Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zentrum für Nanoelektronische Systeme in der Informationstechnik gegründet

07.07.2003


Neue Materialien, Bauelemente und Funktionen für die Computer von übermorgen entwickeln dieses gemeinsame Ziel haben sich sieben Institute des Forschungszentrums Jülich auf ihre Fahnen geschrieben. In dem heute gegründeten "Center of Nanoelectronic Systems for Information Technology" wollen Physiker, Chemiker, Ingenieure und Molekularbiologen ihr vielfältiges Wissen und Know-how stärker als bisher koppeln: Nur so können sie grundlegende Fragen auf dem Weg zu einer künftigen Nanoelektronik beantworten.


Ein Handy, das simultan übersetzt, wenn der japanische Geschäftspartner anruft, ein "intelligentes" Auto, das den Verkehr beobachtet und bei Gefahr eingreift, der Serviceroboter, der die Hausarbeit erledigt alles Visionen einer zukünftigen Nanoelektronik. Um sie zu verwirklichen, müssen logische Schalter, Speicherbausteine und Sensoren in Computern immer effizienter und kleiner werden. Die Rechenleistung eines aktuellen Supercomputers muss auf einem fingernagelkleinen Chip Platz finden. Kann die heutige Siliziumtechnologie das leisten oder stößt sie vorher an Grenzen? Gibt es alternative Materialien? Wie können sie hergestellt und untersucht werden? Welche physikalischen Gesetze herrschen in der Nanowelt? Diese wichtigen, aber hochkomplexen Fragen muss die Grundlagenforschung heute klären. Die Jülicher Antwort auf diese Herausforderung heißt "Center of Nanoelectronic Systems for Information Technology" kurz CNI.

"Innerhalb des CNI betreiben wir Grundlagenforschung weit im Vorfeld der industriellen Entwicklung und Produktion, und dennoch in Abstimmung und zum Teil in gemeinsamen Projekten mit der Halbleiterindustrie", beschreibt Prof. Richard Wagner, zuständiger Fachvorstand des Forschungszentrums Jülich, das Forschungsprogramm. "Dabei richten wir unseren Blick auf viele unterschiedliche Materialien: angefangen bei den klassischen Halbleitern, die heute die Computerwelt beherrschen, über neuartige ferroelelektrische Oxide bis hin zu elektronisch aktiven Molekülen und lebenden Nervenzellen." Mit ausgefeilter Technologie können die Jülicher Wissenschaftler maßgeschneiderte "Miniaturbauwerke" fertigen Fernziel sind ultraschnelle Transistoren. Vor ihren hochempfindlichen Analysemethoden können sich selbst einzelne Atome nicht mehr verstecken. Eine exzellente Theorie-Gruppe entschlüsselt die Regeln des atomaren Zusammenspiels am Großrechner. "Diese Kombination bietet uns beste Voraussetzungen, um das Gebiet der Nanoelektronik und der Informationstechnik in Zukunft maßgeblich zu gestalten", betont Prof. Rainer Waser, koordinierender Sprecher des CNI. Das CNI knüpft an eine 15-jährige Erfolgsgeschichte mit 400 Patenten und 3000 Publikationen an: Im Rahmen des Programms "Grundlagen der Informationstechnik" (PGI) entdeckte Prof. Peter Grünberg in den 80er Jahren beispielsweise den Riesenmagnetowiderstand. Dieser Effekt öffnete die Tür zu völlig neuen Festplattengenerationen. Heute arbeitet er in nahezu jedem handelsüblichen PC. Gerade am Anfang befindet sich dagegen die molekulare Informationsverarbeitung Stichwort: Rechnen mit Molekülen. Nicht zuletzt deshalb wird die fachübregreifende Zusammenarbeit in der Informationstechnik immer wichtiger. Forschung über Institutsgrenzen hinweg ist angesagt.


Das Forschungsprogramm des CNI umfasst im Wesentlichen die Aktivitäten des Helmholtz-Programms "Informationstechnologie mit nanoelektronischen Systemen" im Forschungsbereich "Schlüsseltechnologien". Durch das CNI es ist als virtuelles Institut konzipiert soll Grundlagenforschung made in Jülich nach außen hin deutlich sichtbar werden auf nationaler wie auf internationaler Bühne, für künftige Partner aus Forschung wie Industrie. Mit dem "NanoClub" der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen (RWTH) beispielsweise ist ein regionaler Forschungsverbund bereits fest geplant. Er soll die Zusammenarbeit der Partner unterstützen, gemeinsame Projekte fördern und gegenseitig einen effizienten Zugang zu wissenschaftlichen und technologischen Geräten ermöglichen.

Mit einem Festkolloquium wird das CNI heute aus der Taufe gehoben. Für die Reise in die Nanowelt, die Welt der Zwerge und Winzlinge, ist es bestens gerüstet.

Dr. Renée Dillinger | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Berichte zu: CNI Grundlagenforschung Informationstechnik Nanoelektronik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Klassenzimmer der Zukunft - DFKI & TUK eröffnen neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden
03.05.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics