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Neue Statistiken belegen Rückgang der EU-Forschungsinvestitionen und -leistung

27.11.2003


Die am 25. November von EU-Forschungskommissar Philippe Busquin vorgestellten neuesten Statistiken über das wissenschaftliche Leistungspotenzial Europas, die sowohl bei den Investitionen als auch bei der Leistung einen Rückgang erkennen lassen, bestätigen die von Analysten der Forschungslandschaft geäußerten Warnungen.



Die Veröffentlichung "Key Figures 2003-2004" enthält umfangreiche Zahlen zu allen Arten von Forschungsinvestitionen sowie Indikatoren, die eine Leistungsbewertung zulassen. Die Statistiken enthalten erstmals auch Daten aus den Beitritts- und den Bewerberländern, was Aufschluss über den Grad der Konvergenz bzw. Divergenz zwischen den bisherigen und den zukünftigen Mitgliedstaaten gibt.



Darüber hinaus geht aus den Statistiken hervor, dass Europa sogar dabei ist, seine Vormachtstellung im Bereich der neuen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu verlieren.

"Dies ist die logische Folge der zu geringen Investitionen in die Grundlagenforschung", so Busquin. "Die Grundlagenforschung fällt immer öfter der schwierigen Haushaltslage der Mitgliedstaaten zum Opfer; dies ist jedoch keine geeignete Reaktion, um Wachstum und Wohlstand in Europa zu sichern. [...] Das politische Fazit lautet: Europa muss mehr denn je echte Anstrengungen unternehmen. Den Worten müssen nun auch Taten folgen."

Der Ausgabenunterschied bei Forschung und Entwicklung (FuE) zwischen der EU und den Vereinigten Staaten hat sich zugunsten der USA weiter vergrößert. Dieser Abstand geht zu etwa 80 Prozent auf den Unterschied bei den FuE-Ausgaben der Unternehmen in Europa und den Vereinigten Staaten zurück. Um diese Investitionslücke zu schließen, müsste die EU ihre jährliche Wachstumsrate der FuE-Investitionen von derzeit 4,5 Prozent auf acht Prozent anheben, also fast verdoppeln.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die privaten FuE-Investitionen in der EU zurückgehen. Im Gegenteil: Zwischen 1995 und 2001 sind die Ausgaben um 50 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum betrug der Anstieg in den USA jedoch 130 Prozent.

Im Jahr 2001 sind die Wachstumsraten der wirtschaftlichen Gesamtleistung in fast allen Mitgliedstaaten gegenüber dem Vorjahr gesunken, wenn auch in einem geringeren Ausmaß als die Investitionen. Die Beitrittsländer lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Litauen, Lettland, Ungarn, die Tschechische Republik, Malta und in geringerem Maße Polen haben 2000 und 2001 gegenüber der EU-15 aufgeholt und weisen alle ein Produktivitätswachstum auf, das über dem EU-Durchschnitt liegt. Die übrigen Beitrittsländer haben ihren Rückstand im gleichen Zeitraum noch vergrößert. Allerdings deutet ein kräftiges Investitionswachstum in der Slowakei, Estland und Zypern darauf hin, dass diese Länder schnell aufholen werden.

In ihrer Bewertung der Folgen der Erweiterung zieht die Kommission das Fazit, dass "Europas wissenschaftliche Leistung verstärkt wird, aber seine technologische Leistung zumindest kurzfristig nicht damit Schritt halten kann".

Die derzeitigen Mitgliedstaaten können ihre Positionen, die sie in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre erreicht haben, halten, wobei sich nun jedoch neue Entwicklungen abzeichnen. Die südlichen Länder (Portugal, Spanien, Griechenland und Italien) wiesen 2001 noch immer einen Rückstand auf, und die Geschwindigkeit, mit der sie gegenüber den übrigen Ländern Europas aufholen, scheint deutlich gesunken zu sein. Frankreich, das VK, Deutschland, Österreich, Irland, Belgien und die Niederlande konnten ihre Plätze im Mittelfeld behaupten, obwohl in Deutschland das Investitionswachstum drastisch sank und 2001 sogar ein Negativwachstum verzeichnet wurde.

Finnland, Dänemark und insbesondere Schweden lagen 2001 weiterhin weit vor den übrigen Mitgliedstaaten und bauten ihren Vorsprung noch aus. Aus den Zahlen lässt sich daher schließen, dass der derzeitige Konjunkturabschwung die Unterschiede innerhalb der EU vergrößert.

Auch Kommissionspräsident Romano Prodi hat die Bedeutung eines starken europäischen Forschungssektors erkannt, wie seine Wachstumsinitiative zeigt, die auch zusätzliche Forschungsinvestitionen vorsieht. Busquin begrüßte diese Initiative und zeigte sich überzeugt davon, dass seine Kollegen in der Kommission nun ebenfalls die Bedeutung der Forschungsförderung erkennen.

| cn
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:21253&TBL=DE_NEWS
http://www.cordis.lu/indicators

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