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Unterstützung für junge Krebsforscher

25.08.2004


Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm der Deutschen Krebshilfe



Wenn junge Krebsforscher mit neuen Ideen aus dem Ausland zurückkommen, wird ihr Tatendrang oftmals gebremst. Der Grund: Mangelnde finanzielle Mittel und keine Zeit zum Forschen. Die Deutsche Krebshilfe sorgt mit ihrem „Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm“ seit Oktober 2000 für Abhilfe: Hoch qualifizierten Wissenschaftlern aus der klinischen Onkologie bietet sie Gelegenheit, nach der Postdoktoranden-Ausbildung eine eigene Arbeitsgruppe in der deutschen Krebsforscherlandschaft zu etablieren. Damit soll das Max-Eder-Programm verhindern, dass immer mehr qualifizierte Wissenschaftler ins Ausland abwandern.



Dr. Dr. Michael von Bergwelt-Baildon, 36-jähriger Onkologe, ist einer von 13 Jungwissenschaftlern, welche die Deutsche Krebshilfe derzeit über das Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm fördert. Dr. Dr. von Bergwelt-Baildon war als Postdoktorand bis 2003 in den USA an der Harvard Medical School in Boston tätig. Dort arbeitete er als Mildred Scheel Stipendiat der Deutschen Krebshilfe und der Lymphoma Research Foundation of America an der Entwicklung von therapeutischen Impfstoffen gegen Krebs. Dabei charakterisierte er neue universelle „Tumor-Antigene“, die mit Hilfe von spezialisierten Abwehrzellen zur Immuntherapie gegen Krebs eingesetzt werden sollen.

Zurück in Deutschland, arbeitet von Bergwelt-Baildon seit Juni 2004 als Max-Eder-Nachwuchswissenschaftler am Klinikum der Universität zu Köln. „Die bereitgestellten Mittel ermöglichen es mir, die Impf-Strategie zügig in klinische Studien umzusetzen“, so der 36-Jährige. Zunächst möchte er Impfungen für die Therapie beim Lungenkrebs und beim Neuroblastom entwickeln. Das Neuroblastom ist eine Krebserkrankung von Nervenzellen, die insbesondere im Kleinkindalter auftritt.

Oft ist es für Jungwissenschaftler, die aus dem Ausland heimkehren, schwer, an einer deutschen Klinik oder an einem deutschen Institut wieder Fuß zu fassen. „Insbesondere Ärzte sind so sehr mit der Krankenversorgung beschäftigt, dass ihnen keine Zeit zum Forschen bleibt“, erklärt Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Das neu erworbene Wissen und die Kenntnisse, die sich die jungen Wissenschaftler im Ausland angeeignet haben, gehen dadurch oftmals verloren.“

Hier setzt das Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm der Deutschen Krebshilfe an: Es richtet sich an junge Ärzte und Naturwissenschaftler mit kliniknaher Ausrichtung, die kurz vor dem Abschluss ihrer Postdoktorandenausbildung stehen. Idealerweise verbringen sie ihre Zeit als Postdoc im Ausland und kehren anschließend nach Deutschland zurück. Für einen Zeitraum von drei Jahren können bis zu 600.000 Euro für Personalstellen und Labormaterialien beantragt werden.

Die Deutsche Krebshilfe unterstützt die Nachwuchswissenschaftler jedoch nicht nur finanziell. Auch bei inhaltlichen Fragen oder Problemen steht ihnen die Organisation zur Seite. So treffen sich alle Max-Eder-Kandidaten in regelmäßigen Abständen, um zusammen mit einem Vertreter des Fachausschusses „Medizinische/Wissenschaftliche Nachwuchsförderung“ der Deutschen Krebshilfe ihre laufenden Forschungsarbeiten zu diskutieren.

„Während der kritischen Phase des Übergangs von der Arbeitsgruppe in den USA zur Eigenständigkeit hier in Deutschland ist die Freistellung von klinischen Aufgaben extrem wichtig. So habe ich nun Zeit meine Mitarbeiter anzuleiten und einzuarbeiten sowie Labormethoden zu etablieren“, hebt von Bergwelt-Baildon einen wesentlichen Vorteil des Förderprogramms hervor. Seine Nachwuchsgruppe gehört zum Bereich zelluläre Gen- und Immuntherapien, der derzeit unter der Leitung von Professor Dr. Michael Hallek als ein Schwerpunkt der Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln ausgebaut wird.

Max Eder - ein Pionier der Deutschen Krebshilfe

Professor Dr. Max Eder, nach dem das Nachwuchsgruppenprogramm benannt ist, war von der ersten Stunde an ein Mitstreiter der Deutschen Krebshilfe. Trotz seines starken beruflichen Engagements als Direktor des Pathologischen Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität in München war er lange Jahre Vorsitzender des Medizinischen und des Wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Krebshilfe. Seine menschliche Wärme, seine persönliche Integrität und seine überragende fachliche Kompetenz haben die Deutsche Krebshilfe entscheidend geprägt. 1998 verstarb Professor Eder im Alter von 73 Jahren.

Hinweise zur Bewerbung um das Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm [hier]

| Deutsche Krebshilfe e.V.
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de
http://www.krebshilfe.de/neu/projektfoerderung/maxeder_uebersicht.htm

Weitere Berichte zu: Forschen Krebsforscher Neuroblastom

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