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Lehrveranstaltungen im ’Turm’ ausgesetzt

16.10.2000


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Brandschutzauflagen erfordern verzögerten Beginn der Lehrveranstaltungen

FRANKFURT. Der ’Turm’ der Universität kann aufgrund neuer Brandschutzauflagen im bevorstehenden Wintersemester nur noch eingeschränkt genutzt werden. Der Beginn der dortigen Lehrveranstaltungen wird sich daher um vier Wochen verzögern; die jeweils ersten Veranstaltungen finden als Infotermin planmäßig statt. Ab 13. November werden die Veranstaltungen an neuen Orten und mit geänderten Anfangszeiten stattfinden; dazu wird ab 6. November ein modifiziertes Vorlesungsverzeichnis erscheinen. Die Anerkennung des Semesters ist davon nicht berührt.

Präsident Prof. Dr. Rudolf Steinberg: "Selbst wenn - auch nach Einschätzung der Branddirektion - keine konkrete Gefahr besteht, hat für uns die Risikominimierung für Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter höchste Priorität." Die Mängel im Brandschutz waren anlässlich einer routinemäßigen Begehung durch die Branddirektion moniert worden. Steinberg unterstrich, dass der Zeitpunkt zu Semesterbeginn denkbar ungünstig sei: "Wir hätten gerne frühzeitiger reagiert. Doch wir haben keine Wahl und der Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt definitiv gekommen." Bereits am kommenden Dienstag wird ein Sachverständiger die Auflagen der Branddirektion im Einzelnen überprüfen; sein Gutachten wird etwa vier Wochen später vorliegen. Über weitere Maßnahmen wird anschließend entschieden. Steinberg machte deutlich, dass viele der brandschutzrechtlichen Bedenken nicht neu seien: "Doch Auflagen ändern und verschärfen sich. Allerdings ist jetzt ein Maß und eine Situation erreicht, die Konsequenzen erfordert. Wir wollen damit ein Signal setzen und dokumentieren, dass diese Zustände weder länger zumutbar noch zu verantworten sind".

Im Einverständnis mit den Dekanen der betroffenen Fachbereiche wurde heute beschlossen, das Gebäude nur noch bis zum 9. Geschoss für Lehrveranstaltungen zu nutzen. Die Verwaltung und die betroffenen Fachbereiche arbeiten gemeinsam mit Hochdruck daran, Ersatzräumlichkeiten zu beschaffen; dies ist aufgrund der angespannten Raumsituation jedoch nicht einfach. Steinberg setzt hier jedoch auf die Solidarität innerhalb der Universität: "Die ersten Reaktionen der Fachbereiche sind vielversprechend." In jedem Fall wird mit Lehrveranstaltungen auf Tagesrandzeiten und vermutlich auch den Samstag ausgewichen werden müssen. Die Raumsituation wird sich mit dem Umzug einiger Fachbereiche auf den Westend-Campus im kommenden Sommersemester etwas entspannen. Endgültig vom Tisch, so Steinberg, sei das Problem jedoch erst mit dem Umzug der ’Turm’ - Fachbereiche auf den Westend-Campus.

Steinberg informierte umgehend in einem Schreiben die betroffenen Hochschullehrerinnen und -lehrer, die im ’Turm’ lehren; sie werden jeweils ihre Studenten in der ersten, planmäßig stattfindenden Lehrveranstaltung der kommenden Woche auf die neue Situation aufmerksam machen. Am kommenden Dienstag findet eine Informationsveranstaltung in der Aula in Anwesenheit von Präsident und Kanzler statt.

Die Universität habe bereits nach der letzten Begehung vor fünf Jahren reagiert und einen Investitionsplan für entsprechende Maßnahmen in Höhe von 4,5 Millionen Mark beim zuständigen Ministerium vorgelegt. Dieser sei im Hinblick auf den zeitnah geplanten Verkauf des Gebäudes jedoch abgelehnt worden. Dennoch hat die Universität in vergangenen vier Jahren mehr als eine Million Mark in Brandschutzmaßnahmen investiert; hauptsächlich in die Sicherung der Fluchtwege.

Der 30-geschossige ’Turm’ an der Ecke Senckenberganlage / Robert-Mayer-Straße war Anfang der siebziger Jahre in Betrieb genommen worden. Betroffen von den Maßnahmen sind die Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Studierenden der Fachbereiche 3 (Gesellschaftswissenschaften), 4 (Erziehungswissenschaften) sowie Teile des Fachbereichs 5 (Psychologie)

Nähere Informationen: Präsident Prof. Dr. Rudolf Steinberg; Telefon: 069 / 7982 - 22232

 Gottfried Oy | idw

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