Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neubauten für die Lebenswissenschaften

27.08.2004


In Baden-Württemberg wird in den kommenden Jahren eine Reihe von Neubauten für die Lebenswissenschaften entstehen. Die Realisierung dieser Neubauprojekte steht jetzt unmittelbar bevor. Der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Prof. Dr. Peter Frankenberg, freute sich, dass es trotz schwieriger Haushaltssituation von Land und Bund gelungen ist, die Finanzierung sicher zu stellen. "Die Lebenswissenschaften gelten als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts", sagte er am 27. August. Alle Bauten werden nach dem Hochschulbauförderungsgesetz je zur Hälfte von Bund und Land finanziert.



Neubauten erhalten die Universität Freiburg für das Zentrum für Biosystemanalyse (ZBSA), die Universität Heidelberg für das Forschungsnetz Bioquant (Quantitative Analyse molekularer und zellulärer Biosysteme) sowie die Universität Ulm für das Forschungsgebäude für biochemische und biomedizinische Grundlagenforschung. Mit den Bauten konnte im Juni dieses Jahres begonnen werden.



Darüber hinaus erhält die Fachhochschule Biberach einen Neubau für den geplanten Fachbereich "Pharmazeutische Biotechnologie. Hier soll ein neuer, in dieser Form einmaliger Studiengang untergebracht werden.

Lebenswissenschaftliche Zentren:

Ziel des geplanten Zentrums für Biosystemanalyse (ZBSA) der Universität Freiburg ist es, die Möglichkeiten für ein umfassendes Studium vollständiger biologischer Systemeinheiten (Zelle, Gewebe/Organ, Organismus) zu schaffen. Dabei sollen alle verfügbaren Daten von den verschiedenen Ebenen der Gen-Expression eines Systems einbezogen werden. Das von unabhängigen Gutach-tern als höchst bedeutsam und innovativ bewertete Konzept verspricht neue biomedizinisch und biotechnologisch relevante Erkenntnisse. Das ZSBA ist das erste Zentrum für Biosystemanalyse in der Bundesrepublik. In dem Zentrum wird ein breites interdisziplinäres Zusammenwirken von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Fakultäten Biologie, Medizin, Forstwissenschaften, Chemie und Pharmazie, Physik sowie angewandte Wissenschaften stattfinden.

Das zentrale Forschungsgebäude wird eine Hauptnutzfläche von 3.046 m² auf-weisen und in das Areal des Freiburger Biologikums an der Schänzlestraße eingebettet werden. Die Kosten für Bau und Erstausstattung werden rd. 21 Mio Euro betragen. Die Maßnahme wird im Rahmen der Zukunftsoffensive III realisiert. Mit vorbereitenden Maßnahmen wurde im Juni 2004 begonnen. Der eigentliche Baubeginn ist im März/April 2005. Das Gebäude wird voraussichtlich Anfang 2007 fertig gestellt.

Das Forschungsnetz Bioquant (Quantitative Analyse molekularer und zellu-lärer Biosysteme) an der Universität Heidelberg wird sich mit der quantitativen Analyse räumlicher und zeitlicher Interaktionen von Molekülen und Molekül-komplexen beschäftigen. Durch die Klärung der Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge von Prozessen in Zellen und Zellverbänden sollen grundle-gende Erkenntnisse für Therapie und Prophylaxe von Krankheiten gewonnen werden. Hierzu sollen im Zentrum Bioquant experimentell arbeitende Gruppen aus Biologie und Medizin mit dem methodischen Know How aus Biophysik, Biochemie und Wissenschaftlichem Rechnen zusammengeführt werden.

Das zentrale Forschungsgebäude mit einer Hauptnutzfläche von 4.883 m² wird auf dem Campus Neuenheimer Feld errichtet. Die Kosten für Bau und Erstausstattung betragen rd. 26,8 Mio Euro. Mit den Baumaßnahmen wurde im Juni 2004 begonnen.

Das Forschungsgebäude für biochemische und biomedizinische Grundlagenforschung an der Universität Ulm stellt räumliche Ressourcen für die pro-jektbezogene Drittmittelforschung im Bereich der Lebenswissenschaften bereit. Daneben wird auf den neu geschaffenen Flächen das Forschungsnetz Zy-toOrganoPoese untergebracht. Ziel des geplanten Netzwerks ist die Zusam-menführung von Ressourcen auf dem Gebiet der medizinisch ausgerichteten Biotechnologie, um Probleme der Stammzellbiologie und regenerativen Zellthe-rapie interdisziplinär zu bearbeiten. Den Kern des Netzwerks soll die neu etablierte Arbeitsgruppe "Stammzellbiologie" bilden.

Das Forschungsgebäude wird eine Hauptnutzfläche von 5.348 m² aufweisen. Die Gesamtkosten betragen rd. 35,3 Mio Euro. Mit dem Bau wurde im Juni 2004 begonnen.

Biopharmazie Biberach

In dem Neubau für den geplanten Fachbereich Pharmazeutische Biotechnologie an der Fachhochschule Biberach soll ein neuer, in dieser Form einmaliger Studiengang untergebracht werden. Der Bachelor-Studiengang Pharmazeutische Biotechnologie, der zum Wintersemester 2006/07 seinen Be-trieb aufnehmen soll, ist spezifisch auf die Bedürfnisse der einschlägigen Unternehmen zugeschnitten. Studierende sollen in sieben Semestern das notwendige Rüstzeug für die biotechnologische Entwicklung und Produktion erhalten.

Der Anteil von Biopharmazeutika an neu zugelassenen Medikamenten ist stark gestiegen und liegt mittlerweile bei rund 30 Prozent. Durch wissenschaftlich fundierte und praxisnahe, internationalen Standards entsprechende Studieninhalte soll der dringend benötigte qualifizierte Nachwuchs gesichert werden, der weltweit für Unternehmen in der biotechnologischen Entwicklung und Produktion von Arzneimitteln essenziell ist.

Das Projekt wird auf der Basis einer bislang beispiellosen Kooperation von Industrie, Stadt und Landkreis Biberach sowie dem Land realisiert. An den Gesamtinvestitionen für den Bau in Höhe von 12,5 Mio. Euro beteiligen sich Boehringer Ingelheim, der Landkreis und die Stadt Biberach mit namhaften Beträgen .

Auch die FH Biberach selbst, die mit diesem Ausbau ein weiteres zukunftsweisendes Standbein erhält, beteiligt sich an der Personalausstattung durch Umwidmungen. Das Laupheimer Unternehmen Rentschler und die Kreissparkasse Biberach steuern je eine Stiftungsprofessur bei. Das Land stellt für den Betrieb des Studiengangs Mittel in Höhe von 9,75 Mio. Euro zur Verfügung. Der Neubau wird eine Hauptnutzfläche von rund 2000 m² aufweisen. Mit dem Bau soll Anfang 2005 begonnen werden; die Übergabe soll spätestens zum Wintersemester 2006/2007 erfolgen.

Biljana Bojic | idw
Weitere Informationen:
http://www.mwk.bwl.de

Weitere Berichte zu: Biotechnologie Lebenswissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Jeder Zweite nimmt mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil
24.05.2018 | Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V.

nachricht Das Klassenzimmer der Zukunft - DFKI & TUK eröffnen neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden
03.05.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics