Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Hochschulen gehen in die Marketing-Offensive

14.11.2000


Eine noch wirksamere Präsentation der Leistungsfähigkeit deutscher Hochschulen im Ausland ist das Ziel einer Marketing-Offensive, die der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die
Hochschulrektorenkonferenz (HRK) mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) starten. "Forschung und Ausbildung an deutschen Hochschulen gehören in vielen Bereichen weltweit zur Spitze", sagte HRK-Präsident Professor Dr. Klaus Landfried am 14. November vor der Presse in Berlin. "Leider sei dies in vielen Ländern noch nicht hinreichend bekannt. Mit Hilfe des Marketings wollen wir wissenschaftlichen Nachwuchs und Studierende für einen Aufenthalt in Deutschland gewinnen", so Landfried. So könne der in einigen Fächern herrschende Nachwuchsmangel überwunden werden. Erfahrungsgemäß bildeten sich mit den ausländischen Gästen nach Rückkehr in ihre Heimatländer auch hilfreiche Netzwerke.

Die 192. HRK-Plenarversammlung hatte am Vortag in Bonn das Konzept beraten. Danach werden HRK, DAAD und Hochschulen ein Marketing-Konsortium bilden, das Forschung, Weiterbildung und Studium in Deutschland professionell präsentieren soll. Das Konsortium liefert für seine Mitglieder einen umfassenden Service, der von einer attraktiven Internet-Präsenz bis zur Gestaltung der Stände auf internationalen Bildungsmessen reicht. Ein gemeinsames Dach findet das Hochschulmarketing in der von Bund, Ländern, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam getragenen Initiative zum Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland.

Die Hochschulen hätten das Auslandsmarketing in den letzten Jahren zunehmend als zukunftsweisendes Aufgabenfeld erkannt und in einigen Fällen schon beachtliche Projekte angestoßen. Dies zeige sich auch an zahlreichen Initiativen, teils von Hochschulnetzwerken oder einzelnen Bundesländern getragen. Vieles sei aber bislang an der schwierigen Finanzlage der Hochschulen gescheitert, erklärte Landfried. Der HRK-Präsident dankte daher dem BMBF für die Bereitstellung von UMTS-Geldern sowie dem DAAD für die konzeptionelle Vorarbeit.

Der Generalsekretär des Instituts für Auslandsbeziehungen in Stuttgart, Dr. Kurt-Jürgen Maaß, stellte daneben auch die Initiative "Research in Germany" vor, an der sich auch die Hochschulrektorenkonferenz unter insgesamt elf Wissenschafts-Organisationen und Stiftungen beteiligt. Ziel ist hier, insbesondere über das deutsche Forschungssystem zu informieren und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland für die Qualifikations- und Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland zu interessieren.

HRK-Präsident Landfried wies allerdings auch auf strukturelle wie finanzielle Folgen hin, die die erwünschte Steigerung des Anteils ausländischer Studierender und Wissenschaftler mit sich brächte. Es gebe in einigen Ballungsgebieten wie bei kleineren Fachhochschulen schon jetzt Probleme mit der Wohnraumversorgung, neue Gästehäuser seien dort notwendig. Zum anderen müssten die in Fächern wie BWL, Informatik oder Rechtswissenschaften völlig überlasteten Hochschulen entweder zusätzliche Mittel für die erforderliche Betreuung ausländischer Gäste vom Staat erhalten oder sich diese über entsprechende Gebühren, insbesondere im postgradualen Bereich, selber beschaffen können.

Susanne Schilden | idw

Weitere Berichte zu: DAAD HRK-Präsident Marketing-Offensive

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Roboter-Navigation über die Cloud

11.12.2017 | Informationstechnologie

Molekulare Chaperone als Helfer gegen Chorea-Huntington identifiziert

11.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit den Augen der Biene: Zoologe der Uni Graz entwickelt Verfahren zur Verbesserung dunkler Bilder

11.12.2017 | Biowissenschaften Chemie