Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jülicher Supercomputer die neue Nummer 1 in Europa

16.02.2004


Forschungszentrum Jülich nimmt neuen Höchstleistungsrechner in Betrieb Jülich, 16. Februar 2004 Umweltforscher tun es, Materialforscher tun es und Elementarteilchenphysiker auch: Sie nutzen die Supercomputer des Forschungszentrums Jülich. Jetzt können Jülicher Wissenschaftler und 100 Forschergruppen aus ganz Deutschland noch schneller als bisher berechnen, wie ein Schadstoff durch den Boden oder Wasserstoff durch eine Brennstoffzelle wandert. All das leistet der neue Supercomputer, den das Forschungszentrum Jülich heute in Betrieb genommen hat. Der IBM-Rechner kann nahezu neun Billionen neuntausend Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde ausführen und ist damit Europas schnellster Superrechner. Auch weltweit ist der neue Computer Spitze: Unter den zivilen Großrechnern nimmt er Platz 6 ein.


Wie entstehen schwarze Löcher? Wie breiten sich Schadstoffe im Grundwasser aus? Wie funktioniert Magnetismus auf der Nanoskala? Wie bewegen sich die Platten, die die Oberfläche unserer Erde bilden? Solche Fragen beantworten die Wissenschaftler mithilfe mathematischer Modelle, die sie auf einem Computer umsetzen. Da die Szenarien jedoch sehr komplex sind, brauchen sie eine große Rechenkapazität. Erst mit einem Supercomputer können die Wissenschaftler deshalb in einer vertretbaren Zeit berechnen, wie sich Erdplatten aneinander reiben oder wie schwere Sterne im Zentrum einer Galaxie zu einem schwarzen Loch verschmelzen. "Früher waren Naturwissenschaftler allein auf Experiment und Theorie angewiesen, um zu Ergebnissen zu gelangen. Das Wissenschaftliche Rechnen hat ihre Arbeit revolutioniert", so Dr. Thomas Lippert, Leiter des Zentralinstituts für Angewandte Mathematik (ZAM) am Forschungszentrum Jülich. "Immer dann, wenn ein Experiment zu aufwändig ist oder eine Theorie nicht mit Papier und Bleistift berechnet werden kann, sind die Wissenschaftler auf Computer-Simulationen angewiesen. Ideale Voraussetzungen dazu finden sie auf dem Höchstleistungsrechner in Jülich." "Das Wissenschaftliche Rechnen hat in Jülich eine lange Tradition", betonte der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums, Prof. Joachim Treusch, bei der Inbetriebnahme. "Mit dem neuen Supercomputer wird Jülich zum leistungsstärksten wissenschaftlichen Rechenzentrum in Europa." Gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Forschungszentrums, Dr. Hermann Schunck vom Bundesforschungsministerium, startete Treusch einen "Computer-Wettlauf" zwischen dem jetzigen und dem neuen Jülicher Supercomputer. Anhand eines Beispiels aus der Umweltforschung wurde deutlich, dass der neue Supercomputer weit mehr als das Zehnfache der gegenwärtig verfügbaren Rechenleistung zu bieten hat. Dabei wurde simuliert, wie sich Schadstoffe im Grundwasser ausbreiten. Dem Grußwort von Schunck als Vertreter des Bundes schlossen sich Dr. Waltraud Kreutz-Gers vom NRW-Wissenschaftsministerium und Vice President Francis Kuhlen von IBM an. Der neue IBM-Supercomputer des Forschungszentrums besteht aus 41 Rechnerknoten mit insgesamt 1312 Prozessoren und erreicht damit eine Spitzenleistung von nahezu neun TeraFlops. Mit 5,2 TeraByte besitzt der neue Rechner einen herausragend großen Arbeitsspeicher. Ein schnelles Netzwerk genannt High Performance Switch verbindet die 41 Knoten zu einem einheitlichen Gesamtsystem. Nur so wird daraus ein Supercomputer. Beim Jülicher IBM-Computer wird diese Technologie erstmals in dieser Größenordnung eingesetzt.

Die Hälfte der Rechenkapazität des neuen Jülicher Supercomputers nutzen Wissenschaftler des Forschungszentrums und der Industrie, die andere Hälfte wird bundesweit durch das John von Neumann-Institut für Computing (NIC) vergeben für Projekte aus Wissenschaft und Forschung. Das NIC wurde 1998 vom Forschungszentrum Jülich und von der Stiftung Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY) gegründet. Derzeit gibt es etwa 100 Projekte an Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland, die die Supercomputer in Jülich nutzen. Betrieben werden die Supercomputer samt der erforderlichen Infrastruktur wie Software, Datenspeicher und Netzwerke vom Jülicher Zentralinstitut für Angewandte Mathematik (ZAM).


Pressekontakt:
Dr. Renée Dillinger, Wissenschaftsjournalistin,
Forschungszentrum Jülich, 52425 Jülich
Tel. 02461 61-4771, Fax 02461 61-4666, E-Mail: r.dillinger@fz-juelich.de

Mechthild Hexamer, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin
Tel. 02461 61-4661, Fax 02461 61-4666, E-Mail: m.hexamer@fz-juelich.de

| Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.innovations-report.de/html/profile/profil-405.html

Weitere Berichte zu: Mathematik Schadstoff Supercomputer ZAM Zentralinstitut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise