Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großes Forschungsprojekt des Fraunhofer ITWM mit der Harvard Medical School

28.07.2004


Das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik wird gemeinsam mit der Harvard Medical School am Massachusetts General Hospital (MGH) in den USA im Bereich der Strahlentherapieplanung forschen. Das deutsch-amerikanische Projekt hat zunächst eine Laufzeit von vier Jahren; es wird finanziert vom National Cancer Institut, einer Abteilung des National Institute of Health (NIH) im amerikanischen Gesundheitsministerium. Das Projektbudget von gut einer Million US-Dollar teilen sich die Arbeitsgruppen der Antragsteller, Prof. Dr. Thomas Bortfeld am MGH und Priv.-Doz. Dr. Karl-Heinz Küfer am ITWM, hälftig. Die Förderung durch das NIH kann relativ unbürokratisch über den vereinbarten Zeitraum hinaus verlängert werden, falls das Projekt erfolgreich verläuft.



Die in der deutschen Forschungslandschaft äußerst seltene Projektförderung durch amerikanische Stellen ist für das ITWM eine hohe Auszeichnung, zumal die Förderquote des amerikanischen Gesundheitsministeriums bei maximal zwanzig Prozent der gestellten Anträge liegt. Der Antrag von MGH und ITWM gehörte nach Einschätzung der Gutachter zu den besten sieben Prozent.

... mehr zu:
»Harvard »ITWM »MGH »Medical »School


Die Abteilung "Optimierung" des Fraunhofer ITWM weitet damit ihre seit 1999 bestehende, in mehreren Projekten erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg im Bereich der Strahlentherapieplanung auf die USA aus. Zustande gekommen ist der Kontakt zur Harvard Medical School durch den dort lehrenden Prof. Bortfeld, der mit den Wissenschaftlern des ITWM schon zu seiner Heidelberger Zeit in zwei durch die Deutsche Krebshilfe e.V. und das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekten zusammengearbeitet hatte.

Ziel einer Strahlentherapieplanung ist es die Strahlungsintensität der individuellen Körpergeometrie so anzupassen, dass möglichst die hohen Dosen nur im bösartigen Geschwulst realisiert werden, während das umliegende gesunde Gewebe so weit wie möglich geschont werden soll. Mit den am ITWM entwickelten Methoden gelingt es, schneller und exakter einen vertretbaren Kompromiss zwischen gewollter Schädigung und notwendiger Schonung zu finden.

Aktueller Projektgegenstand ist nun die klinische Etablierung eines am ITWM entwickelten neuartigen Strahlentherapie-Planungswerkzeugs, mit welchem Kliniker erstmals in Echtzeit Therapieoptionen ausloten, diskutieren und entscheiden können. In der ersten Projektphase bearbeiten die Kaiserslauterer Mathematiker Daten von einigen besonders kompliziert zu planenden Krebsfällen aus Boston, um zu zeigen, dass mit den hiesigen Planungsmethoden eine effizientere Therapie möglich ist. Danach wird das Planungswerkzeug am MGH in den klinischen Routinebetrieb eingeführt.

Ein wichtiger Teilaspekt der Zusammenarbeit mit dem Massachusetts General Hospital ist der wissenschaftliche Austausch zwischen Harvard Medical School und dem Fraunhofer ITWM: zwei ITWM-Postdoktoranden werden für jeweils vier Monate nach Boston gehen und in der dortigen Arbeitsgruppe forschen. Umgekehrt besuchen Prof. Bortfeld und ein Post-Doc aus USA das ITWM.

| idw
Weitere Informationen:
http://www.itwm.fhg.de/radioplan

Weitere Berichte zu: Harvard ITWM MGH Medical School

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften