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Wissenschaftsorganisationen unterstützen "Innovationsoffensive"

16.01.2004


Die großen deutschen Wissenschaftsorganisationen haben die von Bundeskanzler Gerhard Schröder angestoßene Diskussion zum Thema "Innovation" ausdrücklich begrüßt. Im Mittelpunkt der Diskussion steht das Ziel der Bundesregierung, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bis 2010 von derzeit 2,5 auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Die Umsetzung dieses europäischen Gemeinschaftsziels erfordert von Wirtschaft und Staat, die diese Ausgaben gemeinsam aufbringen sollen, erhebliche Kraftanstrengungen; allein für Bund und Länder ergibt sich daraus die Verpflichtung, ab 2005 ihre jeweiligen Forschungshaushalte um jährlich acht bis zehn Prozent zu steigern. Damit soll die langjährige Unterfinanzierung der deutschen Forschung und insbesondere der Hochschulen gestoppt werden. Die geforderte Ausgabensteigerung sei auch Voraussetzung für Strukturmaßnahmen zur Stärkung der deutschen Forschung für den internationalen Wettbewerb, erklärten die Forschungseinrichtungen auf ihrer gemeinschaftlichen "Allianz"-Sitzung am 12. Januar in Berlin.



Für dieses Ziel wollen die Wissenschaftsorganisationen neue thematische und institutionelle Schwerpunkte bilden. Dazu gehören in erster Linie leistungsstarke Hochschulen, die sich - im gegenseitigen Wettbewerb - durch gezielte Förderung zu internationalen Spitzenuniversitäten entwickeln und künftig die weltweit besten Forscher gewinnen sollen. Die Präsenz exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist wesentliche Voraussetzung für die Ausbildung des Forscher-Nachwuchses in Deutschland. Um die Qualifikationsangebote weiter zu verbessern, müssten etwa interdisziplinär angelegte Graduiertenschulen verstärkt gefördert werden. Hinzu kommen die gezielte Vernetzung mit den leistungsfähigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen, neue Formen institutioneller Zusammenarbeit sowie die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Schon seit längerer Zeit haben die Wissenschaftsorganisationen die Anpassung von Forschungs-, Arbeits- und Tarifrecht für den internationalen Wettbewerb gefordert. Auch in der Diskussion um die Neuordnung der bundesstaatlichen Strukturen haben sie sich zu Wort gemeldet und für die Beibehaltung des Prinzips der gemeinschaftlichen Forschungsförderung als Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung von Bund und Ländern plädiert.



Die Wissenschaftsorganisationen wollen die notwendige Innovationsdebatte mit konkreten Initiativen weiter aufgreifen und damit einen eigenen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Landes leisten.

In der "Allianz" sind folgende Wissenschaftsorganisationen vertreten: Deutsche Forschungsgemeinschaft, Fraunhofer Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Hochschulrektorenkonferenz, Max-Planck-Gesellschaft, Wissenschaftsrat.

Dr. Bernd Wirsing | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

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