Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das IPR-Helpdesk zeigt, wie man Wissen und Ergebnisse schützt

29.10.2003


Damit Forscher in der innovativen Forschung bereitwillig zusammenarbeiten und um die Früchte dieser Zusammenarbeit auf den Markt bringen zu können, ist der Schutz der geistigen Eigentumsrechte (IPR) von wesentlicher Bedeutung. IPR sind jedoch für viele ein komplexes Thema. Damit man die Fülle an juristischen Fachtermini versteht, ist Unterstützung vonnöten.



Das IPR-Helpdesk nahm 1998 als Pilotprojekt des Unterprogramms für Innovation und KMU des Fünften Rahmenprogramms seinen Betrieb auf. Auf Grund der Unterstützung, die das Projekt seit seiner Gründung der europäischen Forschung geleistet hat, wurde das Helpdesk im Jahr 2002 zu einer "Begleitmaßnahme". Dabei handelt es sich laut der Definition der Kommission um eine Maßnahme, die "zur Umsetzung eines spezifischen Programms beiträgt".



Die Umwandlung des IPR-Helpdesk kam gerade rechtzeitig, denn mit der Einführung völlig neuer Instrumente im Sechsten Rahmenprogramm (RP6) traten eine Fülle neuer Fragen auf. "Integrierte Projekte" und "Exzellenznetze", in denen mehr Partner als in den Instrumenten der vorherigen Rahmenprogramme zusammenarbeiten, werden die Fragen im Zusammenhang mit IPR noch komplexer machen. Dies wurde von der Kommission berücksichtigt, indem sie sich bemühte, einfachere Verfahren und einen besseren Rechtsrahmen einzuführen.

"Seit das Pilotprojekt 1998 seine Arbeit aufnahm, machte sich in der EU-Forschergemeinde immer mehr das Bewusstsein breit, dass IPR wichtig für die EU-Forschung sind und daher gewahrt werden müssen und dass die wertvollen Ergebnisse der von der EU finanzierten Forschung nicht verloren gehen oder verschwendet werden dürfen", sagte Alexander Weir vom britischen Queen Mary Intellectual Property Research Institute, der beim IPR-Helpdesk für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, gegenüber CORDIS-Nachrichten. "Inzwischen verfügen die Europäische Kommission und das Europäische Parlament mit dem IPR-Helpdesk über einen kostenlosen Dienst, der auf das gebündelte Wissen und die Kompetenz mehrerer führender europäischer Universitäten zurückgreifen kann", fügte er hinzu.

Das Helpdesk wird von einem Konsortium betrieben, an dem Hochschulen und andere Partner aus Belgien, Deutschland, Spanien und dem VK beteiligt sind. Der kostenlose Dienst bietet derzeitigen und potenziellen EU-Forschungsprojektpartnern Unterstützung in Fragen des geistigen Eigentumsrechts. Er betreibt eine Website mit allgemeinen Informationen in fünf Sprachen - Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch - und Antworten auf häufig gestellte Fragen wie etwa "Wer ist der Eigentümer der Verbesserungen an bestehendem Know-how?" oder "Muss ich jedem Zugriff gewähren?". Fragen können per E-mail gestellt werden und werden innerhalb von fünf Arbeitstagen beantwortet. Das Helpdesk betreibt außerdem eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit über die Bedeutung von IPR.

Die Kommission hält sich in Fragen der Projektverwaltung im RP6 weit mehr zurück und empfiehlt, dass Projektpartner zunächst eine Konsortialvereinbarung abschließen, bevor die Arbeit beginnt. Das Helpdesk empfiehlt zwar keine Konsortialvereinbarung, hat aber eine Checkliste ausgearbeitet, um Betroffene auf wichtige Punkte aufmerksam zu machen, die sie bei der Aufstellung einer solchen Vereinbarung beachten sollten.

Die Diskussionen der letzten Zeit über ein Gemeinschaftspatent und die Softwarepatentierung gewährleisten, dass Fachleute für geistige Eigentumsrechte noch auf längere Sicht gefragt sein werden. Weir geht davon aus, dass auch das Helpdesk auf absehbare Zeit eine Aufgabe erfüllen wird und dass sein Aufgabenbereich erweitert werden könnte: "Die GD Binnenmarkt, Handel und insbesondere Forschung besitzen ein bedeutendes Interesse an IPR-Fragen im Zusammenhang mit der Wirtschaft und der Forschung. Daher glaube ich, dass die Aufgaben eines zukünftigen IPR-Helpdesk mehr die Bereiche Wirtschaft und Forschung betreffen werden."

Obwohl der Rat "Wettbewerbsfähigkeit" im März 2003 zu einer gemeinsamen Position gelangt ist, sind die Verhandlungen über das Gemeinschaftspatent noch nicht abgeschlossen. Einer der größten Stolpersteine ist nach wie vor die Frage der Gerichtsbarkeit, d.h. ob für Streitsachen ein Gemeinschaftsgericht oder die nationalen Gerichte zuständig sein sollen. Da die kohärente und einheitliche Rechtsprechung oberste Priorität hat, sei sich die Kommission Weir zufolge "bewusst, dass die Einrichtung eines zentralen Patentgerichts, das für die Regelung von Streitigkeiten über die Verletzung und die Rechtsgültigkeit zuständig ist, die beste Lösung ist". Er geht davon aus, dass ein gemeinschaftliches Patentsystem als wichtigste Merkmale ein zentrales Patentgericht in Luxemburg, spezielle Patentkammern am Gericht erster Instanz für Entscheidungen über Rechtsmittel und, falls die Anzahl der Fälle zu groß für ein zentrales Gericht wird, die Möglichkeit der Einrichtung von Regionalkammern aufweisen muss.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.ipr-helpdesk.org

Weitere Berichte zu: Eigentumsrecht Gemeinschaftspatent IPR-Helpdesk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten