Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

40 Jahre "Technisches Design" an der Fakultät Maschinenwesen der TU Dresden

06.09.2000


Europaweit einmalige Studienrichtung innerhalb des Maschinenbaus

Mit dem diesjährigen Wintersemester gibt es an der TU Dresden (TUD) 40

Jahre das "Technische Design" an der Fakultät Maschinenwesen. Nur noch an den Universitäten in Stuttgart, Delft, Kopenhagen und Trondheim wird eine ähnliche Lehre angeboten, allerdings nur im Nebenfach. Einzig an der TUD ist es seit 1999 eine eigene Studienrichtung.
Die Grundlagen für diese Fachrichtung legte Rudi Högner, der als Nestor des Technischen Designs bezeichnet wird. Högner baute in seiner Lehre etwas völlig Neuartiges auf. Während bis in die 50er Jahre Möbel, Geschirr oder Textilien gängige Design-Objekte an der Schule waren, betrat er als erster Kunstdozent überhaupt mit seinen Studenten den Bereich der Technik. Er bemühte sich um die Gestaltung stark technisch determinierter Objekte (Maschinen) als Designobjekte. 1960 wurde Rudi Högner als Gastprofessor an die TUD berufen, um Ingenieurstudenten im Nebenfach erste Einblicke in das Produktdesign zu ermöglichen. Damit war die Dresdner Universität die erste technische europäische Bildungseinrichtung mit diesem Fachgebiet - damals als "Industrielle Formgestaltung" und seit 1992 als eigenständige Professur"Technisches Design".

"Technisches Design ist nicht Kunst", so Johannes Uhlmann, Professor des Fachgebietes. "Künstlerisch ist der ganzheitliche Anspruch beim Entwurf und bei der Gestaltung technischer Gebilde in dieser Fachrichtung." Uhlmann ist es zu verdanken, dass an der TUD mehrere neue Vertiefungsrichtungen entstanden: 1985 Arbeitsumweltdesign, 1992 Produktdesign in der Studienrichtung konstruktiver Maschinenbau, im selben Jahr erfolgte auch die Berufung auf die Professur dieses Fachgebietes. Zum besonderen Verdienst Uhlmanns gehört die stark angestiegene Bewerberzahl für seine Vertiefungsrichtung, für die man sich nach dem viersemestrigen Maschinenbau-Grundstudium spezialisieren kann, wenn ein Eignungstest bestanden ist. Konstruktiv-kreative Voraussetzungen, Fertigkeiten im Freihandzeichnen, räumliches Vorstellungsvermögen und eine hohe Motivation werden hier geprüft. Denn die Ansprüche an einen Designingenieur sind hoch: "Der ganzheitliche Entwurf von Erzeugnissen erfordert ein breites Überblickswissen auf technischen Gebieten sowie die Fähigkeit, sich aufgabenorientiert in ein Spezialgebiet einzuarbeiten. Zudem sollen menschliche Belange wie das Äußere (als kommunikative Funktion) eines Produkts, dessen Handhabung und Gebrauch einbezogen werden", umreißt der Professor die Aufgabe. "Den Studenten wird die Synthese von gestalterischem und natur-/ingenieurwissenschaftlichem Können vermittelt - und genau dies ist das Besondere des Studiums hier." Dazu werden technische Fächer wie Antriebstechnik, Maschinenkonstruktion/CAD oder Konstruktionstechnik mit gestalterischen Grundlagen von Grafik, Plastik und Farbe oder Designdarstellungen kombiniert. Studienschwerpunkt ist die Projektarbeit, bei der jeder Student in jedem Semester eine konkrete, unikale Entwurfsaufgabe bearbeitet.

Das Spezifikum der "Dresdner Schule des Technischen Designs" ist - im Unterschied zu anderen Designausbildungs-Einrichtungen - die Integration der praktischen Design-Entwurfsarbeit in ein Maschinenbau-Studium. Die Absolventen sind Maschinenbau-Diplomingenieure mit dieser Entwurfserfahrung, die Berufbezeichnung ist "Designingenieur".

Nähere Informationen bei: Professor Johannes Uhlmann
Telefon: (03 51) 4 63-57 52, Fax: (03 51) 4 63-57 53
E-Mail: tdesign@rcs.urz.tu-dresden.de

Dresden, September 2000
Susann Mayer

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Birgit Berg |

Weitere Berichte zu: Design Maschinenwesen Studienrichtung TUD

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie