auf das von ihm bereits Anfang dieses Jahres vorgelegte Papier "10 Eckpunkte zur Einführung sozialverträglicher Studiengebühren in Baden-Württemberg".

Es sei zu begrüßen, dass inzwischen ein "Wettbewerb der Ideen" über die effiziente und sozial gerechte Ausgestaltung von Studiengebühren zustande gekommen sei. Der jetzt vorgelegte Vorschlag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände liefere einen weiteren wichtigen Beitrag und decke sich in wichtigen Punk-ten mit dem baden-württembergischen Modell, beispielsweise bei der Frage der Darlehensfinanzierung. "Anders als der BDA halte ich aber eine vom Elterneinkommen abhängige Ausbildungsförderung für die sozial gerechtere Lösung. Diesen Punkt gewichte ich höher als die - zweifellos vorhandenen - Vorteile einer Ausbildungsförderung, die unabhängig von der Einkommenssituation der Studierenden und ihrer Eltern gewährt wird." Er könne es sich durchaus vorstellen, dass in den einzelnen Bundesländern Studiengebühren unterschiedlich erhoben werden. Ein einheitliches Verfahren sei seiner Meinung nach nicht nötig, da die Besonderheiten der Hochschulsysteme in den Ländern berücksichtigt werden müssten.


Minister Frankenberg stellte klar, dass es sich bei allen Überlegungen zur Ausgestaltung von Studiengebühren lediglich um Modelle handele. An eine Umsetzung sei derzeit nicht zu denken, da das Hochschulrahmengesetz allgemeine Studiengebühren verbiete. "Ich halte das für unakzeptabel. Für die Hochschulfinanzierung sind allein die Länder zuständig", kritisierte er. "Diese werden nun durch ein Gesetz des Bundes daran gehindert, die für die Hochschulen dringend benötigten zusätzlichen Einnahmequellen zu eröffnen. Wir sind gespannt auf das Urteil des Bundesverfas-sungsgerichtes, das sich bald mit dem Gebührenverbot befassen wird. Es wird dabei nicht nur um die Zulässigkeit von Studiengebühren gehen, sondern auch darum, welche Bedingungen die Richterinnen und Richter möglicherweise formulieren." Erst nach dem Urteilsspruch sei an eine konkrete Ausgestaltung zu denken.

Biljana Bojic | idw
Weitere Informationen:
http://www.mwk.bwl.de

Weitere Berichte zu: Ausbildungsförderung Ausgestaltung BDA Semester Studiengebühr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

nachricht Roboter als Förderer frühkindlicher Bildung – Neues Forschungsprojekt an der Uni Paderborn
07.02.2018 | Universität Paderborn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics