Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stiftungslehrstuhl Entrepreneurship an Magdeburger Uni

18.07.2000


Unterstützung bei Gründungen und Sanierungen von Unternehmen

Am Montag, dem 17. Juli 2000, wurde zwischen der

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Deutschen Ausgleichsbank Bonn eine Vereinbarung zur Finanzierung eines Stiftungslehrstuhles Entrepreneurship an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft unterzeichnet. Es ist der zweite Stiftungslehrstuhl der Deutschen Ausgleichsbank, der an einer Universität der neuen Länder eingerichtet wird. Dieser Stiftungslehrstuhl soll gleichzeitig Kern eines "Interaktionszentrums Entrepreneurship" an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg werden. Zu Beginn des kommenden Wintersemesters wird der Lehrstuhl besetzt.

Kultusminister Dr. Gerd Harms begrüßte die Bereitschaft der Otto-von-Guericke-Universität, einen Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurship einzurichten und dankte der Deutschen Ausgleichsbank für die Zuwendung für den Stiftungslehrstuhl. "Hier zeigt sich die immer notwendiger werdende Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft", so der Minister. Im Bereich der Forschung über Existenzgründung und Insolvenzvermeidung sei noch viel Arbeit zu leisten.
"Die Forschungsergebnisse werden nicht nur den Studierenden, sondern auch der Wirtschaft zugute kommen", führte Minister Harms weiter aus. Er hoffe, daß die Forschungsergebnisse vor allem auch positive Auswirkungen auf die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt haben werden. "Das Land und die Wirtschaft haben ein gemeinsames Interesse an erfolgreichen Unternehmen. Hierzu kann die Wissenschaft beitragen".
Rektor Professor Klaus Erich Pollmann sieht in der unterzeichneten Vereinbarung und der Etablierung des Deutschen Ausgleichsbank-Stiftungslehrstuhles Entrepreneurship an der Otto-von-Guericke-Universität hervorragende Voraussetzungen, für den weiteren Ausbau des Wirtschafts- und Forschungsstandortes Sachsen-Anhalt. Zur Realisierung des Projektes sollten noch Sponsoren für den Vollausbau gewonnen werden, so der Rektor. Darüber hinaus wird das Zentrum Leistungen gegen Gebühren anbieten, um seine Existenz dauerhaft zu sichern.
Eckart von Reden, Sprecher des Vorstandes der Deutschen Ausgleichsbank, hob in seinem Statement hervor, daß durch den Lehrstuhl Entrepreneurship, wie er an der Magdeburger Universität entsteht, eine Verzahnung von fachlichen und unternehmerischen Know how als beste Ausgangsbasis für einen erfolgreichen Weg in die Selbständigkeit und der Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze erreicht werde. "Zudem sehen wir hier in Magdeburg ein großes Gründungspotential, da diese Universität technisch orientiert ist und zahlreiche Initiativen für spin offs bietet", so der Sprecher.

Die Aufgaben des Zentrums sowie dessen Finanzierung sind im Vertrag festgeschrieben. Die Deutsche Ausgleichsbank Bonn finanziert den Stiftungslehrstuhl für die Dauer von 5 Jahren mit jährlich 600.000 DM und erhält u. a. das Recht, bei der Besetzung des Lehrstuhles einen Kandidaten vorzuschlagen.
Mit dem an der Universität angesiedelten Zentrum werden u. a. technische und wirtschaftliche Innovation organisatorisch durchgesetzt sowie Gründungs- und Entwicklungsprojekte wissenschaftlich begleitet. Moderne Methoden der Wirtschaftswissenschaft, wie beispielsweise die Verhandlungsanalyse, werden einfließen und weiterentwickelt. Darüber hinaus soll das Interaktionszentrum auch praktisch wirksam werden und die Auffindung von Lösungen für Interessenkonflikte unterstützen, die typischerweise bei Gründungen und Sanierungen auftreten.
Das Interaktionszentrum wird, nach dem Vorbild der "Conflict Center" organisiert werden, wie sie an renommierten Business- und Law-Schools in den USA bestehen. Diese Einrichtungen arbeiten auf der Basis einer interdisziplinären Forschungsrichtung, der Verhandlungsanalyse. Das Interaktionszentrum Entrepreneurship soll ein "Conflict Center" mit dem Anwendungsschwerpunkt Gründungs- und Sanierungsprobleme werden, sagte bei der Vertragsunterzeichnung Alfred Luhmer, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Controlling, von der hiesigen Universität. Eine wichtige Aufgabe sei auch die Ausbildung Studierender. Spielbare Simulationsmodelle von Unternehmensgründungen und Sanierungen werden entwickelt, in denen die angehenden Wirtschaftswissenschaftler u. a. Handlungskompetenz, Verhandlungsgeschick und rhetorische Überzeugungsfähigkeit erwerben, so Alfred Luhmer. Das Lehrangebot des Zentrums steht allen Studierenden der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg offen. Als "spezielle Betriebswirtschaftslehre" wird es Wahlpflichtfach im wirtschaftswissenschaftlichen Hauptstudium.
Das Zentrum bietet auch Weiterbildungsprogramme für Praktiker an. Die Nachfrage nach verhandlungsanalytischer Weiterbildung und Unterstützung bei Gründung und Sanierung, auch von etablierten Großunternehmen, in den letzten Jahren steigt. Im Zeitalter schlanker Strukturen und der Dezentralisierung von Entscheidung und Verantwortung läuft auch die Reorganisation bestehender Unternehmen oft auf Neu- oder Ausgründungen hinaus.

Waltraud Riess |

Weitere Berichte zu: Entrepreneurship Stiftungslehrstuhl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise