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Akademiker - Strategien für mehr Nachwuchs

16.06.2004

Die Zahl der Akademiker im erwerbsfähigen Alter wird in Deutschland von zuletzt 5,9 Millionen bis zum Jahr 2030 auf etwa 6,8 Millionen klettern – vor allem, weil Frauen in den vergangenen Jahren stärker an die Hochschulen drängten. Auf je 100 Personen der Gesamtbevölkerung werden daher 2030 knapp neun statt heute sieben Menschen im erwerbsfähigen Alter mit akademischem Abschluss kommen. Anschließend dürfte diese Zahl wieder zurückgehen, da sich die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben verabschieden. Doch auch die vorerst leicht ansteigende Akademikerquote reicht nicht aus, um den hohen Know-how-Standard und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu sichern.

Dabei muss lediglich an einigen Stellschrauben gedreht werden, um die Zahl der Menschen mit Magister, Diplom oder Bachelor- und Masterabschluss deutlich zu steigern. Blieben alle aus dem Ausland kommenden Studenten nach dem Abschluss ihres Studiums in Deutschland, könnte das akademische Arbeitskräftepotenzial im Jahr 2030 um knapp 14 Prozent höher sein, als es ohne Reformen der Fall wäre. Zudem müssten deutlich mehr junge Leute akademische Pfade einschlagen: Würden künftig acht von zehn Jugendlichen mit Hochschulreife ein Studium aufnehmen, gäbe es im Jahr 2030 gut 6 Prozent mehr Akademiker als ohne Reformen. Erforderlich ist auch ein um zwei Jahre früherer Studienbeginn sowie eine Erhöhung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre. All dies zusammen würde dazu führen, dass Deutschland im Jahr 2030 je 100 Einwohner fast zwölf Akademiker im erwerbsfähigen Alter hätte – drei mehr, als es ohne diese Maßnahmen wären.

Dr. Axel Plünnecke | IW - Köln
Weitere Informationen:
http://www.iwkoeln.de

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