Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TASTE - Ein neues Verfahren zur Unterstützung der beruflichen Orientierung von Mädchen

09.07.2003


Das neue Assessment-Center-Verfahren TASTE (T-echnik A-usprobieren ST-ärken E-ntdecken) soll Mädchen ermutigen, auch technische, handwerkliche und IT-Berufe in ihre Berufswahl einzubeziehen. Durch Praxissimulationen, Beobachtungen und Feedbackgespräche lernen die Schülerinnen ihre Fähigkeiten in diesen Berufsbereichen besser kennen und werden so ermutigt, sich auch in männlich dominierten Berufen zu bewerben.



Das Bildungszentrum LIFE e.V. in Berlin hat in Kooperation mit dem Fachbereich Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Leipzig ein einwöchiges Assessment-Verfahren TASTE für Schülerinnen der 9. Klassen aller Schultypen entwickelt, um sie bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen und ihnen einen Zugang zu dem in der Regel fremden Terrain der technischen, handwerklichen und IT-Berufe zu ermöglichen. Die zweijährige Entwicklung und Erprobung wurde aus Mitteln des BMBF finanziert. TASTE steht für T echnik A usprobieren ST ärken E ntdecken: Durch das Absolvieren von Praxissimulationen unter den Augen von aufmerksamen BeobachterInnen und anschließenden intensiven Feedbackgesprächen wird den Schülerinnen in der Phase der Orientierungsunsicherheit die Möglichkeit gegeben, sich selbst in neuen Situationen und Anforderungen neu wahrzunehmen und ein fachgerechtes Urteil Dritter über die eigenen Potenziale und Kompetenzen mitzunehmen ...

... mehr zu:
»IT-Beruf »Orientierung »TASTE


Zwanzig Jahre nach den Kampagnen und Förderprogrammen "Mehr Mädchen in Männerberufe" orientieren sich junge Frauen nach wie vor in die weiblich konnotierten Berufe: Unter den ersten 10 gewählten Berufen sind immer noch die schlecht bezahlten Sackgassenberufe wie die Arzthelferin und die Friseuse, Berufe, die im Durchschnitt nach 4-5 Jahren Berufspraxis wieder aufgegeben werden. Im Westen geht der Anteil junger Frauen in männlich dominierten Berufen seit einigen Jahren sogar wieder zurück und liegt jetzt bei 9 %; dabei ist für die Chancen der jungen Frauen zu berücksichtigen, dass ca. 60 % aller Berufe männlich dominiert sind.

Berufsfindung hat auf der einen Seite mit dem Wissen über die eigenen Möglichkeiten zu tun, auf der anderen Seite ist dies auch ein Prozess der Selbstorientierung und Identitätsentwicklung. Die Suche nach dem richtigen Beruf ist mit Begriffen wie Lebenssinn und Lebenskonzepten genau so verquickt wie mit dem Bewusstwerden eigener Stärken und Schwächen, aber auch der Erfahrung möglicher Rollenbilder und der eigenen Weiblichkeit.

Viele Untersuchungen über Frauen in nicht-traditionellen Berufsfeldern haben gezeigt, dass Frauen so gut wie nie an den Leistungsanforderungen selbst scheitern, sondern vielmehr an ihrer Minderheitensituation als Frau unter Männern. Darum bietet TASTE neben den berufsspezifischen Assessment-Modulen Handwerk, Technik und IT den Teilnehmerinnen auch ein Modul zur Auseinandersetzung mit einer künftigen Minderheitensituation.

Die bisher evaluierten Praxisläufe zeigen: Das Verfahren wird von der Zielgruppe begeistert auf- und angenommen. Und es führt zu den angestrebten Veränderungen im Selbstkonzept über eigene Kompetenzen und berufliche Orientierungen - wenn sich die Teilnehmerinnen vor dem Potential-Assessment Center keine oder nur geringe technische oder handwerkliche Fähigkeiten zutrauten, so beziehen die jungen Mädchen diese Berufsfelder danach in ihre Entscheidungsprozesse ein. Etwa ein Drittel der Teilnehmerinnen ändert ihren Berufswunsch in Richtung eines technischen, handwerklichen oder IT-Berufs, ein Drittel will den bisherigen Berufswunsch durch das neu gewonnene Selbstbild neu überdenken und ein Drittel bleibt bei dem bisher angestrebten Beruf, hat aber nach eigenen Aussagen bisher verborgene Fähigkeiten kennengelernt.

TASTE wird jetzt nach Abschluss der Entwicklungsphase anderen Bildungseinrichtungen und in der beruflichen Orientierung arbeitenden Organisationen zum Einsatz angeboten.


weitere Informationen:
Annemarie Cordes
E-Mail: cordes@life-online.de
und
Tina Paul
tpaul@uni-leipzig.de


Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.taste-for-girls.de

Weitere Berichte zu: IT-Beruf Orientierung TASTE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement

21.08.2017 | Informationstechnologie