Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"ViPGen" - Computerlernprogramm für Molekularbiologie

22.01.2004


ViPGen, ein multimediales und interaktives Computerlernprogramm für Molekularbiologie, steht kurz vor seiner Marktreife. Den Tübinger Beitrag zu diesem universitätsübergreifenden Projekt haben Dr. Anke Drescher und Udo Greppmaier von der Fakultät für Biologie geleistet, unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Rolf Reuter (Interfakultäres Institut für Zellbiologie, Abteilung Genetik der Tiere) und Prof. Friedrich Schöffl (Allgemeine Genetik/Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen). Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, arbeiteten außerdem Wissenschaftler der Universitäten Oldenburg und Düsseldorf an ViPGen.


Das CD-basierte Ergebnis kann sich sehen lassen: Es besteht aus einem dreidimensionalen Labor und einem Seminarraum, der verschiedene Lernorte bietet, z. B. Computerarbeitsplatz und Mediathek. Die Mediathek dient zur Vorbereitung auf die virtuellen molekularbiologischen Experimente, die im Labor durchgeführt werden können. Darüber hinaus enthält sie ein umfangreiches multimediales Lehrbuch mit dem Schwerpunkt zur Genidentifizierung, das die beiden Tübinger erstellt haben.

Dieses ist vor allem für den Einsatz an Universitäten gedacht und kann von den Lehrenden mittels Konfigurationswerkzeugen dem Kursniveau angepasst, ergänzt und aktualisiert werden. Der Lernstoff wird durch multimediale Tutorien vermittelt und ist auf drei Tiefenebenen angelegt, so dass der Nutzer selbst entscheidet, wie viel er über ein bestimmtes Thema wissen möchte. Per Mausklick kann er außerdem Quizfragen beantworten, das eigene Wissen testen und schnell verschiedene Fachbegriffe nachschlagen, für die er sonst mühevoll Bücher wälzen müsste. Die vielen Interaktionsmöglichkeiten erhöhen die Lernmotivation und fördern das vernetzte Denken. ViPGen bietet also etwas, was es in keinem traditionellen Lehrbuch gibt.


Die praxisorientierte Komponente des Lernprogramms, das dreidimensionale Labor, wird als "GenLab" seit kurzem vom Spektrum Verlag Heidelberg vertrieben. Es ermöglicht vor allem Studierenden im Grundstudium, sich auf die realen Praktika vorzubereiten. Im GenLab führt der Nutzer Arbeitsschritt für Arbeitschritt aus und wird sofort auf Fehler hingewiesen, sei es auch "nur" die schmutzige Pipette. Experimente, die die Studierenden schon einmal virtuell geübt haben, können sie im Praktikum schneller und selbstständiger durchführen. Denkbar ist es auch, einzelne Experimente ganz in das GenLab zu verlegen. Für Schüler der Leistungskurse Biologie ist GenLab ebenfalls geeignet. Sie können im virtuellen Raum molekularbiologische Versuche machen, für die die Schullabore nicht eingerichtet sind.

Das Computerlernprogramm ViPGen will und kann aber weder Vorlesungen noch Laborpraktika ersetzen, sondern es bietet eine sinnvolle Ergänzung, indem es dem Lehrenden wie dem Lernenden die Arbeit erleichtert und außerdem Spaß macht. Das Komplettprogramm wurde bereits von mehreren hundert angehenden Biologen und Medizinern ausprobiert und hat den Test mit Bravour bestanden.

Für nähere Informationen:

Prof. Dr. Friedrich Schöffl
Allgemeine Genetik / Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen
Tel.: 07071-29-78831
E-mail: friedrich.schoeffl@zmbp.uni-tuebingen.de

Prof. Dr. Rolf Reuter
Interfakultäres Institut für Zellbiologie
Abteilung Genetik der Tiere
Tel.: 07071-29-74615
E-mail: rolf.reuter@uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Berichte zu: Computerlernprogramm Genetik Labor Molekularbiologie ViPGen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie