Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ziel sind langlebige und vielseitige Mikrowerkzeuge

09.07.2003


Forschungsvorhaben MiCuTool mit starker Industriebeteiligung



Den Anforderungen der Mikrotechnik, speziell der Mikrozerspanung, stellt sich ein Forschungsverbund aus Industriepartnern, dem koordinierenden Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der Technischen Universität Berlin und dem Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik (IWM) in Halle. Sein Ziel: "Micro cutting tools", Mikro-Fräs-, Bohr- und Gewindewerkzeuge sehr viel präziser, aber dennoch so langlebig und stabil zu machen wie ihre großen Brüder aus dem althergebrachten Maschinenbau.



Immer kleiner werden hat seine Tücken: Das Materialverhalten ändert sich, wenn ein Werkzeug und sein Anwendungsbereich nur noch wenige hundert Mikrometer groß sind. Jeder winzige Fehler im Material oder im Fertigungsprozess, jede Unregelmäßigkeit in der Oberflächenstruktur rächt sich. Mit 570.000 Euro fördert das deutsche Bundeswirtschaftsministerium deshalb die Suche nach technologischen und industrietauglichen Antworten auf die Frage, wie sich Mikropräzisionszerspanwerkzeuge langlebiger machen lassen. Bis zum Sommer 2005 wollen die Projektpartner ein gutes Stück weiter sein.

Bei den Werkzeugen mit einem Durchmesser von weit weniger als einem Millimeter muss die Schneidengeometrie verbessert werden, die Schneidflächen müssen fehlerfreie Oberflächen haben. Das Fraunhofer IWM setzt zur Nachbearbeitung der Werkzeuge ein spezielles Ionenstrahlverfahren ein. Noch ist die "FIB" (focused ion-beam technology), eine in der Mikroelektronik erfolgreich eingesetzte Technologie zum punktuellen Materialabtrag, für diese Anwendung zu langsam und deshalb derzeit nicht industrietauglich.

"Wir brauchen eine höhere Abtragrate, dafür eine neue Ionenstrahlquelle und dann die Möglichkeit, die Werkzeuge automatisiert zu bearbeiten,", erläutert Fraunhofer-Projektmitarbeiter Manfred Füting. Das Fraunhofer IWM werde im Rahmen des MiCuTool-Projektes deshalb eine neue Maschine entwickeln, die für die Nachbearbeitung der Mikrowerkzeuge geeignet ist. Sie soll dann umgehend in der industriellen Anwendung erprobt und bis zum Prototypen weiterentwickelt werden.

Doch bis dahin, schränkt Füting ein, sei es ein weiter Weg: Über die Qualität der Mikrowerkzeuge entscheide der Hersteller gemeinsam mit dem Beschichter, der das Werkzeug mit einer Hartstoffschicht überzieht, und nicht zuletzt der Produktionsprozess beim Anwender. Deshalb sind auch namhafte Anwender von Mikrozerspanungstechnik im Konsortium vertreten. Die enge Verknüpfung mit der Industrie soll von Beginn an den Projekterfolg sichern.

Aufgabe der beiden Forschungsinstitute ist es, sich zunächst die verwendeten Materialien und die Verarbeitungsprozesse genau anzuschauen, die Werkzeuge und deren Einsatz zu optimieren sowie verschiedene industriereife Verfahren zur Nachbearbeitung vorzuschlagen. Zwei Jahre bleiben dem Forschungsvorhaben im Rahmen des Förderprogramms "InnoNet", das vom VDI/VDE-IT in Teltow getragen wird. Im Sommer 2005 wollen die Projektpartner die Mikrowerkzeuge so weit optimiert haben, dass ihr Einsatz auch in neuen Anwendungen der Mikrotechnik - etwa im medizinischen Bereich - lohnt und die beteiligten Firmen im internationalen Wettbewerb die Nase vorn haben.

Thomas Götz | idw

Weitere Berichte zu: Mikrotechnik Mikrowerkzeug Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise