Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Start einer transatlantischen Allianz in "Visual Computing and Communication"

30.06.2003


Max Planck Institut für Informatik, Saarbrücken, und Stanford University, USA, kooperieren in einem virtuellen "Max Planck Center for Visual Computing and Communication" / Finanzierung durch BMBF


Abb.: Akquisition, Modellierung und Darstellung einer Bronze-Büste von Max Planck mit Hilfe neuester Techniken der Computergrafik.

Foto: Max-Planck-Institut für Informatik



Ein virtuelles "Max Planck Center for Visual Computing and Communication" beginnt am 1. Juli 2003 seine Arbeit. Koordiniert vom Max Planck Institut für Informatik in Saarbrücken, einem der führenden europäischen Institute auf dem Gebiet der Computergraphik, werden Computerwissenschaftler in enger Kooperation mit der Stanford University (USA), dem führenden Institut im Bereich der Computerwissenschaften in den USA, an gemeinsamen Projekten arbeiten. Aufgabe dieses virtuellen Zentrums ist die Forschung auf dem Gebiet des "Visual Computing and Communication", einem Schlüsselbereich der modernen Informationstechnologie. Zugleich soll damit dem akuten Mangel an qualifizierten Informatikern für die Hochschulen im Fach Informatik in Deutschland entgegen gewirkt werden. Das Zentrum und sein Forschungsprogramm wird vorerst für den Zeitraum von 2003 bis 2007 mit insgesamt 6,9 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (BMBF) gefördert.



In den letzten zehn Jahren hat sich der Bereich des Visual Computing and Communication weltweit zu einem wichtigen Forschungsgebiet innerhalb der Informatik/Computerwissenschaften entwickelt. Moderne Personalcomputer und ihre Betriebssysteme werden heute mehr und mehr in die Richtung entwickelt, ihre Leistungsfähigkeit insbesondere als Grafik- und Multimediasysteme zu steigern. Experten erwarten in der Zukunft völlig neue Mediendarstellungen und eine immer stärkere Verschmelzung von natürlichen und synthetischen Filmproduktionen, die schließlich in eine von der Realität nicht mehr zu unterscheidenden virtuellen Wirklichkeit münden werden.

Dieser Herausforderung stellt sich das Max Planck Institut für Informatik in Saarbrücken in Zu-sammenarbeit mit der Stanford University mit dem neuen Zentrum. Das Forschungsprogramm konzentriert sich auf Zukunftsthemen im Bereich Visual Computing and Communication, wie etwa die Akquisition hochqualitativer 3D Objekte (Geometrie, Oberflächenbeschaffenheit, Refle-xionsverhalten) und deren realistische - möglichst interaktive - Darstellung, die Kompression und Kodierung sehr großer Dreiecksnetze (Parametrisierung von Netzen, Netzreduktion, Kompression und Kodierung progressiver Netze, Internet-Streaming), Wahrnehmungsgesteuerte Globale Be-leuchtungsberechnungen (Einbeziehung einer wahrnehmungsabhängigen Animation-Quality-Metrik, Ausnützung temporaler Kohärenz mittels Image-Warping, Verwendung geeigneter Filter), Internet -Streaming 3-dimensionaler virtueller Welten (Speicherung und Übertragung von Licht-feldern, Kompression und Kodierung von Lichtfeldern, Internet-Streaming), Verteilte Streaming-Media-Systeme (Media Streaming über drahtlose Verbindungen, Verringerund der Latenz-Zeiten, Schutz vor Paketverlusten).

Das Programm des neuen Max Planck Center for Visual Computing and Communication , das Mitte 2003 mit den ersten gemeinsamen Forschungsprojekten beginnt, soll gleichzeitig dem aku-ten Nachwuchsmangel an Hochschullehrern für das Fach Informatik in Deutschland entgegenwir-ken, indem es besonders qualifizierten jungen Informatikerinnen und Informatikern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbständigkeit eröffnet.

Die Forschungsprojekte schließen jeweils einen maximal zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Stanford University als Assistant Professor bzw. eine eigen-verantwortliche mehrjährige For-schungstätigkeit am Max Planck Institut für Informatik ein. Die Tätigkeit am Max-Planck-Institut ist verbunden mit der Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe. Dieses Modell soll dem oft beo-bachteten Brain Drain in die USA attraktive Rückkehrperspektiven nach Deutschland entgegen-setzen und so hochqualifizierten Nachwuchs auf dem Gebiet des Visual Computing für Deutsch-land sichern.

Das gemeinsame Forschungsprogramm wird finanziell von beiden Seiten getragen. Das Bundes-ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligte der Max-Planck-Gesellschaft jetzt für eine erste Phase mehrere Forschungsprojekte im Umfang von 6,9 Mio. Euro für vier Jahre. Es handelt sich um eine Anschubfinanzierung, die in regelmäßigen Abständen auf das Erreichen der gesteckten Ziele überprüft wird und die später in eine eigene Finanzierung der Max Planck Ge-sellschaft übergehen soll.

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Christel Weins (Projektkoordination)
Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken
Tel.: 0681 9325 - 404
Fax.: 0681 9325 - 499
E-Mail: weins@mpi-sb.mpg.de

Dr. Andreas Trepte | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.maxplanck.de/instituteProjekteEinrichtungen/institutsauswahl/informatik/

Weitere Berichte zu: Communication Computing Kodierung Kompression

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie