Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lernen am Computer in der Grundschule?

28.07.2003


Wer einen Hammer hat, dem wird die Welt zum Nagel. Ähnliches lässt sich über Softwareentwickler im Schulbereich sagen, meinen Prof’in Erika Brinkmann (PH Schwäbisch Gmünd) und Prof. Hans Brügelmann (Universität Siegen). Die meisten Lernprogramme kopieren lediglich traditionelle Aufgabenformen auf den Bildschirm und suchen nach einer attraktiven Verpackung (Farbe, Bewegung, Töne).

... mehr zu:
»Grundschule »Lernprogramm

Diese Lernprogramme genügen weder fachdidaktischen Kriterien noch nutzen sie die besonderen technischen Möglichkeiten des Computers. Meist handelt es sich um Übungen, die nur denjenigen helfen, die einen Inhalt schon verstanden haben. Neues lernen können Kinder nur selten - und brauchbare Hilfen erhalten vor allem diejenigen nicht, die besondere Schwierigkeiten haben.

Die "Didaktische Entwicklungs- und Prüfstelle für Lernsoftware Primarstufe/DEP" an der Universität Siegen hat in ihrer dreijährigen Arbeit mit Unterstützung des Ministeriums für Schule (NRW) einen anderen Ansatz verfolgt. Sie hat als erstes Kriterien aus Anforderungen an guten Unterricht entwickelt. Selbstständiges Lernen zu fördern ist der eine zentrale Anspruch, den Unterschieden zwischen den Kindern gerecht zu werden der zweite.


Bieten Computer-Programme hier Vorteile gegenüber anderen Medien? In bestimmten Bereichen ja - jedenfalls im Prinzip: als Werkzeug (Textverarbeitung, Datenbank, ’Sprechende Anlauttabelle’), als Simulation (z.B. sozialer und natürlicher Vorgänge, mathematischer und technischer Operationen) und auch als Übungsprogramm - wenn es Leerstellen enthält, z.B. um eigene Wörter einzugeben, und alternative Einstellungen anbietet, z.B. um die Schwierigkeit der Aufgabe zu verändern.

Zu beachten ist dabei ein generelles Ergebnis der Medienforschung: Der Nutzen eines Computerprogramms ist konzept- und kontextabhängig. Entgegen vielfach geäußerten Hoffnungen (oder Befürchtungen...) wirkt Software nicht situations-neutral. Die didaktische Konzeption der Lehrperson, die pädagogische Kultur des Klassenzimmers, die Lernbiografien der SchülerInnen prägen, wie ein konkretes Programm eingesetzt und wie es von einzelnen Kindern wahrgenommen wird. Deshalb enthält der Abschlussbericht des Projekts DEP nicht nur Kriterien für die Beurteilung von Software (in den Bereichen Schriftsprache, Mathematik, Sachunterricht), sondern vor allem kommentierte Beispiele für einen gelungenen Einsatz in konkreten Kontexten.

Kontakt: Prof. Dr. Hans Brügelmann, Tel. 0271 - 740-4470, oase@paedagogik.uni-siegen.de

Kordula Lindner-Jarchow M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-siegen.de/~agprim/dep/index.htm

Weitere Berichte zu: Grundschule Lernprogramm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie