Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemiestudium

29.08.2000


... mehr zu:
»Chemiestudium »GDCh
Gute Chancen mit einem Chemiestudium

Die Anzahl der Vordiplom-, Diplom- und Promotionsprüfungen im

Studiengang Chemie ist im vergangenen Jahr gegenüber den Vorjahren gesunken. Die anhaltend niedrige Anzahl der Vordiplom-Prüfungen und der starke Rückgang der Diplomprüfungen im Studiengang Diplom-Chemie weisen auf dramatisch sinkende Absolventenzahlen in den kommenden Jahren hin. Erstmals ist in diesem Jahr bereits die Anzahl der Promotionen zurückgegangen. Der Arbeitsmarkt hat sich für Absolventen der Chemiestudiengänge weiter verbessert und weist die niedrigsten Anteile stellensuchender Absolventen der vergangenen Jahre auf. Dies geht aus der jüngsten Studie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hervor.

"In wenigen Jahren wird es einen Mangel an Nachwuchschemikern geben", befürchtet GDCh-Präsident Professor Dr. Gerhard Erker. "Die Zahl der diplomierten und promovierten Absolventen wird dann voraussichtlich nicht mehr ausreichen, die Nachfrage aus Industrie und Hochschulen zu decken." Die Anzahl der Studienanfänger in Chemie nahm zwar 1999 mit 3.299 im Vergleich zu den Vorjahren wieder leicht zu. Als Folge der seit 1991 stark zurückgegangenen Anfängerzahlen sind jedoch die Zahlen der abgelegten Prüfungen rückläufig. Nur noch 1.054 Studierende bestanden 1999 das Vordiplom. Dieser Wert hatte 1992 noch bei über 3.800 Prüfungen gelegen. Die Anzahl der Diplomprüfungen betrug im Berichtsjahr 1.481. Erstmals ist 1999 auch die Zahl der Promotionen, die noch immer fast 90 Prozent der Diplomchemiker ablegen, von 2.269 im Vorjahr auf 2.196 zurückgegangen.

Der GDCh lagen von mehr als 1.800 der im vergangenen Jahr promovierten Chemie-Absolventen (83 Prozent) Angaben über den ersten Schritt in den Beruf vor. Danach fanden 35 Prozent des Jahrgangs (über 630 Personen) eine Erstanstellung in der Chemischen Industrie. Fast 18 Prozent der jungen Chemikerinnen und Chemiker kamen in anderen Bereichen der Wirtschaft unter. Der Anteil stellensuchender Absolventen lag bei 9 Prozent und markiert damit den niedrigsten Wert seit 1989. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass auch in Boom-Jahren dieser Anteil aus statistischen Gründen kaum unter 5 Prozent sinkt.

Der Studiengang Biochemie zeigt einen leichten Rückgang der Anfängerzahlen und der Diplome, jedoch steigende Zahlen bei den Vordiplomprüfungen und den Promotionen. Die Fachhochschulen haben wieder steigende Anfängerzahlen, aber noch immer zurückgehende Absolventenzahlen zu vermelden. Auch bei den Lehramt-Studiengängen für die Sekundarstufen I und II sind die Absolventenzahlen rückläufig.

Nach Prognosen der GDCh könnte die Zahl der promovierten Absolventen des Chemiestudiums schon im nächsten Jahr unter die 2.000-Marke fallen. Sie wird in den kommenden Jahren kontinuierlich sinken und voraussichtlich ab dem Jahr 2003 für längere Zeit die Zahl 1.000 unterschreiten. Auch die Diplomprüfungen werden ab dem Jahr 2001 vermutlich auf unter 1.000 fallen. Die Anzahl der Vordiplomprüfungen wird in den nächsten Jahren auf niedrigem Niveau bleiben. Die GDCh hat daher gemeinsam mit anderen Chemieorganisationen und in Zusammenarbeit mit Universitäten und Arbeitsämtern vielfältige Aktivitäten gestartet, um junge Leute über die Perspektiven und Anforderungen des Chemiestudiums zu informieren.

Die Statistik Chemiestudiengänge in Deutschland - Statistische Daten 1999 kann gegen einen Kostenbeitrag von DM 50.- bei der GDCh, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 900440, 60444 Frankfurt am Main, pr@gdch.de als Broschüre angefordert werden. Die vollständigen Daten können auch als pdf-File unter http://www.gdch.de/arbeitsv/stat1999.htm eingesehen und heruntergeladen werden. Eine ausführliche Zusammenfassung der Erhebung ist in den "Nachrichten aus der Chemie", Heft 9, veröffentlicht.

Dr. Kurt Begitt |

Weitere Berichte zu: Chemiestudium GDCh

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie