Erste deutsche Universität im Ausland

Am 5. Oktober 2003 wird die erste deutsche Universität im Ausland, die German University in Cairo (GUC), eröffnet. Der Festakt findet in Anwesenheit von Präsident Hosni Mubarak, Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ministerpräsident Erwin Teufel sowie zahlreicher weiterer Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft beider Länder statt. Von seiten der Universität Ulm nehmen Altrektor Prof. Dr. Hans Wolff und eine Reihe weiterer Professoren teil.

Der Physiker Prof. Dr. Ashraf Mansour, Mitglied des Lehrkörpers der Universität Ulm, war der Motor des Projekts. Nicht zuletzt seinem Engagement ist es zu danken, daß in etwas mehr als einem Jahr die Gebäude auf dem neuen Campus im Osten Kairos errichtet und die Idee einer Universität mit moderner Ausbildung auf internationalem Niveau Wirklichkeit werden konnten. In Deutschland ausgebildete Hochschullehrer werden nach deutschen Curricula an dieser Universität, die natürlich mit einer zeitgemäßen IT-Infrastruktur ausgestattet ist, unterrichten. Ein integriertes „German Center“ ermöglicht den Studierenden die Begegnung mit deutscher Kultur. Die Patenuniversitäten Ulm und Stuttgart unterstützen in Zusammenarbeit mit den Universitäten Mannheim und Tübingen die GUC in den Bereichen Lehre und Auswahl des Personals und sind zuständig für die Qualitätssicherung. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Export deutscher Studienangebote“ vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert.

Mehr als 2.500 Bewerbungen waren für das erste Semester eingegangen. Sie zeigen, welch großem Interesse diese Hochschulgründung in Ägypten begegnet. 700 Studierende wurden ausgewählt. Nach einer einwöchigen Orientierungsphase beginnt für sie der Lehrbetrieb am 12. Oktober. Alle Studierenden haben einen Aufnahmetest sowie Englischprüfungen durchlaufen, wonach sie in differenzierte Kurse eingeteilt werden. Neben Englisch als Unterrichtssprache wird auch Deutsch unterrichtet, um den Studierenden einen Austausch mit Deutschland zu ermöglichen. Fünf Studiengänge werden angeboten: Media Engineering & Technologie (MET), Information Engineering & Technologie (IET), Engineering & Materials Science (EMS), Management & Technology (MGT), Pharmacy & Biotechnology (PBT).

Parallel zum Start der Lehre wird eine wissenschaftliche Konferenz stattfinden, die der Herstellung von Kontakten zum Aufbau der Forschung dienen soll. Der deutsche Gründungsrektor der GUC, Prof. Dr. Jens Weitkamp von der Universität Stuttgart, betont, daß gerade die Verknüpfung von Lehre und Forschung ein konstitutives Element der deutschen Universität ist. Daran soll auch in Kairo festgehalten werden.

Von 2. bis 23. Oktober findet in Kairo und Alexandria ein Deutsches Festival statt, das vom Goethe-Institut organisiert wird. Interessierte können aus einer Vielzahl von Angeboten auswählen, beispielhaft sei die Eröffnung durch einen Abend mit dem Stuttgarter Ballett erwähnt.

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Peter Pietschmann idw

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