Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helmholtz-Forschung hat großes Potenzial

16.10.2003


Der Senat der Helmholtz-Gemeinschaft hat heute Empfehlungen für die Finanzierung der Helmholtz-Forschungsbereiche Energie sowie Erde und Umwelt für die nächsten fünf Jahre beschlossen.In den Jahren 2004 bis 2008 können die Forscherinnen und Forscher in diesen Bereichen nun mit einem Budget von insgesamt jährlich über 550 Millionen Euro rechnen.



In der Energieforschung sollen die Programme "Erneuerbare Energien" und "Rationelle Energieumwandlung" besonders stark wachsen. Im Forschungsbereich Erde und Umwelt können die Programme "Geosystem: Erde im Wandel" und "Nachhaltige Nutzung von Landschaften" mit überdurchschnittlichen Zuwächsen rechnen.



Die aktuellen Beschlüsse des Senats für die beiden Forschungsbereiche ergänzen die Begutachtungen der Bereiche Gesundheit sowie Verkehr und Weltraum vom Vorjahr. Damit ist die zweite Phase der strategische Ausrichtung an Programmen - verbunden mit einem wettbewerblichen Verfahren der Evaluation durch international renommierte Experten als Basis für die Finanzierung - abgeschlossen: für vier von insgesamt sechs Forschungsbereichen der Helmholtz-Gemeinschaft und für 20 von insgesamt 30 Forschungsprogrammen gilt das neue Förderprinzip.

Grundlage für die Senatsentscheidung sind die Voten der externen Gutachter: In diesem Jahr haben 114 renommierte Wissenschaftler, davon zwei Drittel aus dem Ausland, die Helmholtz-Forschung in den Bereichen Energie sowie Erde und Umwelt auf den Prüfstand gestellt. Die Kriterien wissenschaftliche Qualität und strategische Bedeutung standen dabei im Zentrum. Aber auch die Vernetzung mit externen Partnern, die Nachwuchsförderung und die Realisierung von Chancengleichheit wurden bewertet.

Das Resultat: Die Gutachter bescheinigen der Forschung in beiden Bereichen in einem internationalen Vergleich sehr hohes Potenzial und teilweise herausragende Qualität. Sie geben Empfehlungen, wie die Ressourcen noch effizienter genutzt und die Effektivität der Helmholtz-Forschung erhöht werden kann. Die strategische Ausrichtung der Forschung in Programmen, die die Wissenschaftler der Helmholtz-Zentren gemeinsam entwickeln, und die Empfehlungen der externen wissenschaftlichen Gutachter zur weiteren Ausgestaltung dieser Programme: Beides ermöglicht eine bessere Nutzung des großen Potenzials der Gemeinschaft und ein stärkere Eigensteuerung der Wissenschaft.

Der Forschungsbereich Erde und Umwelt: das System Erde verstehen

Die forschungspolitischen Vorgaben der Bundesregierung sehen eine jährliche Budgetsteigerung von 2 Prozent vor. Danach werden die Zuwendungen des Bundes und der Länder für die sechs Programme im Forschungsbereich Erde und Umwelt im nächsten Jahr bei 290 Millionen Euro liegen. Aus den Ergebnissen der Begutachtung folgt, dass in den nächsten fünf Jahren mehr als 7 Prozent der Mittel thematisch umgewidmet werden.

Das Programm "Geosystem: Erde im Wandel" ist Kernthema des Forschungsbereichs; sein Ziel ist das tiefere Verständnis der Geosphäre und ihrer Wechselwirkungen mit anderen Teilen des Systems Erde. Die Gutachter würdigten die hohe wissenschaftliche Qualität und das große Methodenspektrum. Das Programm wächst in den nächsten fünf Jahren um 15 Prozent.

Im Programm "Nachhaltige Nutzung von Landschaften" arbeiten weltweit führende Akteure der ökologischen Ökonomie und der Biodiversitätsforschung miteinander. Ziele sind Konzepte und Entscheidungshilfen für den Schutz, die Wiederherstellung und die nachhaltige Nutzung von Landschaften. Das besonders gut beurteilte Programm wächst ebenfalls um 15 Prozent.

Die Forscherinnen und Forscher des Programms "Atmosphäre und Klima" entschlüsseln das komplexe System Atmosphäre als Teil des Erdsystems. Für den Erfolg ihrer Arbeit halten die Gutachter die Anschaffung des bereits von der Bundesregierung genehmigten Forschungsflugzeug HALO für besonders wichtig.

Das Programm "Nachhaltige Entwicklung und Technik" zielt darauf, wissenschaftlich-technische Innovationen unter realen gesellschaftlichen Bedingungen zu betrachten und so zu gestalten, dass natürliche Ressourcen geschont werden und gleichzeitig weniger Schadstoffe anfallen.

Um die wechselseitigen Beziehungen zwischen Eis, Ozeanen und marinen Systemen geht es im Programm "Meeres-, Küsten- und Polarsysteme". Ziele sind Szenarien, die ein nachhaltiges Management der marinen Umwelt ermöglichen. Im Programm "Biogeosysteme: Dynamik und Anpassung" geht es um ressourcenschonende Nutzungskonzepte für Biogeosysteme. Die Wissenschaftler analysieren, wie Boden, Mikroorganismen, Pflanzen und Grundwasser auf menschliche Eingriffe und Umweltveränderungen reagieren. In diesen beiden Programmen entwickeln sich die Zuwendungen für die beteiligten Zentren aufgrund der differenzierten Gutachtervoten sehr unterschiedlich: sie wachsen um bis zu 20 Prozent an oder bleiben in anderen Fällen nahezu konstant.

Interdisziplinäre Arbeit und thematisch vernetzte Forschung sind Stärken der Helmholtz-Gemeinschaft. Über die Grenzen von Programmen und Forschungsbereichen hinweg sollen daher die Arbeiten zu Megacities und großen urbanen Regionen sowie zur Katastrophenvorsorge ausgebaut werden. Das gleiche empfehlen die Gutachter für zwei wichtige methodische Herangehensweisen: Modellierung und Systemanalyse.

Der Forschungsbereich Energie: globale Engpässe abwenden

Der Forschungsbereich wird nach den forschungspolitischen Vorgaben in den nächsten 5 Jahren um jährlich 1 Prozent wachsen. Dieses Wachstum soll nach dem Willen der Bundesregierung auf die beiden nichtnuklearen Programme entfallen. Die Zuwendungsgeber sehen im kommenden Jahr Zuschüsse in Höhe von 230 Millionen Euro vor.

Das stärkste Wachstum im Forschungsbereich Energie entfällt auf das Programm Erneuerbare Energien: Sein Budget wird in den kommenden fünf Jahren um mehr als 20 Prozent steigen. Das Wachstum konzentriert sich wesentlich auf die Themen "Dünnschicht-Photovoltaik" und "Konzentrierende Solarsysteme". Die Gutachter bescheinigten den Wissenschaftlern deutlich über dem internationalen Durchschnitt liegende wissenschaftliche Qualität und hohe Relevanz ihrer Arbeiten.

Als herausragend wurde die Forschung zu Rationeller Energieumwandlung eingestuft: Teilweise identifizierten die Gutachter hier Forschung auf Weltklasse-Niveau, insbesondere auf dem Gebiet der Kraftwerkstechnologie. Die Brennstoffzellenforschung wird in den kommenden Jahren von großer wirtschaftlicher Relevanz sein. Das Programm wächst insgesamt um etwa 15 Prozent.

Die Energieproduktion der Sonne auf die Erde holen - das ist die Vision des Programms Kernfusion. Besonders gewürdigt wurden wissenschaftliche Qualität und strategische Relevanz der Tokamak-Physik und der Stellarator-Forschung (Wendelstein 7-X). Das Programm wird aus strategischen Erwägungen in den nächsten 5 Jahren insgesamt um etwa 1 Million Euro abgesenkt zugunsten hervorragend bewerteter Aktivitäten im Programm Rationelle Energieumwandlung.

Die nukleare Sicherheitsforschung bleibt sehr wichtig. Denn in Deutschland wird derzeit etwa ein Drittel des elektrischen Stroms von 19 Kernkraftwerken produziert, die noch für ungefähr 20 Jahre in Betrieb sein werden. Auch auf diesem Gebiet wurde die wissenschaftliche Qualität der Forschung von den Gutachtern bestätigt. Wegen des stagnierenden, schmalen Budgets empfahlen sie, die Arbeiten stärker zu bündeln. Als besonders wichtig stellten die Experten heraus, Nachwuchswissenschaftler zu gewinnen, die auch künftig die Kompetenz für den Betrieb kerntechnischer Anlagen in Deutschland erhalten.

Dr. Hinrich Thölken
Helmholtz-Gemeinschaft
Leiter Kommunikation und Medien
Telefon: 030-206 329-57
Telefax: 030-206 329-60
E-Mail: hinrich.thoelken@helmholtz.de

Cordula Tegen | idw
Weitere Informationen:
http://www.innovations-report.de/html/profile/profil-411.html
http://www.helmholtz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen