Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

OECD-Länder wollen Lebenslanges Lernen besser fördern

10.10.2003


Bundesministerin Bulmahn: „Aufwendungen für Bildung und Lebenslanges Lernen sind Investitionen, keine Kosten.“

OECD-Bildungsdirektor McGaw: „Es ist so, als ob man in ein Haus investiert; aber es ist noch besser, denn man kann es mitnehmen“

Die Mitgliedsländer der OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wollen die Bedingungen für ein Lebenslanges Lernen weiter verbessern. Dies vereinbarten die Vertreter von 26 Ländern zum Abschluss der dreitägigen OECD-Konferenz „Policies to strengthen incentives and mechanisms for co-financing lifelong learning“ am Freitag auf dem Petersberg bei Bonn.

Der OECD-Direktor für Bildung, Barry McGaw bezeichnete die Förderung des Lebenslangen Lernens als gesamtgesellschaftlich notwendige Aufgabe. „Die Qualität der Angebote muss weiter verbessert und die Finanzierung nachhaltig gesichert werden. Der finanzielle Druck ist für niedrig Qualifizierte besonders groß. Lebenslanges Lernen ist eine andere Form der Vermögensbildung. Aber unsere Gesellschaften haben Vorurteile gegenüber Vermögensbildung von Benachteiligten.“ Internationale OECD­Vergleiche geben hierzu wichtige Anregungen und sind eine gute Grundlage um sich über Erfolg und Misserfolg unterschiedlicher politischer Veränderungen auszutauschen. So können Vorurteile überwunden werden.

Die Gastgeberin der Konferenz, Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn, will die Rechte der Nachfrager von Weiterbildungsangeboten weiter stärken: „Die Menschen müssen leichter Zugang zur Bildung finden und das Lebenslange Lernen mit Freude betreiben.“

Die Punkte wurden als Eckpunkte von der Konferenz beschlossen. Eine Verständigung wurde auch beim Thema der Finanzierung von Weiterbildung erzielt. Sie solle unter anderem durch Instrumente wie Lernzeitkonten oder Bildungsgutscheine gewährleistet werden. Der Erfolg hänge aber stark von den Rahmenbedingungen und Strukturen des Bildungssystems ab, sagte McGaw. McGaw lobte das deutsche Engagement im Bereich Lebenslanges Lernen. “Deutschland hat mit seinen Impulsen und seinem Engagement einen maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Projekts und der weiteren Arbeit der OECD auf dem Gebiet des Lebenslangen Lernens.“

Bulmahn wies darauf hin, dass die Weiterbildung dem Einzelnen neue Chancen eröffne und den Arbeitsmarkt wirksam entlaste. „Ziel unserer Politik ist die Chancengerechtigkeit durch einen besseren Zugang zum Lebenslangen Lernen für alle.“ Die Ministerin verwies dabei insbesondere auf das Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Lernende Regionen mit dem sie in Deutschland mit 118 Millionen Euro bis 2007 bisher 74 Lernende Regionen fördert. Davon übernimmt der Europäische Sozialfonds fast 50 Millionen Euro. Mit dem Programm werden regionale Netzwerke gefördert, die ein maßgeschneidertes Beratungs,- Lern- und Weiterbildungsangebot vor Ort bieten und damit zur Innovationsstärkung der Unternehmen und zur regionalen Entwicklung beitragen.

Für die Weiterbildung müsse gleichzeitig ein hohes Niveau der Angebote gesichert werden, unterstrich Bulmahn. Dafür bereite der Bund gemeinsam mit den Ländern eine einheitliche Zertifizierung vor und habe mit dem Info-Web-Weiterbildung, eine Metasuchmaschine mit Zugang zu 30.000 Weiterbildungsanbietern in Deutschland, Transparenz auf dem Markt geschaffen. Die Stiftung Warentest untersuche auf ihre Initiative hin verschiedene Angebote des Weiterbildungsmarktes. „Nur wenn jeder für sich das passende Angebot findet und der Nutzen garantiert werden kann, wird sich das Lebenslange Lernen bei allen durchsetzen“, sagte Bulmahn.

| BMBF
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/presse01/presse.htm
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: OECD

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Informationstechnologie - Internationale Konferenz erstmals in Aachen

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Auf die richtige Verbindung kommt es an: Tiefe Hirnstimulation bei Parkinsonpatienten individuell anpassen

22.06.2017 | Medizintechnik

CO2-neutraler Wasserstoff aus Biomasse

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

22.06.2017 | Geowissenschaften