Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

AiF: "Pakt für angewandte Forschung" böte Planungssicherheit für Innovationen

10.08.2004


„Für Gesellschaft und Unternehmen gilt: Innovationen, die wir nicht finanzieren, kommen uns am teuersten.“ Deshalb regt Johann Wilhelm Arntz, Präsident der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ (AiF) einen „Pakt für angewandte Forschung“ an, der bei Forschung und Entwicklung zu Gunsten mittelständischer Unternehmen verlässliche Zuwächse der staatlichen Mittel bis zum Ende der Dekade bieten soll.


„Eine solche verlässliche Grundlage für künftige Innovationen und die damit verbundene Planungssicherheit wird eigene Investitionen der Unternehmen auslösen“, erklärt Arntz. Bund und Länder haben sich kürzlich auf Eckpunkte für einen Pakt für Forschung und Innovation verständigt, der den beim Bundesministerium für Bildung und Forschung angesiedelten Forschungsorganisationen eine finanzielle Planungssicherheit von mindestens 3 Prozent Haushaltssteigerung jährlich bis zum Jahr 2010 geben soll. Laut Arntz kann es, gerade im Jahr der Innovationsoffensive, nicht angehen, dass demgegenüber die angewandte Forschung zu Gunsten des Mittelstandes massive Kürzungen hinnehmen soll: „Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit wird so seiner Rolle als Technologieförderer nicht gerecht.“

Mit Programmen wie der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) verfügt die AiF über ein hochwirksames Förderinstrumentarium, mit dem das Innovationspotenzial des Mittelstandes nachhaltig mobilisiert wird. Durch die hohe Hebelwirkung der staatlichen Fördermittel für Forschungsinvestitionen der Unternehmen ist die Industrielle Gemeinschaftsforschung für gemeinsame Anstrengungen von Staat und Wirtschaft besonders geeignet. Aber erhebliche Haushaltssperren reduzieren den Spielraum für neue Vorhaben um etwa ein Drittel. Unternehmen warten auf dringend benötigte Ergebnisse; Institute und Hochschulen müssen hochqualifizierte Mitarbeiter entlassen oder können junge Mitarbeiter nicht einstellen, die später in innovativen Unternehmen fehlen.


Bruttoinlandsprodukt und Fördermittel für die IGF stiegen während der 80er Jahre etwa parallel um rund 60 Prozent. Demgegenüber stagnierten die IGF-Mittel im Zehnjahreszeitraum von 1993 bis 2003, während das Bruttoinlandsprodukt um 29 Prozent wuchs. Arntz: „Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland sehen sich durch die Technologiepolitik des Bundes zunehmend benachteiligt. Beim Bundeswirtschaftsministerium unterliegt die Technologieförderung Kürzungen und Sperren, die jegliche Planungssicherheit zunichte machen und die IGF in ihrem Bestand gefährden.“

Daher fordert die AiF in ihren „Innovationspolitischen Thesen“, die Forschungsförderung aus dem Sparprozess explizit auszunehmen, damit sie nicht immer wieder in unberechenbarer Weise durch globale Minderausgaben und andere Sonderlasten wie den Rentenkompromiss nachhaltig geschädigt wird. Arntz: „In den kommenden sechs Jahren sollten die staatlichen Mittel für die Industrielle Gemeinschaftsforschung endlich berechenbar um 6 Millionen € pro Jahr erhöht werden. Diese 6 x 6 Millionen machen die Innovationsoffensive für den Mittelstand glaubwürdig und unterstützen das Ziel der EU, bis zum Jahr 2010 3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschung und Entwicklung auszugeben.“ Der Entwurf des Bundeshalts 2005 sieht für die Programme der Technologie- und Innovationsförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit keine zusätzlichen Mittel vor, sondern stattdessen wieder globale Sonderlasten, die bisher durch überproportionale Einsparungen bei der Forschung bewältigt wurden.

Seit 50 Jahren fördert die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) Forschung und Entwicklung zu Gunsten mittelständischer Unternehmen. Das industriegetragene Innovationsnetzwerk der AiF besteht aus über 100 industriellen Forschungsvereinigungen mit etwa 50.000 überwiegend mittelständischen Unternehmen und rund 700 eingebundenen Forschungsstellen.

Silvia Behr | AiF
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

Weitere Berichte zu: Gemeinschaftsforschung IGF Mittelstand Planungssicherheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise