Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kein Interesse an den großen Hochschulwahlen

21.07.2000


Die großen Hochschulwahlen, wie sie alle zwei Jahre an Bayerischen Hochschulen durchgeführt werden, sind entschieden:

Professoren, wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiter und Studierende der Universität Erlangen-Nürnberg haben ihre Vertreter für den erweiterten Senat, den Senat, die Fachbereichsräte sowie die Klinikumskonferenz gewählt. Die Wahlbeteiligung schwankte auch diesmal gewaltig: 94 Prozent der WiSo-Professoren machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch, während in der Naturwissenschaftlichen Fakultät III (Geowissenschaften) lediglich fünf Prozent der Studierenden zur Wahl gingen.

Während bei den sogenannten kleinen Hochschulwahlen, die jedes Jahr durchgeführt werden, nur die Studierenden ihre Vertreter neu wählen, können bei den im zweijährigen Turnus stattfindenden großen Hochschulwahlen alle Universitätsangehören Wahlscheine ankreuzen.

Nachdem 1999 versuchsweise die Wahlen nur an einem Tag durchgeführt wurden, waren in diesem Jahr die Wahllokale wieder zwei Tage geöffnet. Dennoch ging die Wahlbeteiligung bei den Studierenden erneut von 13,0 auf 12,6 Prozent zurück. Auch bei Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern sank die Wahllust: Von 80,9 auf 75,3 Prozent bei den Professoren, beziehungsweise von 31,2 auf 23,2 Prozent bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern. Lediglich bei den nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern stieg die Beteiligung von 14,3 auf 18,0 Prozent.

Doch nicht nur die Wahlbeteiligung, auch die Bereitschaft, Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zu benennen, ging zurück. So haben die Professoren der Medizinischen Fakultät, die turnusgemäß einen zweiten Vertreter in den Senat wählen konnten, nur einen Wahlvorschlag mit einem Kandidaten abgegeben. Damit werden sie im Senat statt mit 12 nur mit elf Professoren vertreten sein.

Und die nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter der Philosophischen Fakultät I und der Naturwissenschaftlichen Fakultät II sowie die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Naturwissenschaftlichen Fakultät II haben für den Fachbereichsrat überhaupt keinen Wahlvorschlag eingereicht. In diesem Falle sieht das Bayerische Hochschulgesetz die Bestellung eines vorläufigen Vertreters bis zur nächsten Wahl durch die Hochschulleitung vor.

Im erweiterten Senat werden die Studierenden vertreten von Martin Josef Trepl, Raija Lotte Kramer (beide Fachschaftsinitiative für die Wiedereinführung der Verfaßten Studierendenschaft/StuVe), Jan Rohlfs (Bunte Linke Liste für die Wiedereinführung der verfaßten Studierendenschaft/StuVe) und Birgit Inge Stich (RCDS). Im Senat vertreten Sven Alexander Hanke, Jan Christian Ostmann (beide FSIen-Liste), Martin Josef Sebastian Schweiger (RCDS) und Alexandra Maria Eckert (BuLili) die Interessen der Studierenden.

Erstmals in diesem Jahr wurden parallel zu den allgemeinen Hochschulwahlen von den Angehörigen des Klinikums die Vertreter in die Klinikumskonferenz gewählt. In den nächsten vier Jahren werden Prof. Frank Erbguth, Prof. Jörn-Dirk Beck, Dr. Thomas Morneburg, Dr. Jochem Walter Scharf, Helga Bieberstein, Robert Zimmer, Wilhelm Schwab und Ingeborg Daschner diese Aufgabe wahrnehmen.

130 Wahlhelfer, vom Professor bis zum nichtwissenschaftlichen Personal sorgten zwei Tage lang für einen reibungslosen Wahlablauf. Lediglich von den 18.460 wahlberechtigten Studierenden war kein einziger zur Mithilfe bereit.

Acht Gruppenvertreter konnten in den Erweiterten Senat, maximal 22 in den Senat gewählt werden, wobei die Professoren jetzt nicht mehr in den Erweiterten Senat wählen, weil sie dort durch die Professoren des Senats und die Dekane kraft Gesetzes vertreten sind. Je nach Größe der Fakultät variiert die Zahl der Mitglieder in den Fachbereichsräten. Die Sitzverteilung in den Gremien erfolgt nach einem festgelegten Schlüssel.

In diesem Jahr wurden insgesamt 77 Wahlvorschläge (Listen) mit insgesamt 575 Kandidaten zugelassen. Die Vielzahl der Listen erklärt sich daraus, daß jede der vier Gruppen (Professoren, wissenschaftliche, sonstige Mitarbeiter und Studierende) mehr als eine Liste mit Kandidaten für jedes Gremium (Senat, Erweiterter Senat und Fachbereichsräte) anmelden kann. So kämpften beispielsweise auf vier Listen 102 Studenten um vier Sitze im Erweiterten Senat. Neun Wahlvorschläge führten den gemeinsamen Zusatz: "Liste zur Wiedereinführung der Verfaßten Studierendenschaft/StuVe".

Weitere Informationen:
Josef Bauer, Wahlamt
Halbmondstr. 6, 91054 Erlangen
Tel.: 09131/85 -26652, Fax: 09131/85 -26727

Ute Missel |

Weitere Berichte zu: Hochschulwahl Wahlbeteiligung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Klassenzimmer der Zukunft - DFKI & TUK eröffnen neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden
03.05.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics