Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dresden wird zum wichtigsten Standort der europäischen Forschung für Nanoelektronik

30.08.2004


Am heutigen Montag haben Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF), Georg Milbradt, Ministerpräsident von Sachsen, Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft sowie Hector Ruiz, Vorstandsvorsitzender von Advanced Micro Devices Inc. (AMD) und Wolfgang Ziebart, designierter Vorstandvorsitzender der Infineon Technologies AG, ein „Memorandum of Understanding“ im Schloss Eckberg in Dresden unterzeichnet. Damit legten sie die Basis für das neue Forschungszentrum für Nanoelektronische Technologien (CNT) in Dresden. Die Nanoelektronik ist eine Weiterentwicklung der Mikroelektronik, die mit noch kleineren Bauteilen höhere Leistungen schafft.



Damit wird Dresden zu einem der wichtigsten Standorte der europäischen Spitzenforschung auf dem Gebiet der Nanoelektronik. Bereits heute ist die Region Dresden mit einem Netzwerk aus Industrie, Instituten und Hochschulen der größte europäische Elektronikstandort. Hier werden hochkomplexe Chips produziert, die international zur Weltspitze gehören. Dank kontinuierlicher Investitionen und hoher Wertschöpfung entstanden in den vergangenen Jahren über 20.000 Arbeitsplätze.



In dem „Memorandum of Understanding“ vereinbarten die Partner Forschungsschwerpunkte, Organisation und Finanzierung. Die Fraunhofer-Gesellschaft, Infineon und AMD werden gemeinsam das Zentrum für Nanoelektronik als Fraunhofer-Einrichtung aufbauen. Es nutzt Reinraumfläche sowie Infrastruktur im neuen Entwicklungs-zentrum für Speicherprodukte bei Infineon in Dresden. Dort werden Anwender und Entwickler auf dem Gebiet der Nanotechnologie forschen und Ergebnisse in der Produktion testen. Schwerpunkt ist die 300 mm Siliziumwafer Technologie. Der Freistaat Sachsen und das BMBF unterstützen die neue Fraunhofer-Einrichtung mit Zuschüssen von insgesamt 80 Mio. Euro. Die Industriepartner planen in den nächsten fünf Jahren Forschungsprojekte von rund 170 Mio. Euro.

„Das neue Zentrum stärkt unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Dresden und ermöglicht uns, noch enger mit hiesigen Universitäten, Instituten und AMD zusammenzuarbeiten“, sagte Wolfgang Ziebart für Infineon. Erst im vergangenen Jahr hat Infineon mit dem Entwicklungszentrum für Speicherprodukte seine Technologie-Entwicklung im Speicherbereich in Dresden gebündelt.

"Mit unserer Beteiligung wollen wir AMDs erfolgreiches Engagement in Dresden fortsetzen. Wir erwarten, dass unser neues 300 mm Werk AMD Fab 36 direkt von der produktionsnahen Forschung und Entwicklung, die im CNT geplant ist, profitieren wird", ergänzte Hector Ruiz, Vorstandsvorsitzender von AMD.

„Das Zentrum ist ein Modell für die Verzahnung von Forschung und Fertigung“, so Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. „Es steht weiteren Partnern offen, beispielsweise Material- oder Geräteherstellern. Wesentlich für den Erfolg ist, dass alle Komponenten - Prozesse, Anlagen und Materialien - gleichzeitig einsatzbereit sind. Damit passt es hervorragend zu den bisherigen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Fraunhofer-Institute in der Mikroelektronik."

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn erklärte: „Mit der Gründung des Fraunhoferzentrums setzt das BMBF bereits ein Jahr nach Gründung des Maskenhauses einen weiteren wichtigen Schwerpunkt in der Nanoelektronik. Nirgendwo werden Ergebnisse der Grundlagenforschung rascher in Produkte umgewandelt als hier. Mit dem CNT wählen wir erstmals den Weg, gleich zum Start eine Partnerschaft mit der Industrie zu vereinbaren. Das alles zeigt, wie attraktiv Deutschland als Standort für Innovation ist“.

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt freute sich, dass Dresden zum Magneten führender Mikro- und Nanoelektronikforscher weltweit wird. „Ich bin sicher, dass sie bald mit innovativen Technologieprodukten von sich reden machen. Ich werde mich dafür einsetzen, die besten Wissenschaftstalente ins sächsische Elbflorenz zu holen. Ich hoffe, dass wir bald weitere Früchte unserer langfristigen Politik ernten, die auf Hochtechnologie setzt, gute Kontakte zu den Unternehmen pflegt und Investitionen unterstützt".

Wafer: Scheibe aus Halbleitermaterial, auf der eine Vielzahl identischer Chips aufgebaut wird. Die bisher größten Wafer haben einen Durchmesser von 300mm.

Silizium: Halbleitermaterial mit verhältnismäßig geringer Eigenleitung, die durch Dotierung mit Fremdatomen gezielt heraufgesetzt werden kann. Weitere günstige Eigenschaften machten das Material zum nahezu idealen Werkstoff für die Herstellung elektronischer Bauelemente bis hin zu Speicherchips und Mikroprozessoren.

Nanoelektronik: Die Wissenschaft und Technik zur Erforschung und Herstellung von Materialstrukturen kleiner als 1 µm.

| BMBF
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: AMD CNT Fraunhofer-Gesellschaft Infineon Nanoelektronik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau