Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

1. deutsches Zentrum für Modellierung und Simulation in den Biowissenschaften

12.02.2004


Das erste deutsche Zentrum für Modellierung und Simulation in den Biowissenschaften (BIOMS) wird heute in Heidelberg eröffnet. Bereits jetzt ist Heidelberg ein international herausragender Standort in den Biowissenschaften und im Wissenschaftlichen Rechnen. In dem neuen Zentrum werden Modellierung und Computersimulationen zur Erforschung biologischer Systeme eingesetzt. Dank dieser Methoden können komplexe biologische Prozesse nicht mehr nur "in vivo" (am lebenden Organismus) oder "in vitro" (im Reagenzglas), sondern auch verstärkt "in silico" (mit Hilfe von Computerprogrammen) erforscht werden. Die Mittel des neuen Zentrums fließen ausschließlich in die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern. Damit wird das Zentrum auch in der Nachwuchsförderung der Spitzenforschung zum Vorreiter.



Beteiligt sind das Deutsche Krebsforschungszentrum, die EML Research (das Forschungsinstitut der Klaus Tschira Stiftung), das European Molecular Biology Laboratory, das Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung und die Universität Heidelberg (mit dem Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen und dem Zentrum für Molekulare Biologie). Mit 2,5 Millionen Euro finanziert die Klaus Tschira Stiftung ein Drittel des Zentrums, ein weiteres Drittel steuert das Land Baden-Württemberg bei. Die restlichen Mittel erbringen die Universität und beteiligte Forschungsinstitute. Der Förderungszeitraum erstreckt sich auf fünf Jahre .



Die modernen Techniken der Biophysik, Biochemie und der Informationsverarbeitung ermöglichten es in den letzten Jahrzehnten, eine überwältigende Flut biologischer Daten zu erfassen und zu bearbeiten. Für den weiteren Fortschritt ist es allerdings notwendig, Modellvorstellungen zu entwickeln, wie komplexe Systeme des Lebens funktionieren. Diese Modelle müssen mathematisch formuliert und am Computer simuliert werden. Was bei der Konstruktion von Autos, Flugzeugen oder Satelliten längst selbstverständlich ist, soll mit BIOMS jetzt auch den Erkenntnisgewinn in den Biowissenschaften vorantreiben. Wie die aktuelle Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "nature" berichtet, könnte Deutschland mit BIOMS und weiteren Aktivitäten zum bevorzugten Arbeitsplatz internationaler Spitzenkräfte werden.

Die Mittel des Zentrums für Modellierung und Simulation in den Biowissenschaften fließen ausschließlich in die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern. Zum einen werden drei Nachwuchsgruppen unter der Leitung von herausragenden jungen Wissenschaftlern berufen. Zum anderen ermöglicht ein Postdoktorandenprogramm die Arbeit von jährlich etwa zehn Wissenschaftlern nach deren Promotion in den Forschergruppen der beteiligten Institute. Zu dem Erfolg von BIOMS wird entscheidend die Vernetzung aller beteiligten Wissenschaftler in Heidelberg beitragen. Zunächst sind die Nachwuchsgruppen beim Deutschen Krebsforschungszentrum, dem European Molecular Biology Laboratory und dem Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen angesiedelt. 2006 ist der Umzug der Gruppen in das noch zu erstellende Gebäude "Bioquant" geplant, das Wissenschaftler unter einem Dach versammeln soll, die auf dem Gebiet der quantitativen Analyse molekularer und zellulärer Biosysteme miteinander arbeiten.

Kontakt und weitere Informationen:

Klaus Tschira Stiftung
Renate Ries
Telefon: 06221-533214
Renate.ries@kts.villa-bosch.de

Dipl.Biol. Renate Ries | idw
Weitere Informationen:
http://www.kts.villa-bosch.de

Weitere Berichte zu: BIOMS Biowissenschaft Modellierung Simulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Projekt DISTELL erforscht digitale Hochschulbildung
26.01.2017 | Hochschule Esslingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften